Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Sternenlied


Statistiken
  • 2053 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Antje Jürgens

Sternenlied 1984 in Austin, Minnesota, geboren wurde die Erfolgsautorin Amanda Hocking. Alle Achtung kann man da nur sagen, respektive schreiben. Denn die Verfasserin von Fantasyromanen gilt derzeit als erfolgreichste Selbstverlegerin der Welt. Ihre E-Books wurden weit ĂŒber 1 Million mal verkauft, was die ehemalige Altenpflegerin zur Dollar-MillionĂ€rin machte. Ebenfalls zu diesem Reichtum beigetragen hat der Verkauf der Filmrechte der Trilogie Die Tochter der Tryll. Aus Hockings Feder stammt auch die Buchreihe Unter dem Vampirmond, die dystopische Grafiknovelle The Hollows, der mĂ€rchenhafte Roman Virtue und die Watersong-Quadrologie. WĂ€hrend in den Staaten nach Wake, Lullaby und Tidal bereits der vierte, abschließende Roman Elegy fĂŒr August 2013 angekĂŒndigt ist, erschien im MĂ€rz die deutsche Übersetzung des Auftaktromans der Reihe unter dem Titel Sternenlied. Das englische Cover wurde motivmĂ€ĂŸig fĂŒr den Schutzumschlag der deutschen Ausgabe ĂŒbernommen. Das im Wasser befindliche MĂ€dchen stellt, laut Autorenblog, die Hauptfigur Gemma dar. Was ich ĂŒbrigens an diesem Umschlag besonders schön finde, ist der irisierende bzw. holografische Streifeneffekt, der an Lichtstrahlen unter Wasser erinnert. Außerdem ist besagter Schutzumschlag relativ stabil gearbeitet und wer ihn entfernt und umdreht, hĂ€lt quasi ein Poster in der Hand. Doch zurĂŒck zum Inhalt des Auftaktromans der Watersong-Quadrologie. Darin werden (nicht zum ersten Mal) Sirenen thematisiert. Die Faszination, aber auch die Gefahr, die von diesen mystischen Meerwesen ausgeht. Letzteres offenbart sich im Grunde bereits im Prolog. Gleichzeitig wird dabei aber auch deutlich, dass die Sirenen nicht unbedingt glĂŒcklich mit ihrem Schicksal sind. Eine zwar nicht ganz unbekannte, aber nach wie vor spannende Grundidee, die Hocking da modifiziert hat. Dabei setzt die Autorin zwar auf differente aber nicht allzu komplexe Figuren. Sie bedient sich diverser Klischees und auch die Handlung ist nicht sonderlich tiefgrĂŒndig oder durch eine rasche Entwicklung geprĂ€gt. Unterhaltsam ist ihr Roman aber allemal. Und trotz einer gewissen EindimensionalitĂ€t gelingt es Hocking, eine dichte HintergrundatmosphĂ€re zu schaffen. Der Fokus in Sternenlied liegt auf Gemma und ihrer Schwester Harper. Nach dem einleitenden Prolog, der auf ein blutiges Ereignis verweist, ohne zunĂ€chst die HintergrĂŒnde zu offenbaren, lernt man die beiden nĂ€her kennen. Hocking lĂ€sst ihre LeserInnen an deren GefĂŒhls- und Gedankenwelt teilnehmen und bietet einen Einblick in das ‚noch‘ normale Leben, das sie fĂŒhren. WĂ€hrend Harper ruhiger, besonnener und verantwortungsbewusster wirkt, offenbart sich Gemma relativ aufgeweckt und sportlich ehrgeizig. Das Wasser ist eindeutig ihr Element. Sie liebt das Meer und kann sich ein Leben ohne nicht vorstellen. Dass ausgerechnet dort Gefahr lauert, ist deshalb natĂŒrlich umso fataler. Außerdem ist sie zum ersten Mal verliebt, in Alex. Da Harper sich um sie und ihren Vater kĂŒmmert, kann Gemma