
| ISBN | 3406605923 | |
| Autor | Niklas Holzberg | |
| Verlag | C.H.Beck | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 240 | |
| Erscheinungsjahr | 2010 | |
| Extras | - |

Der griechische Komödiendichter Aristophanes ist den wenigsten, selbst wenn sie Altgriechisch in der Schule hatten, ein Begriff und wenn, dann meist nur dem Namen nach. Warum das so ist, das versucht Niklas Holzberg bereits im Vorwort zu beantworten: Es liege nicht am Wortschatz, nicht an der Vielzahl von Anzüglichkeiten und Zoten, denn schließlich kommen Schüler im Lateinunterricht auch mit Autoren wie Ovid, Petron und Martial in Kontakt. Vielmehr sei es der Mangel an ernsten Themen, der den seriösen Altphilologen lange Zeit gegen den Strich gegangen sei und ihnen bei Übersetzungen Schwierigkeiten bereitete. Dass eben die genannten Autoren auch erst in jüngerer Zeit mit ihren Werken auf größeres Interesse stoßen, sei eben diesem Umstand zuzuschreiben. Holzberg bricht für den griechischen Komödiendichter eine Lanze und tut dies auf gewohnt unterhaltsame Art und Weise. Er überträgt Textstellen aus den elf überlieferten Komödien ohne unnötige Zurückhaltung bei der Wortwahl ins Deutsche und versteht es so, ein lebendiges Bild nicht nur von Aristophanes’ Schaffen, sondern auch von den Lebensumständen seiner Zeit zu zeichnen.

Zunächst behandelt er die älteste der erhaltenen Komödien, die „Acharner“, erläutert grundlegende Themen der Komödien, die Bühnenpraxis, Personenspott, die Parodie der Tragödiengattung, geht auf den historischen Entstehenshintergrund, aber auch Obszönitäten und Handlungselemente ein. In weiteren sechs Kapiteln werden auch die übrigen Stücke in chronologischer Reihenfolge besprochen, wobei allerdings die drei Dramen „Wespen“, „Ritter“ und „Frieden“ zu einem Kapitel zusammengefasst sind, ebenso wie zwei der drei Frauenkomödien mit den Titeln „Lysistrate“ und „Thermophoriazusen“ gemeinsam abgehandelt werden, sowie die späteren „Ekklesiazusen“ und „Plutos“. Lediglich den Komödien „Wolken“, „Vögel“ und „Frösche“ gesteht Holzberg Raum in eigenen Kapiteln zu.
Immer bettet er die Dramen in ihren historischen Hintergrund ein, beispielsweise gibt er Informationen zu den Verfehlungen Kleons, die in „Ritter“ angeprangert werden - wobei dessen Name im Verlauf des Stückes nur einmal genannt wird - und eröffnet so seinem Leser wesentliche Zusatzinformationen zum Verständnis der Werke. Als Textgrundlage diente die zweisprachige Ausgabe Alan Sommersteins, Übersetzungen der Frauenkomödien kommen allerdings aus der bei Reclam erschienenen Ausgabe von Dieter Bremer und Niklas Holzberg selbst.
Fazit: Holzberg und Aristophanes – eine unterhaltsame und gleichzeitig literaturwissenschaftlich überzeugende Mischung, die Aristophanes einige Leser mehr bescheren dürfte.
geschrieben am 19.09.2010 | 353 Wörter | 2345 Zeichen
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