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Methoden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Textanalyse


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Rezension von

Anna Kneisel

Methoden der literatur- und kulturwissenschaftlichen Textanalyse Zu den Autoren: Vera NĂŒnning studierte Anglistik, Geschichte und PĂ€dagogik in Köln, es folgte eine Promotion in Anglistik und eine Habilitation in neuerer Geschichte. 2000 bis 2002 war sie als Professorin fĂŒr Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft an der TU Braunschweig tĂ€tig, wechselte jedoch 2002 nach Heidelberg. Ansgar NĂŒnning studierte Anglistik, Geschichte, PĂ€dagogik und Anglo-Amerikanische Geschichte in Köln und lehrte von 1985 bis 1996 am Englischen Seminar der UniversitĂ€t Köln. Seit 1996 ist er Professor fĂŒr Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen im Bereich der anglistischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie der Literaturtheorie. Seine Forschungsschwerpunkte sind kulturwissenschaftliche GedĂ€chtnisforschung, literatur- und kulturwissenschaftliche Theorien, Narratologie, Gattungstheorie, der historische Roman, MentalitĂ€tsgeschichte, New Historicism und komparatistische Imagologie. Zum Lehrbuch: Wie gehe ich sinnvoll an die Interpretation von Texten auf angemessene wissenschaftliche Weise heran? Dieser Frage gehen die Autoren Vera und Ansgar NĂŒnning mit vorliegendem Lehrbuch nach und bieten mithilfe von einigen Co-Autoren Hilfestellungen fĂŒr die gĂ€ngigen literaturtheoretischen Schulen und deren Methodik, wie Strukturalismus, Dekonstruktion, Diskursanalyse und Systemtheorie. Der Schwerpunkt des Bandes liegt dabei auf der praktischen Anwendung: Anhand von Beispielanalysen soll gezeigt werden, wie mit den verschiedenen Theorien und den daraus abzuleitenden Methoden Texte und ebenso auch Filme analysiert werden können. Jedes Kapitel ist analog aufgebaut: Es erfolgt zunĂ€chst eine knappe Darstellung des Ansatzes, sowie eine ErlĂ€uterung der theoretischen Vorannahmen, als zweiter Schritt wird die jeweilige Methode charakterisiert und auch auf Analysekategorien sowie zentrale Fragestellungen eingegangen, an dritter Stelle folgt der als eigentlicher Schwerpunkt genannte Teil, nĂ€mlich eine Modellinterpretation von entweder einem kurzen Gedicht oder einem lĂ€ngeren Zitat. Diese Interpretation legen die Autoren der unterschiedlichen Kapitel Schritt fĂŒr Schritt dar, bevor sie schließlich zu einer kurz gehaltenen Kritik und den sogenannten „blind spots“, also den SchwĂ€chen der angefĂŒhrten Methode, gelangen. Abgerundet wird jedes Kapitel von einer weiterfĂŒhrenden, relativ aktuellen Auswahlbibliographie. Als Ziel des Lehrwerks wird im Vorwort eine Darstellung in „leicht verstĂ€ndlicher Form“ genannt. Dies ist zweifelsohne besser gelungen als bei der ebenfalls bei Metzler erschienenen „EinfĂŒhrung in die Kulturwissenschaft“. Es ist der Wunsch der Autoren, nicht nur Studenten mit ihrem Band zu helfen, sondern auch VerĂ€nderungen in den Methoden der Literaturwissenschaft zu bewirken oder zumindest neue Möglichkeiten aufzuzeigen. So spricht sich beispielsweise Martin Zierold, Autor des Kapitels ĂŒber Methoden medien- und kommunikationswissenschaftlicher AnsĂ€tze, fĂŒr eine Zusammenarbeit ĂŒber Disziplingrenzen hinweg aus. Inwieweit sich Kollegen davon beeinflussen lassen werden, ist nicht absehbar, aber auf jeden Fall eröffnen Vera und Ansgar NĂŒnning gemeinsam mit den an diesem Band mitarbeitenden Autoren interessierten Studenten teils recht traditionelle, teils jedoch auch neuere Wege des interpretatorischen Umgangs mit literarischen Texten, denn sie nahmen sowohl unter anderem hermeneutische und psychoanalystische, aber auch – was vielleicht weniger zu erwarten war - computerphilologische AnsĂ€tze in ihr Werk mit auf. Bei allen theoretischen ErlĂ€uterungen ist der von mir oft vermisste Praxisbezug jedoch definitiv vorhanden, was ein großer Pluspunkt des vorliegenden Werkes ist, und so ist die damit eingeschlagene Richtung nur zu begrĂŒĂŸen, auch wenn der gewĂŒnschte Schwerpunkt bei der Praxis sich eher als Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis herausbildet. Angesichts der Tatsache, dass es sich vor allem an Studierende der Bachelor- und Master-StudiengĂ€nge richtet, also nicht nur an höhere Semester, wĂ€re ein grundlegendes ErlĂ€utern des sogenannten „sinnentnehmenden Lesens“, also „Wie gliedere ich einen Text, wie finde ich die wichtigsten Punkte?“ sicherlich nicht verkehrt gewesen; da dies aber nicht primĂ€r zur Zielsetzung gehört, ist aber sonst nichts weiter zu bemĂ€ngeln. Zur optischen Aufmachung und Didaktisierung ist zu bemerken, dass diese hervorragend gelungen ist (dank Irina Bauder-Begerow), es werden Begrifflichkeiten erklĂ€rt, die Beispiele durch einen farbigen Hintergrund hervorgehoben und die Anschaulichkeit durch Grafiken doch sehr gefördert. Somit handelt es sich hier um ein rundum gelungenes Werk, das eine wirkliche Hilfestellung fĂŒr Studenten sein kann.