sich eigentlich ganz auf diese Dinge konzentrieren. Dann jedoch tauchen drei MĂ€dchen auf, die genauso geheimnisvoll wie faszinierend wirken. Obwohl Harper sie vor Thea, Lexi und Penn warnt und Gemma auch spĂŒrt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, fĂŒhlt sie sich unaufhaltsam in deren Bann gezogen. Und bevor sie erkennen kann, was damit eigentlich auf sie zukommt, ist es bereits zu spĂ€t. Insgesamt kommt die Autorin mit relativ wenig Figuren aus. Neben Harper und Gemma, Thea, Lexi und Penn gibt es Alex und Daniel (der ein Auge auf Harper geworfen hat). Typische Jungs von neben an, nicht sehr tiefgrĂŒndig aber ganz nett. Die Liebesgeschichten, die zu einem an und fĂŒr sich perfekten Sommer gehören, entwickeln sich sehr dezent und drĂ€ngen zu keiner Zeit in den Vordergrund. Was in meinem Augen wiederum gut auf das anvisierte Zielpublikum passt. Es gilt dabei das eine oder andere Hindernis zu umschiffen und die Beteiligten gehen zaghaft und unsicher, aber glaubwĂŒrdig miteinander um. Insgesamt fĂŒgt sich dieser ErzĂ€hlstrang sehr harmonisch und gut in die etwas spannendere Hintergrundgeschichte ein. Obwohl diese sich zunĂ€chst nicht sehr temporeich entwickelt, fliegt man dank Hockings Schreibstil durch die kurz gehaltenen Kapitel. Leicht lesbar entwickelt sich sukzessive und gut nachvollziehbar die Bedrohungssituation. Und das, obwohl die Geschichte insgesamt wenig ĂŒberraschende Wendungen und einiges an Vorhersehbarkeit bietet. Das wird allerdings etwas durch die nachvollziehbaren Handlungen der Figuren ausgeglichen. Sobald die drei fremden MĂ€dchen auftauchen, zieht das ErzĂ€hltempo an. Dass man es hier nicht mit kleinen Meerjungfrauen im niedlich-netten Barbiestyle zu tun hat, macht ja bereits die Inhaltsangabe deutlich. Stattdessen lernt man Wesen kennen, die grausam sind und auch vor Mord nicht zurĂŒckschrecken. Prompt hĂ€lt Hocking dann auch nicht mit blutigen und dĂŒsteren Passagen hinter den Berg, sodass ich persönlich (wie so oft bei JugendbĂŒchern) ein Problem mit der Altersfreigabe (ab 13 Jahren) habe. Wie so oft in den EinzelbĂ€nden einer Buchreihe werden nicht alle Fragen beantwortet, die die Autorin in Sternenlied aufwirft. Doch da es eine Fortsetzung gibt, bleibt die Hoffnung, dass darin schlĂŒssige Antworten gefunden werden. Fazit: Ein etwas zögerlicher und durchwachsener Auftaktroman. Hocking nimmt mystische Überlieferungen, wĂŒrzt sie mit Fantasy und rundet das Ganze mit etwas RealitĂ€t ab. Die spielerische Leichtigkeit einer aufkeimenden Teenagerliebe stellt sie der tödlichen Gefahr gegenĂŒber. Die ErzĂ€hlstrĂ€nge sind dicht und harmonisch miteinander verwoben. Dennoch punktet Sternenlied nicht zwingend mit einem gleichmĂ€ĂŸig hohen Spannungsbogen - trotz einiger hĂ€rterer (und in meinen Augen fĂŒr 13jĂ€hrige grenzwertiger) Szenen. Doch das ist bei vielen Auftaktromanen so und deshalb nicht grundsĂ€tzlich schlecht zu bewerten. TatsĂ€chlich zieht die Geschichte trotz der erwĂ€hnten Schwachpunkte ihre LeserInnen ganz unaufgeregt in ihren Bann. Sie hat Potenzial, und da sie weitergeht, bin ich bereits auf den zweiten Teil gespannt. Copyright ©, 2013 Antje JĂŒrgens (AJ)

