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LATEIN - Geschichte einer Weltsprache


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Rezension von

Anna Kneisel

LATEIN - Geschichte einer Weltsprache Wie zu erwarten, beschäftigt sich „Latein- Geschichte einer Weltsprache“ mit dem Aufstieg des Lateinischen vom Regionaldialekt aus der Region Latium hin zur Kultursprache der antiken Welt, mit der Entstehung seiner klassisch gewordenen Formen sowie mit der Sprachgeschichte des Lateinischen in der Spätantike und dem Frühmittelalter. Ist Latein nun eine tote Sprache und als solche zu bezeichnen oder eher nicht? Dieser Frage wird nicht zuletzt auch unter Bezug auf aktuelle Publikationen der letzten Jahre wie „Latein ist tot, es lebe Latein“ von Professor Wilfried Stroh nachgegangen. Der Autor, Professor Jürgen Leonhardt, verknüpft seine Erläuterungen zur lateinischen Sprache mit Geschehnissen der Moderne (bspw. Kalter Krieg, Großmächte, Rückbezug zu Römischem Reich) und zieht Vergleiche zu anderen Sprachen. Er weist darauf hin, dass die lateinische Literatur der sogenannten Klassiker nur ein verschwindend geringer Teil der Gesamtliteratur ist und v.a. nach Ende des Römischen Reiches Literatur entstand. Leonhardt wählt den Ausdruck „Fixierung“ für den Zustand der lateinischen Sprache, was allerdings nicht mit der “Kodifizierung“ bei anderen, „lebenden“, Sprachen gleichzusetzen sei. Zur Veranschaulichung vergleicht er daher mit tatsächlich untergegangenen Sprachen wie Sumerisch, Babylonisch, Ägyptisch usw. Schriftchinesisch und heutiges Chinesisch wie es gesprochen wird und andere asiatische Sprachen stellt er ebenso einander gegenüber, wie das heutige gesprochene Französisch und das streng von der Académie Francaise regulierte Schriftfranzösisch. Natürlich darf auch Sanskrit als Beispiel nicht fehlen. Die Gründe, warum im heutigen Schulunterricht die Sprache gelehrt wird, welche in der Zeit Ciceros eingefroren scheint, sieht er darin, dass Veränderungen gerade durch den humanistischen Sprachunterricht gering gehalten worden seien, sowie in einer „kommunikativen Ausgrenzung aus der Gegenwartswelt“ (45). Es folgt eine Erklärung, wie sich Gebrauchssprachen in fixierte Hochsprache und von dieser in „historische“ Sprache entwickeln können, z.B. Arabisch. Leonhardt schreibt kenntnisreich und umfassend über die Sprach- und Literaturgeschichte der lateinischen Sprache. Mit Informationen, welche auf den ersten Blick nichts mit Latein an sich zu tun haben mögen, verdeutlicht er Parallelen und macht klar, dass die sprachliche Entwicklung des Lateinischen beileibe kein Einzelfall ist. So gesehen ist das, was Leonhardt schreibt, wirklich durchdacht und sinnvoll. Allerdings ist sein Werk alles andere als leichte Kost - auch wenn der eine oder andere dies aufgrund des doch recht amüsant wirkenden Coverbildes eines Römers auf einem Motorroller geneigt sein könnte zu glauben. Seine Argumentation ist zwar immer schlüssig, bisweilen jedoch etwas ausufernd. Wer lieber etwas Leichteres, Kurzweiligeres zum Lesen haben möchte, dem sei von der Lektüre abzuraten. Wer sich aber im Klaren darüber ist, dass es sich bei vorliegendem Band um eine seriöse wissenschaftliche Abhandlung und weniger um oberflächliche Populärliteratur handelt, der wird mit „LATEIN- Geschichte einer Weltsprache“ sehr zufrieden sein dürfen und sowohl neue Blickwinkel als auch eine Fülle an Wissen entdecken.