Zu den Autoren:

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Vera NĂŒnning studierte Anglistik, Geschichte und PĂ€dagogik in Köln, es folgte eine Promotion in Anglistik und eine Habilitation in neuerer Geschichte. 2000 bis 2002 war sie als Professorin fĂŒr Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft an der TU Braunschweig tĂ€tig, wechselte jedoch 2002 nach Heidelberg.

Ansgar NĂŒnning studierte Anglistik, Geschichte, PĂ€dagogik und Anglo-Amerikanische Geschichte in Köln und lehrte von 1985 bis 1996 am Englischen Seminar der UniversitĂ€t Köln. Seit 1996 ist er Professor fĂŒr Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen im Bereich der anglistischen Literatur- und Kulturwissenschaft sowie der Literaturtheorie. Seine Forschungsschwerpunkte sind kulturwissenschaftliche GedĂ€chtnisforschung, literatur- und kulturwissenschaftliche Theorien, Narratologie, Gattungstheorie, der historische Roman, MentalitĂ€tsgeschichte, New Historicism und komparatistische Imagologie.

Zum Lehrbuch:

Wie gehe ich sinnvoll an die Interpretation von Texten auf angemessene wissenschaftliche Weise heran? Dieser Frage gehen die Autoren Vera und Ansgar NĂŒnning mit vorliegendem Lehrbuch nach und bieten mithilfe von einigen Co-Autoren Hilfestellungen fĂŒr die gĂ€ngigen literaturtheoretischen Schulen und deren Methodik, wie Strukturalismus, Dekonstruktion, Diskursanalyse und Systemtheorie. Der Schwerpunkt des Bandes liegt dabei auf der praktischen Anwendung: Anhand von Beispielanalysen soll gezeigt werden, wie mit den verschiedenen Theorien und den daraus abzuleitenden Methoden Texte und ebenso auch Filme analysiert werden können.

Jedes Kapitel ist analog aufgebaut: Es erfolgt zunĂ€chst eine knappe Darstellung des Ansatzes, sowie eine ErlĂ€uterung der theoretischen Vorannahmen, als zweiter Schritt wird die jeweilige Methode charakterisiert und auch auf Analysekategorien sowie zentrale Fragestellungen eingegangen, an dritter Stelle folgt der als eigentlicher Schwerpunkt genannte Teil, nĂ€mlich eine Modellinterpretation von entweder einem kurzen Gedicht oder einem lĂ€ngeren Zitat. Diese Interpretation legen die Autoren der unterschiedlichen Kapitel Schritt fĂŒr Schritt dar, bevor sie schließlich zu einer kurz gehaltenen Kritik und den sogenannten „blind spots“, also den SchwĂ€chen der angefĂŒhrten Methode, gelangen. Abgerundet wird jedes Kapitel von einer weiterfĂŒhrenden, relativ aktuellen Auswahlbibliographie.

Als Ziel des Lehrwerks wird im Vorwort eine Darstellung in „leicht verstĂ€ndlicher Form“ genannt. Dies ist zweifelsohne besser gelungen als bei der ebenfalls bei Metzler erschienenen „EinfĂŒhrung in die Kulturwissenschaft“.

Es ist der Wunsch der Autoren, nicht nur Studenten mit ihrem Band zu helfen, sondern auch VerĂ€nderungen in den Methoden der Literaturwissenschaft zu bewirken oder zumindest neue Möglichkeiten aufzuzeigen. So spricht sich beispielsweise Martin Zierold, Autor des Kapitels ĂŒber Methoden medien- und kommunikationswissenschaftlicher AnsĂ€tze, fĂŒr eine Zusammenarbeit ĂŒber Disziplingrenzen hinweg aus. Inwieweit sich Kollegen davon beeinflussen lassen werden, ist nicht absehbar, aber auf jeden Fall eröffnen Vera und Ansgar NĂŒnning gemeinsam mit den an diesem Band mitarbeitenden Autoren interessierten Studenten teils recht traditionelle, teils jedoch auch neuere Wege des interpretatorischen Umgangs mit literarischen Texten, denn sie nahmen sowohl unter anderem hermeneutische und psychoanalystische, aber auch – was vielleicht weniger zu erwarten war - computerphilologische AnsĂ€tze in ihr Werk mit auf. Bei allen theoretischen ErlĂ€uterungen ist der von mir oft vermisste Praxisbezug jedoch definitiv vorhanden, was ein großer Pluspunkt des vorliegenden Werkes ist, und so ist die damit eingeschlagene Richtung nur zu begrĂŒĂŸen, auch wenn der gewĂŒnschte Schwerpunkt bei der Praxis sich eher als Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis herausbildet.

Angesichts der Tatsache, dass es sich vor allem an Studierende der Bachelor- und Master-StudiengĂ€nge richtet, also nicht nur an höhere Semester, wĂ€re ein grundlegendes ErlĂ€utern des sogenannten „sinnentnehmenden Lesens“, also „Wie gliedere ich einen Text, wie finde ich die wichtigsten Punkte?“ sicherlich nicht verkehrt gewesen; da dies aber nicht primĂ€r zur Zielsetzung gehört, ist aber sonst nichts weiter zu bemĂ€ngeln.

Zur optischen Aufmachung und Didaktisierung ist zu bemerken, dass diese hervorragend gelungen ist (dank Irina Bauder-Begerow), es werden Begrifflichkeiten erklÀrt, die Beispiele durch einen farbigen Hintergrund hervorgehoben und die Anschaulichkeit durch Grafiken doch sehr gefördert.

Somit handelt es sich hier um ein rundum gelungenes Werk, das eine wirkliche Hilfestellung fĂŒr Studenten sein kann.

geschrieben am 05.06.2010 | 614 Wörter | 4213 Zeichen

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