1984 in Austin, Minnesota, geboren wurde die Erfolgsautorin Amanda Hocking. Alle Achtung kann man da nur sagen, respektive schreiben. Denn die Verfasserin von Fantasyromanen gilt derzeit als erfolgreichste Selbstverlegerin der Welt. Ihre E-Books wurden weit ĂŒber 1 Million mal verkauft, was die ehemalige Altenpflegerin zur Dollar-MillionĂ€rin machte. Ebenfalls zu diesem Reichtum beigetragen hat der Verkauf der Filmrechte der Trilogie Die Tochter der Tryll. Aus Hockings Feder stammt auch die Buchreihe Unter dem Vampirmond, die dystopische Grafiknovelle The Hollows, der mĂ€rchenhafte Roman Virtue und die Watersong-Quadrologie. WĂ€hrend in den Staaten nach Wake, Lullaby und Tidal bereits der vierte, abschließende Roman Elegy fĂŒr August 2013 angekĂŒndigt ist, erschien im MĂ€rz die deutsche Übersetzung des Auftaktromans der Reihe unter dem Titel Sternenlied.

weitere Rezensionen von Antje JĂŒrgens

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
08.07.2013
3
12.05.2013

Das englische Cover wurde motivmĂ€ĂŸig fĂŒr den Schutzumschlag der deutschen Ausgabe ĂŒbernommen. Das im Wasser befindliche MĂ€dchen stellt, laut Autorenblog, die Hauptfigur Gemma dar. Was ich ĂŒbrigens an diesem Umschlag besonders schön finde, ist der irisierende bzw. holografische Streifeneffekt, der an Lichtstrahlen unter Wasser erinnert. Außerdem ist besagter Schutzumschlag relativ stabil gearbeitet und wer ihn entfernt und umdreht, hĂ€lt quasi ein Poster in der Hand.

Doch zurĂŒck zum Inhalt des Auftaktromans der Watersong-Quadrologie. Darin werden (nicht zum ersten Mal) Sirenen thematisiert. Die Faszination, aber auch die Gefahr, die von diesen mystischen Meerwesen ausgeht. Letzteres offenbart sich im Grunde bereits im Prolog. Gleichzeitig wird dabei aber auch deutlich, dass die Sirenen nicht unbedingt glĂŒcklich mit ihrem Schicksal sind.

Eine zwar nicht ganz unbekannte, aber nach wie vor spannende Grundidee, die Hocking da modifiziert hat. Dabei setzt die Autorin zwar auf differente aber nicht allzu komplexe Figuren. Sie bedient sich diverser Klischees und auch die Handlung ist nicht sonderlich tiefgrĂŒndig oder durch eine rasche Entwicklung geprĂ€gt. Unterhaltsam ist ihr Roman aber allemal. Und trotz einer gewissen EindimensionalitĂ€t gelingt es Hocking, eine dichte HintergrundatmosphĂ€re zu schaffen.

Der Fokus in Sternenlied liegt auf Gemma und ihrer Schwester Harper. Nach dem einleitenden Prolog, der auf ein blutiges Ereignis verweist, ohne zunĂ€chst die HintergrĂŒnde zu offenbaren, lernt man die beiden nĂ€her kennen. Hocking lĂ€sst ihre LeserInnen an deren GefĂŒhls- und Gedankenwelt teilnehmen und bietet einen Einblick in das ‚noch‘ normale Leben, das sie fĂŒhren. WĂ€hrend Harper ruhiger, besonnener und verantwortungsbewusster wirkt, offenbart sich Gemma relativ aufgeweckt und sportlich ehrgeizig. Das Wasser ist eindeutig ihr Element. Sie liebt das Meer und kann sich ein Leben ohne nicht vorstellen. Dass ausgerechnet dort Gefahr lauert, ist deshalb natĂŒrlich umso fataler. Außerdem ist sie zum ersten Mal verliebt, in Alex. Da Harper sich um sie und ihren Vater kĂŒmmert, kann Gemma sich eigentlich ganz auf diese Dinge konzentrieren. Dann jedoch tauchen drei MĂ€dchen auf, die genauso geheimnisvoll wie faszinierend wirken. Obwohl Harper sie vor Thea, Lexi und Penn warnt und Gemma auch spĂŒrt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, fĂŒhlt sie sich unaufhaltsam in deren Bann gezogen. Und bevor sie erkennen kann, was damit eigentlich auf sie zukommt, ist es bereits zu spĂ€t.