Wie zu erwarten, beschäftigt sich „Latein- Geschichte einer Weltsprache“ mit dem Aufstieg des Lateinischen vom Regionaldialekt aus der Region Latium hin zur Kultursprache der antiken Welt, mit der Entstehung seiner klassisch gewordenen Formen sowie mit der Sprachgeschichte des Lateinischen in der Spätantike und dem Frühmittelalter. Ist Latein nun eine tote Sprache und als solche zu bezeichnen oder eher nicht? Dieser Frage wird nicht zuletzt auch unter Bezug auf aktuelle Publikationen der letzten Jahre wie „Latein ist tot, es lebe Latein“ von Professor Wilfried Stroh nachgegangen.

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Der Autor, Professor Jürgen Leonhardt, verknüpft seine Erläuterungen zur lateinischen Sprache mit Geschehnissen der Moderne (bspw. Kalter Krieg, Großmächte, Rückbezug zu Römischem Reich) und zieht Vergleiche zu anderen Sprachen. Er weist darauf hin, dass die lateinische Literatur der sogenannten Klassiker nur ein verschwindend geringer Teil der Gesamtliteratur ist und v.a. nach Ende des Römischen Reiches Literatur entstand. Leonhardt wählt den Ausdruck „Fixierung“ für den Zustand der lateinischen Sprache, was allerdings nicht mit der “Kodifizierung“ bei anderen, „lebenden“, Sprachen gleichzusetzen sei.

Zur Veranschaulichung vergleicht er daher mit tatsächlich untergegangenen Sprachen wie Sumerisch, Babylonisch, Ägyptisch usw. Schriftchinesisch und heutiges Chinesisch wie es gesprochen wird und andere asiatische Sprachen stellt er ebenso einander gegenüber, wie das heutige gesprochene Französisch und das streng von der Académie Francaise regulierte Schriftfranzösisch. Natürlich darf auch Sanskrit als Beispiel nicht fehlen. Die Gründe, warum im heutigen Schulunterricht die Sprache gelehrt wird, welche in der Zeit Ciceros eingefroren scheint, sieht er darin, dass Veränderungen gerade durch den humanistischen Sprachunterricht gering gehalten worden seien, sowie in einer „kommunikativen Ausgrenzung aus der Gegenwartswelt“ (45). Es folgt eine Erklärung, wie sich Gebrauchssprachen in fixierte Hochsprache und von dieser in „historische“ Sprache entwickeln können, z.B. Arabisch.

Leonhardt schreibt kenntnisreich und umfassend über die Sprach- und Literaturgeschichte der lateinischen Sprache. Mit Informationen, welche auf den ersten Blick nichts mit Latein an sich zu tun haben mögen, verdeutlicht er Parallelen und macht klar, dass die sprachliche Entwicklung des Lateinischen beileibe kein Einzelfall ist. So gesehen ist das, was Leonhardt schreibt, wirklich durchdacht und sinnvoll. Allerdings ist sein Werk alles andere als leichte Kost - auch wenn der eine oder andere dies aufgrund des doch recht amüsant wirkenden Coverbildes eines Römers auf einem Motorroller geneigt sein könnte zu glauben. Seine Argumentation ist zwar immer schlüssig, bisweilen jedoch etwas ausufernd. Wer lieber etwas Leichteres, Kurzweiligeres zum Lesen haben möchte, dem sei von der Lektüre abzuraten. Wer sich aber im Klaren darüber ist, dass es sich bei vorliegendem Band um eine seriöse wissenschaftliche Abhandlung und weniger um oberflächliche Populärliteratur handelt, der wird mit „LATEIN- Geschichte einer Weltsprache“ sehr zufrieden sein dürfen und sowohl neue Blickwinkel als auch eine Fülle an Wissen entdecken.

geschrieben am 21.12.2009 | 440 Wörter | 2846 Zeichen

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