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Italienische Literaturgeschichte


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Rezension von

Kilian Kneisel

Italienische Literaturgeschichte Die italienische Literatur hat innerhalb der europäischen einen wichtigen Stellenwert. Lange Zeit war Italienisch eine wichtige Sprache in Europa, nicht nur deshalb wurden viele Werke im Original gelesen. Heute gestaltet sich der Zugang zur italienischen Literatur schwieriger. Volker Kapp hat sich dieser Schwierigkeit in der bereits dritten Auflage der von ihm herausgegebenen italienischen Literaturgeschichte angenommen. Da es sich um eine einbändige Literaturgeschichte handelt, mussten die Autoren gewisse Abstriche machen. So finden sich kaum Inhaltsangaben von Werken oder biographische Angaben zu den Autoren, noch Fachbegriffe bis zum Umfallen, was für manchen ja ein wichtiges Kriterium für wissenschaftliche Arbeiten ist, in dem Buch. Die Literaturgeschichte an sich wird dem chronologischen Verlauf entsprechend geschildert, wobei klare Schwerpunkte auf dem sechzehnten (cinquecento) und dem zwanzigsten (novecento) Jahrhundert liegen. Dies ist unter anderem dem starken Interesse an v.a. moderner italienischer Literatur geschuldet. Die neun großen Kapitel sind jeweils in mehrere Unterkapitel gegliedert, die ihrerseits in kleinere Abschnitte unterteilt sind. Deren Inhalt wird am Rand stichwortartig zusammengefasst. Viele Bilder und Titelblätter von Originalausgaben werden sinnvoll zur Veranschaulichung eingesetzt. Die Literaturgeschichte beginnt mit dem dreizehnten Jahrhundert (duecento). Nachdem äußerst knapp auf die politische Situation Italiens eingegangen wurde, werden die Anfänge der italienischen Schriftsprache mit Franz von Assisi und seinem Werk sowie die „Sizilianische Schule“ und deren Minnelyrik behandelt, ehe der Blick wieder nach Norditalien wandert und die Bologneser Schule, der „Dolce stil novo“ und das Frühwerk Dantes Beachtung findet. Auch in den weiteren Kapiteln kommen nach einer knappen geschichtlichen Einführung die wichtigsten literarischen Theorien, Konzepte und Autoren zur Sprache. Das vierzehnte Jahrhundert (trecento) beginnt mit Dantes Werken nach seiner Verbannung und dessen früh einsetzender Rezeption. Nach geistlicher Erbauungsliteratur wird mit Petrarca und Boccaccio der Frühhumanismus behandelt, sowie deren Auswirkungen auf die Literatur- und Geistesgeschichte. Ein großer Abschnitt über Florenz beschließt das Kapitel. Im cinquecento steht neben politischen Theorien wie Machiavellis Principe Ludovico Ariosto, das Entstehen des italienischen Theaters sowie Lyrik und Lyriktheorien im Mittelpunkt der Darstellung. Mit dem Beginn des seicento und Einsetzen der Gegenreformation werden deren Auswirkungen auf die italienische Literatur sowie italienische Barocklyrik behandelt ebenso das Theater und insbesondere die Commedia dell'arte. Im settecento kommen neben Goldoni und Gozzi für das Theater auch Roman und Epos zur Sprache. Ferner gibt es einen Abschnitt über das Aufkommen von Autobiographien. Im Kapitel ottocento wird klar, warum dieser Zeitabschnitt für Italien so bedeutend war: politische wird mit Literaturgeschichte verbunden. Foscolo, Manzoni und Leopardi, daneben die italienische Einigung, Verga und der Verismus: das Kapitel behandelt viele für die italienische Literatur wichtige Themen. Dem Herausgeber liegt vor allem das novecento am Herzen, weshalb er dieses Kapitel ausführlich gestaltet. Neben literarischen Strömungen wie Futurismus und der Literatur der Ära Giolitti, wird auch die italienische Literatur im Faschismus und der Resistenze behandelt. Auch die Zeit nach 1945 wird dem Konzept folgend recht ausführlich geschildert. Im letzten Kapitel „Neueste Tendenzen“ werden aktuelle italienische Autoren behandelt. Ein knappes Literaturverzeichnis und ein Personen- und Werkregister beschließen das Buch. Insgesamt ist Kapp eine gut lesbare, kompakte und sinnvoll gegliederte literaturgeschichtliche Darstellung gelungen. Die Kapitel sind wohl proportioniert und untergliedert. Die Bilder unterstützen durchaus die gute Lesbarkeit des Buches. Positiv ist ferner anzumerken, dass die moderne italienische Literatur, die einiges zu bieten hat, zumindest in einem eigenem Kapitel behandelt wird. Das Buch ist allen Italienisch-Studenten sehr zu empfehlen. Aber auch sonstige Interessierte finden in Kapps Werk einen schnellen und guten Einstieg und ersten Überblick über die italienische Literatur.

