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Einführung in die Kulturwissenschaften


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Rezension von

Anna Kneisel

EinfĂŒhrung in die Kulturwissenschaften Was genau sind Kulturwissenschaften? Seit einiger Zeit haben viele Studenten diesen Bereich in seinen vielfĂ€ltigen AusprĂ€gungen fĂŒr sich entdeckt, aber kaum jemand weiß, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Gleichzeitig existieren dazu die unterschiedlichsten Theorien, AnsĂ€tze und Forschungsrichtungen und so verwundert es nicht, dass derzeit zahlreiche Autoren den Versuch unternehmen, eine Ordnung in das Dickicht zu bringen und es durchschaubarer zu machen, so auch die Professoren Ansgar und Vera NĂŒnning. Die bei Metzler erschienene „EinfĂŒhrung in die Kulturwissenschaften“ besteht aus 16 Kapiteln, jedes davon von einem anderen Autor verfasst. ZunĂ€chst bieten die Herausgeber im ersten Kapitel eine „multiperspektivische EinfĂŒhrung“, in der sie auch aufzeigen, was nicht Ziel des Bandes ist, nĂ€mlich ĂŒber die verschiedenen AnsĂ€tze zu urteilen. Es folgen die Kapitel „Kulturbegriffe und Kulturtheorien“, „Kultursemiotik“, „Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft“, „Kulturanthropologie“, „Historische und literarische Anthropologie“ usw. An jedes Kapitel schließt sich ein Literaturverzeichnis an. Quellenverweise befinden sich nicht als Fußnoten unter oder hinter dem Text, sondern stehen in Klammern direkt im fortlaufenden Text. Ob Fußnoten oder Klammern zu bevorzugen sind, daran scheiden sich die Geister. Bei solch einem Textniveau, bei dem manche Passagen mehrmals gelesen werden mĂŒssen, bis man den Sinn erfasst, wĂ€re es jedoch vielleicht von Vorteil gewesen, den Lesefluss nicht durch geklammerte QuelleinschĂŒbe zu unterbrechen. Hilfreich ist jedoch, dass wichtige Begriffe fett hervorgehoben sind. ZusĂ€tzlich werden im Anschluss knappe Angaben ĂŒber den akademischen Werdegang der jeweiligen Autoren mit Titeln diverser Veröffentlichungen gemacht. Vera und Ansgar NĂŒnning beanspruchen fĂŒr sich und ihre 15 Co-Autoren, mit diesem Buch vor allem Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Basiswissen auszustatten, das sie zur Orientierung im Bereich der Kulturwissenschaften brauchen. So erklĂ€ren sie anfangs Ă€ußerst ausfĂŒhrlich, worin genau die Schwierigkeit liegt, das Feld zu umreißen, um das es hier gehen soll. Leider haben sie dabei wohl außer Acht gelassen, dass sie sich zu diesem Zweck möglichst verstĂ€ndlich ausdrĂŒcken sollten. Ihre Co-Autoren erfĂŒllen diese Aufgabe zum GlĂŒck teilweise etwas erfolgreicher. So ist es auch durchaus interessant, im Kapitel "Kollektives GedĂ€chtnis und Erinnerungskulturen" ĂŒber die vorgestellte Theorie des kulturellen GedĂ€chtnisses von Aleida und Jan Assmann zu lesen oder einen Einblick in die Geschlechterforschung zu erhalten. Die schwerfĂ€llige, akademisch aufgeblasene Sprache macht es nicht gerade leicht, einen Zugang zur Materie zu finden, was doch eigentlich die Zielsetzung dieser EinfĂŒhrung war. Wer dieses Buch von vorne bis hinten durchlesen und dadurch auch noch etwas lernen möchte, sollte vor allem Geduld und Zeit investieren, wenn möglich von beidem recht viel. Fazit: Das Dickicht im Bereich der Kulturwissenschaften in Form von Cultural Studies, New Historicism, Cultural Materialism, Kulturpsychologie usw. lichtet sich durch die LektĂŒre nur wenig. Stattdessen scheint es möglich, dass der ein oder andere interessierte StudienanfĂ€nger durch die undurchsichtige Gestaltung der Termini und Definitionen erst recht abgeschreckt wird. Die Kulturwissenschaften sind (noch) nicht eigenstĂ€ndig, dafĂŒr bestĂ€ndig im Wandel begriffen. Daher wĂ€re es umso förderlicher gewesen, verstĂ€ndliche und allgemeingĂŒltige Definitionen und Begriffe zu prĂ€gen. Aber dafĂŒr fehlte offensichtlich der Mut - oder der Wille zur Neuerung.

