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Romanik und Gotik in Brandenburg und Berlin


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Rezension von

Matthias Pierre Lubinsky

Romanik und Gotik in Brandenburg und Berlin Am 9. November 1989 vollzog sich mit der Öffnung der Berliner Mauer eine historische Veränderung, deren Dimension uns erst allmählich bewusst wird. Um den Beginn einer neuen Epoche der Weltgeschichte greifen zu können, nutzt es nichts, wenn Politiker oder Journalisten dieses Faktum aussprechen. Ein Gefühl für die Tiefe der Zäsur bekommt man, wenn man am Wochenende hinaus fährt in das Berliner Umland. Jetzt fangen die alten Häuser, die Kirchen und Herrenhäuser wieder an zu leben. Sie werden endlich wieder wahrgenommen. Sie werden bewundert, photographiert und – betreten. Nun zeigt sich auch der historische Schatz, den Brandenburg birgt. Es ist das Verdienst des gerade erschienenen Bildbandes von Matthias Barth, dem Interessierten einen gewissen Überblick zu verschaffen über das, was in seiner historischen Substanz zu recht wieder bestaunt werden möchte. »Romanik und Gotik in Brandenburg und Berlin – Architektur und Baudekor des Mittelalters« heißt das Buch, das - obwohl ein durchgehend farbiger hochwertiger Photoband – so handlich ist, dass man es durchaus bei einer Ausfahrt im Handgepäck haben kann. Positiv hervorzuheben wäre vielerlei. So der gewählte Rahmen. Denn Autor und Photograph Barth wählt Brandenburg »nicht als politisch-administrativer Begriff, sondern im Sinne einer zusammenhängenden Kulturlandschaft«, die auch die Altmark im heutigen Sachsen-Anhalt umfasst. Sie umfasst auch die Neumark, die nun ein Teil Polens ist. In seiner Einführung weist der Autor darauf hin, dass der Bestand von gotischen und romanischen Bauwerken in Brandenburg von den massiven Zerstörungen des alliierten Bombenkrieges weitgehend verschont geblieben ist. Dies ist umso bemerkenswerter, vergegenwärtigt man sich, dass etwa 90 Prozent der deutschen mittelalterlichen Altstädte ausgelöscht worden sind. Dieser Verlust der jahrhundertealten Plätze ist Verlust von Identifikation, von Heimat. Jeweils kürzere informative Texte führen in die Epochen ein und vermitteln auch dem Laien das notwendige Rüstzeug für die Besichtigung: Märkische Baukunst im Mittelalter, Romanik und Frühgotik oder die Einführung des hochgotischen Stils heißen die Themen, die der Autor verständlich und kompakt erläutert. Die umfassende Zerstörung der deutschen Bausubstanz im Hinterkopf, blättert der Leser dieses Buch umso dankbarer durch, das eine Lücke in der Literatur über die Architektur der Mark Brandenburg füllt. Über mehr als 200 Seiten finden sich mehrere Dutzend mittelalterliche Gebäude in der Mark. Im Norden von Pritzwalk bis zum südlichen Spremberg, vom westlichen Stendal bis nach Friedeberg in Polen reicht der behandelte Raum. Jedes Gebäude wird durch einen kurzen Text beschrieben, der durch jeweils eine oder mehrere Farbphotographien ergänzt wird. Hilfreich wären ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Gebäude nach Namen sortiert sind und ein alphabetisches Register der Ortsnamen. Dafür spendierte der Autor ein Literaturverzeichnis, das die Möglichkeit bietet, sich weiter schlau zu machen. Der schöne, quadratische Band ist die ideale Ergänzung zu dem in gleicher Ausstattung erschienenen »Herrenhäuser und Landsitze in Berlin« im selben Verlag. Ein ideales Geschenk unter dem Weihnachtsbaum, das vor dem winterlichen Kamin Vorfreude macht auf die sommerlichen Ausfahrten zu historischen Stätten.

Am 9. November 1989 vollzog sich mit der Öffnung der Berliner Mauer eine historische Veränderung, deren Dimension uns erst allmählich bewusst wird. Um den Beginn einer neuen Epoche der Weltgeschichte greifen zu können, nutzt es nichts, wenn Politiker oder Journalisten dieses Faktum aussprechen. Ein Gefühl für die Tiefe der Zäsur bekommt man, wenn man am Wochenende hinaus fährt in das Berliner Umland. Jetzt fangen die alten Häuser, die Kirchen und Herrenhäuser wieder an zu leben. Sie werden endlich wieder wahrgenommen. Sie werden bewundert, photographiert und – betreten.

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Nun zeigt sich auch der historische Schatz, den Brandenburg birgt. Es ist das Verdienst des gerade erschienenen Bildbandes von Matthias Barth, dem Interessierten einen gewissen Überblick zu verschaffen über das, was in seiner historischen Substanz zu recht wieder bestaunt werden möchte. »Romanik und Gotik in Brandenburg und Berlin – Architektur und Baudekor des Mittelalters« heißt das Buch, das - obwohl ein durchgehend farbiger hochwertiger Photoband – so handlich ist, dass man es durchaus bei einer Ausfahrt im Handgepäck haben kann.

Positiv hervorzuheben wäre vielerlei. So der gewählte Rahmen. Denn Autor und Photograph Barth wählt Brandenburg »nicht als politisch-administrativer Begriff, sondern im Sinne einer zusammenhängenden Kulturlandschaft«, die auch die Altmark im heutigen Sachsen-Anhalt umfasst. Sie umfasst auch die Neumark, die nun ein Teil Polens ist.

In seiner Einführung weist der Autor darauf hin, dass der Bestand von gotischen und romanischen Bauwerken in Brandenburg von den massiven Zerstörungen des alliierten Bombenkrieges weitgehend verschont geblieben ist. Dies ist umso bemerkenswerter, vergegenwärtigt man sich, dass etwa 90 Prozent der deutschen mittelalterlichen Altstädte ausgelöscht worden sind. Dieser Verlust der jahrhundertealten Plätze ist Verlust von Identifikation, von Heimat. Jeweils kürzere informative Texte führen in die Epochen ein und vermitteln auch dem Laien das notwendige Rüstzeug für die Besichtigung: Märkische Baukunst im Mittelalter, Romanik und Frühgotik oder die Einführung des hochgotischen Stils heißen die Themen, die der Autor verständlich und kompakt erläutert.

Die umfassende Zerstörung der deutschen Bausubstanz im Hinterkopf, blättert der Leser dieses Buch umso dankbarer durch, das eine Lücke in der Literatur über die Architektur der Mark Brandenburg füllt. Über mehr als 200 Seiten finden sich mehrere Dutzend mittelalterliche Gebäude in der Mark. Im Norden von Pritzwalk bis zum südlichen Spremberg, vom westlichen Stendal bis nach Friedeberg in Polen reicht der behandelte Raum. Jedes Gebäude wird durch einen kurzen Text beschrieben, der durch jeweils eine oder mehrere Farbphotographien ergänzt wird.

Hilfreich wären ein Inhaltsverzeichnis, in dem die Gebäude nach Namen sortiert sind und ein alphabetisches Register der Ortsnamen. Dafür spendierte der Autor ein Literaturverzeichnis, das die Möglichkeit bietet, sich weiter schlau zu machen. Der schöne, quadratische Band ist die ideale Ergänzung zu dem in gleicher Ausstattung erschienenen »Herrenhäuser und Landsitze in Berlin« im selben Verlag.

Ein ideales Geschenk unter dem Weihnachtsbaum, das vor dem winterlichen Kamin Vorfreude macht auf die sommerlichen Ausfahrten zu historischen Stätten.

geschrieben am 17.11.2009 | 466 Wörter | 2902 Zeichen

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