Die italienische Literatur hat innerhalb der europäischen einen wichtigen Stellenwert. Lange Zeit war Italienisch eine wichtige Sprache in Europa, nicht nur deshalb wurden viele Werke im Original gelesen. Heute gestaltet sich der Zugang zur italienischen Literatur schwieriger. Volker Kapp hat sich dieser Schwierigkeit in der bereits dritten Auflage der von ihm herausgegebenen italienischen Literaturgeschichte angenommen.

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Da es sich um eine einbändige Literaturgeschichte handelt, mussten die Autoren gewisse Abstriche machen. So finden sich kaum Inhaltsangaben von Werken oder biographische Angaben zu den Autoren, noch Fachbegriffe bis zum Umfallen, was für manchen ja ein wichtiges Kriterium für wissenschaftliche Arbeiten ist, in dem Buch. Die Literaturgeschichte an sich wird dem chronologischen Verlauf entsprechend geschildert, wobei klare Schwerpunkte auf dem sechzehnten (cinquecento) und dem zwanzigsten (novecento) Jahrhundert liegen. Dies ist unter anderem dem starken Interesse an v.a. moderner italienischer Literatur geschuldet.

Die neun großen Kapitel sind jeweils in mehrere Unterkapitel gegliedert, die ihrerseits in kleinere Abschnitte unterteilt sind. Deren Inhalt wird am Rand stichwortartig zusammengefasst. Viele Bilder und Titelblätter von Originalausgaben werden sinnvoll zur Veranschaulichung eingesetzt.

Die Literaturgeschichte beginnt mit dem dreizehnten Jahrhundert (duecento). Nachdem äußerst knapp auf die politische Situation Italiens eingegangen wurde, werden die Anfänge der italienischen Schriftsprache mit Franz von Assisi und seinem Werk sowie die „Sizilianische Schule“ und deren Minnelyrik behandelt, ehe der Blick wieder nach Norditalien wandert und die Bologneser Schule, der „Dolce stil novo“ und das Frühwerk Dantes Beachtung findet.

Auch in den weiteren Kapiteln kommen nach einer knappen geschichtlichen Einführung die wichtigsten literarischen Theorien, Konzepte und Autoren zur Sprache.

Das vierzehnte Jahrhundert (trecento) beginnt mit Dantes Werken nach seiner Verbannung und dessen früh einsetzender Rezeption. Nach geistlicher Erbauungsliteratur wird mit Petrarca und Boccaccio der Frühhumanismus behandelt, sowie deren Auswirkungen auf die Literatur- und Geistesgeschichte. Ein großer Abschnitt über Florenz beschließt das Kapitel.

Im cinquecento steht neben politischen Theorien wie Machiavellis Principe Ludovico Ariosto, das Entstehen des italienischen Theaters sowie Lyrik und Lyriktheorien im Mittelpunkt der Darstellung.

Mit dem Beginn des seicento und Einsetzen der Gegenreformation werden deren Auswirkungen auf die italienische Literatur sowie italienische Barocklyrik behandelt ebenso das Theater und insbesondere die Commedia dell'arte.

Im settecento kommen neben Goldoni und Gozzi für das Theater auch Roman und Epos zur Sprache. Ferner gibt es einen Abschnitt über das Aufkommen von Autobiographien.

Im Kapitel ottocento wird klar, warum dieser Zeitabschnitt für Italien so bedeutend war: politische wird mit Literaturgeschichte verbunden. Foscolo, Manzoni und Leopardi, daneben die italienische Einigung, Verga und der Verismus: das Kapitel behandelt viele für die italienische Literatur wichtige Themen.

Dem Herausgeber liegt vor allem das novecento am Herzen, weshalb er dieses Kapitel ausführlich gestaltet. Neben literarischen Strömungen wie Futurismus und der Literatur der Ära Giolitti, wird auch die italienische Literatur im Faschismus und der Resistenze behandelt. Auch die Zeit nach 1945 wird dem Konzept folgend recht ausführlich geschildert.

Im letzten Kapitel „Neueste Tendenzen“ werden aktuelle italienische Autoren behandelt.

Ein knappes Literaturverzeichnis und ein Personen- und Werkregister beschließen das Buch.

Insgesamt ist Kapp eine gut lesbare, kompakte und sinnvoll gegliederte literaturgeschichtliche Darstellung gelungen. Die Kapitel sind wohl proportioniert und untergliedert. Die Bilder unterstützen durchaus die gute Lesbarkeit des Buches. Positiv ist ferner anzumerken, dass die moderne italienische Literatur, die einiges zu bieten hat, zumindest in einem eigenem Kapitel behandelt wird. Das Buch ist allen Italienisch-Studenten sehr zu empfehlen. Aber auch sonstige Interessierte finden in Kapps Werk einen schnellen und guten Einstieg und ersten Überblick über die italienische Literatur.

geschrieben am 19.02.2009 | 561 Wörter | 3770 Zeichen

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