Insgesamt kommt die Autorin mit relativ wenig Figuren aus. Neben Harper und Gemma, Thea, Lexi und Penn gibt es Alex und Daniel (der ein Auge auf Harper geworfen hat). Typische Jungs von neben an, nicht sehr tiefgrĂŒndig aber ganz nett. Die Liebesgeschichten, die zu einem an und fĂŒr sich perfekten Sommer gehören, entwickeln sich sehr dezent und drĂ€ngen zu keiner Zeit in den Vordergrund. Was in meinem Augen wiederum gut auf das anvisierte Zielpublikum passt. Es gilt dabei das eine oder andere Hindernis zu umschiffen und die Beteiligten gehen zaghaft und unsicher, aber glaubwĂŒrdig miteinander um. Insgesamt fĂŒgt sich dieser ErzĂ€hlstrang sehr harmonisch und gut in die etwas spannendere Hintergrundgeschichte ein.

Obwohl diese sich zunĂ€chst nicht sehr temporeich entwickelt, fliegt man dank Hockings Schreibstil durch die kurz gehaltenen Kapitel. Leicht lesbar entwickelt sich sukzessive und gut nachvollziehbar die Bedrohungssituation. Und das, obwohl die Geschichte insgesamt wenig ĂŒberraschende Wendungen und einiges an Vorhersehbarkeit bietet. Das wird allerdings etwas durch die nachvollziehbaren Handlungen der Figuren ausgeglichen. Sobald die drei fremden MĂ€dchen auftauchen, zieht das ErzĂ€hltempo an. Dass man es hier nicht mit kleinen Meerjungfrauen im niedlich-netten Barbiestyle zu tun hat, macht ja bereits die Inhaltsangabe deutlich. Stattdessen lernt man Wesen kennen, die grausam sind und auch vor Mord nicht zurĂŒckschrecken. Prompt hĂ€lt Hocking dann auch nicht mit blutigen und dĂŒsteren Passagen hinter den Berg, sodass ich persönlich (wie so oft bei JugendbĂŒchern) ein Problem mit der Altersfreigabe (ab 13 Jahren) habe.

Wie so oft in den EinzelbĂ€nden einer Buchreihe werden nicht alle Fragen beantwortet, die die Autorin in Sternenlied aufwirft. Doch da es eine Fortsetzung gibt, bleibt die Hoffnung, dass darin schlĂŒssige Antworten gefunden werden.

Fazit:

Ein etwas zögerlicher und durchwachsener Auftaktroman. Hocking nimmt mystische Überlieferungen, wĂŒrzt sie mit Fantasy und rundet das Ganze mit etwas RealitĂ€t ab. Die spielerische Leichtigkeit einer aufkeimenden Teenagerliebe stellt sie der tödlichen Gefahr gegenĂŒber. Die ErzĂ€hlstrĂ€nge sind dicht und harmonisch miteinander verwoben. Dennoch punktet Sternenlied nicht zwingend mit einem gleichmĂ€ĂŸig hohen Spannungsbogen - trotz einiger hĂ€rterer (und in meinen Augen fĂŒr 13jĂ€hrige grenzwertiger) Szenen. Doch das ist bei vielen Auftaktromanen so und deshalb nicht grundsĂ€tzlich schlecht zu bewerten. TatsĂ€chlich zieht die Geschichte trotz der erwĂ€hnten Schwachpunkte ihre LeserInnen ganz unaufgeregt in ihren Bann. Sie hat Potenzial, und da sie weitergeht, bin ich bereits auf den zweiten Teil gespannt.

Copyright ©, 2013 Antje JĂŒrgens (AJ)

geschrieben am 18.04.2013 | 869 Wörter | 5279 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen