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Die Lehren des Konfuzius


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Rezension von

Anna Kneisel

Die Lehren des Konfuzius Lange Zeit gab es in China einen Kanon von 5 Büchern, die Bildungsgrundlage einer jeden Beamtenlaufbahn waren, so wie im westlichen Kulturkreis die Bibel- die Lehren des Konfuzius. Sie wurden jedoch nicht im Hinblick auf moralische Bildung, sondern vielmehr für rhetorische Schulung benötigt. Daher standen die Lehren des Konfuzius lange Zeit in der Kritik, nur auf diesseitige Fragen beschränkt zu sein. Ca. 300 Jahre nach dem Tod des großen Meisters stellte Zhu Xi, ein bedeutender Neokonfuzianist, vier Bücher aus den Gesprächen des Konfuzius, (Lunyu), dem Mengzi-Text und 2 Kapiteln aus den Aufzeichnungen über die Riten zusammen. Dadurch reduzierte er den neuen Kanon aufs Wesentliche. Manches ist - wie auch bei Sokrates, der nie etwas selbst schriftlich festhielt und nur durch Platons Schriften noch zur Nachwelt spricht - als authentisch zu betrachten, manches als literarisch abgewandelt oder aber Konfuzius in den Mund gelegt. Die Übersetzung dieser bei Zweitausdeneins erschienenen Textausgabe stammt von dem Theologen Richard Wilhelm (1873-1930),wie Prof. Dr. Hans van Ess im Vorwort zu dieser umfassenden, zweisprachigen Ausgabe erklärt. Sie mag durch damalige Gelehrte und Wilhelms eigenes Kulturverständnis gefärbt sein, ist aber bis heute unübertroffen, denn er bringt es immer wieder auf den Punkt. Der chinesische Text hat die Schriften von Lunyu, Mengzi und Liji zur Grundlage. Konfuzius unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Handeln des Privatmanns und dem des Staatsmannes und gibt Handlungsvorgaben zu beinahe jeder Lebenslage, wie es scheint: Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Welche Qualitäten braucht ein Herrscher und wie verhalte ich mich meinem Fürsten gegenüber? Seine Dialoge erinnern an die Hebammentechnik des Sokrates, dabei differenziert er nach Einzelfällen. Er gibt Ratschläge, wie ein Gerichtsurteil gefällt werden soll, betont die Wichtigkeit der Ehrerbietung der Kinder gegenüber ihren Eltern usw. Ein absoluter Vorteil dieser Textausgabe ist definitiv, dass chinesischer und deutscher Text gegenübergestellt sind, was es einfacher macht, den genauen Wortlaut nachzuprüfen. Ausführliche Kommentare Wilhelms, meist in Form von Fußnoten, tragen noch weiter zum Textverständnis bei. Das Preisleistungsverhältnis ist ebenfalls nicht zu übertreffen, was nicht zuletzt daher rühren dürfte, dass es sich hierbei um eine Paperback-Ausgabe handelt. Fazit: für Sinologen und Philosophie-Interessierte ist diese Ausgabe auf jeden Fall zu empfehlen.

Lange Zeit gab es in China einen Kanon von 5 Büchern, die Bildungsgrundlage einer jeden Beamtenlaufbahn waren, so wie im westlichen Kulturkreis die Bibel- die Lehren des Konfuzius. Sie wurden jedoch nicht im Hinblick auf moralische Bildung, sondern vielmehr für rhetorische Schulung benötigt. Daher standen die Lehren des Konfuzius lange Zeit in der Kritik, nur auf diesseitige Fragen beschränkt zu sein.

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Die Übersetzung dieser bei Zweitausdeneins erschienenen Textausgabe stammt von dem Theologen Richard Wilhelm (1873-1930),wie Prof. Dr. Hans van Ess im Vorwort zu dieser umfassenden, zweisprachigen Ausgabe erklärt.

Sie mag durch damalige Gelehrte und Wilhelms eigenes Kulturverständnis gefärbt sein, ist aber bis heute unübertroffen, denn er bringt es immer wieder auf den Punkt.

Der chinesische Text hat die Schriften von Lunyu, Mengzi und Liji zur Grundlage.

Konfuzius unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Handeln des Privatmanns und dem des Staatsmannes und gibt Handlungsvorgaben zu beinahe jeder Lebenslage, wie es scheint: Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Welche Qualitäten braucht ein Herrscher und wie verhalte ich mich meinem Fürsten gegenüber? Seine Dialoge erinnern an die Hebammentechnik des Sokrates, dabei differenziert er nach Einzelfällen. Er gibt Ratschläge, wie ein Gerichtsurteil gefällt werden soll, betont die Wichtigkeit der Ehrerbietung der Kinder gegenüber ihren Eltern usw.

Ein absoluter Vorteil dieser Textausgabe ist definitiv, dass chinesischer und deutscher Text gegenübergestellt sind, was es einfacher macht, den genauen Wortlaut nachzuprüfen. Ausführliche Kommentare Wilhelms, meist in Form von Fußnoten, tragen noch weiter zum Textverständnis bei.

Das Preisleistungsverhältnis ist ebenfalls nicht zu übertreffen, was nicht zuletzt daher rühren dürfte, dass es sich hierbei um eine Paperback-Ausgabe handelt.

Fazit: für Sinologen und Philosophie-Interessierte ist diese Ausgabe auf jeden Fall zu empfehlen.

geschrieben am 07.02.2009 | 350 Wörter | 2166 Zeichen

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