Was genau sind Kulturwissenschaften? Seit einiger Zeit haben viele Studenten diesen Bereich in seinen vielfĂ€ltigen AusprĂ€gungen fĂŒr sich entdeckt, aber kaum jemand weiß, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Gleichzeitig existieren dazu die unterschiedlichsten Theorien, AnsĂ€tze und Forschungsrichtungen und so verwundert es nicht, dass derzeit zahlreiche Autoren den Versuch unternehmen, eine Ordnung in das Dickicht zu bringen und es durchschaubarer zu machen, so auch die Professoren Ansgar und Vera NĂŒnning.

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Die bei Metzler erschienene „EinfĂŒhrung in die Kulturwissenschaften“ besteht aus 16 Kapiteln, jedes davon von einem anderen Autor verfasst. ZunĂ€chst bieten die Herausgeber im ersten Kapitel eine „multiperspektivische EinfĂŒhrung“, in der sie auch aufzeigen, was nicht Ziel des Bandes ist, nĂ€mlich ĂŒber die verschiedenen AnsĂ€tze zu urteilen. Es folgen die Kapitel „Kulturbegriffe und Kulturtheorien“, „Kultursemiotik“, „Literaturwissenschaft als Kulturwissenschaft“, „Kulturanthropologie“, „Historische und literarische Anthropologie“ usw. An jedes Kapitel schließt sich ein Literaturverzeichnis an. Quellenverweise befinden sich nicht als Fußnoten unter oder hinter dem Text, sondern stehen in Klammern direkt im fortlaufenden Text. Ob Fußnoten oder Klammern zu bevorzugen sind, daran scheiden sich die Geister. Bei solch einem Textniveau, bei dem manche Passagen mehrmals gelesen werden mĂŒssen, bis man den Sinn erfasst, wĂ€re es jedoch vielleicht von Vorteil gewesen, den Lesefluss nicht durch geklammerte QuelleinschĂŒbe zu unterbrechen.

Hilfreich ist jedoch, dass wichtige Begriffe fett hervorgehoben sind. ZusĂ€tzlich werden im Anschluss knappe Angaben ĂŒber den akademischen Werdegang der jeweiligen Autoren mit Titeln diverser Veröffentlichungen gemacht.

Vera und Ansgar NĂŒnning beanspruchen fĂŒr sich und ihre 15 Co-Autoren, mit diesem Buch vor allem Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Basiswissen auszustatten, das sie zur Orientierung im Bereich der Kulturwissenschaften brauchen. So erklĂ€ren sie anfangs Ă€ußerst ausfĂŒhrlich, worin genau die Schwierigkeit liegt, das Feld zu umreißen, um das es hier gehen soll. Leider haben sie dabei wohl außer Acht gelassen, dass sie sich zu diesem Zweck möglichst verstĂ€ndlich ausdrĂŒcken sollten. Ihre Co-Autoren erfĂŒllen diese Aufgabe zum GlĂŒck teilweise etwas erfolgreicher. So ist es auch durchaus interessant, im Kapitel "Kollektives GedĂ€chtnis und Erinnerungskulturen" ĂŒber die vorgestellte Theorie des kulturellen GedĂ€chtnisses von Aleida und Jan Assmann zu lesen oder einen Einblick in die Geschlechterforschung zu erhalten. Die schwerfĂ€llige, akademisch aufgeblasene Sprache macht es nicht gerade leicht, einen Zugang zur Materie zu finden, was doch eigentlich die Zielsetzung dieser EinfĂŒhrung war.

Wer dieses Buch von vorne bis hinten durchlesen und dadurch auch noch etwas lernen möchte, sollte vor allem Geduld und Zeit investieren, wenn möglich von beidem recht viel.

Fazit: Das Dickicht im Bereich der Kulturwissenschaften in Form von Cultural Studies, New Historicism, Cultural Materialism, Kulturpsychologie usw. lichtet sich durch die LektĂŒre nur wenig. Stattdessen scheint es möglich, dass der ein oder andere interessierte StudienanfĂ€nger durch die undurchsichtige Gestaltung der Termini und Definitionen erst recht abgeschreckt wird.

Die Kulturwissenschaften sind (noch) nicht eigenstĂ€ndig, dafĂŒr bestĂ€ndig im Wandel begriffen. Daher wĂ€re es umso förderlicher gewesen, verstĂ€ndliche und allgemeingĂŒltige Definitionen und Begriffe zu prĂ€gen. Aber dafĂŒr fehlte offensichtlich der Mut - oder der Wille zur Neuerung.

geschrieben am 26.12.2008 | 484 Wörter | 3206 Zeichen

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