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Vergil - Der Dichter und sein Werk


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Anna Kneisel

Vergil - Der Dichter und sein Werk Die antike Literatur ist für die breite Masse heutzutage seit langem nicht mehr so zugänglich, wie sie es einmal war. Meist beschränkt sich auch die Leserschaft der Werke Vergils auf Lerner und Lehrende der lateinischen Sprache. - Denn wer nicht in den Genuss klassischer Bildung gekommen ist, kann oft wenig mit dem Namen Vergils anfangen. Und dennoch schreibt Niklas Holzberg in seinem Band „Vergil – Der Dichter und sein Werk": „Niemand zweifelt daran, und es trifft ja auch zu: Vergil ist der bedeutendste Dichter des antiken Rom.“ Kenner werden ihm da sicher nicht widersprechen. Seit über 2000 Jahren faszinieren die Verse in Aeneis, Bucolica und Georgica, aber über das Leben ihres Verfassers weiß man kaum Verlässliches. Wie wenig tatsächlich über das Leben dessen bekannt ist, dem man den Beinamen „der Jungfräuliche“ gab, wird bei der Lektüre des Kapitels über seine Biographie deutlich. Waren viele Wissenschaftler lange der Meinung, Vergil sei Opfer von Landenteignungen gewesen und nur durch Kontakte diesem Schicksal entgangen, so zeigt sich, dass diese Annahme nur auf Informationen aus Vergils Literatur basiert. Dabei ist es doch in der Literaturwissenschaft inzwischen bekannt, dass man niemals versuchen sollte, das Leben eines Autors aus seinen Werken abzuleiten. Niklas Holzberg mahnt daher zur Vorsicht und fasst die tatsächlich sicheren Daten zusammen, bevor er sich dem Werk Vergils zuwendet. Wissenschaftlich fundiert und dabei in keiner Weise mit Literaturverweisen überfrachtet, so bieten sich die Ausführungen dar. Zahlreiche Ausschnitte in gut lesbarer, deutscher Übersetzung, teilweise auch in lateinischem Original, werden eingebettet in den Kontext. Die Tradition, in der sich Vergils Werke befinden, wird deutlich durch Zitate, die teils offen und teils verschlüsselt in seinen Versen auftauchen. Das Niveau ist aufgrund der in die Tiefe gehenden Analsyse - obwohl der Umfang des Buches mit gut 200 Seiten als eher kompakt zu beschreiben ist- so beschaffen, dass man Vorkenntnisse mitbringen sollte. Mit einem Augenzwinkern veranschaulicht Holzberg zugeschnitten auf den heutigen Leser zum Beispiel Szenen wie diese aus Georgica Buch 2: Das von Vergil beschriebene Beschneiden von Weinreben verknüpft Holzberg mit einer Szene, wie sie in einem “Trickfilm à la Disney“ vorkommen könnte, in der „die Rebenkinderlein mit riesigen und angsterfüllten Augen auf das böse Gartenmesser in der Hand des Winzers starren.“ Uralt und doch lebendig – so präsentiert sich Vergils Werk und vielleicht bekommt es durch diesen umfassenden Beitrag neue Leser. Für alle, die sich eingehender mit antiker Literatur beschäftigen, gibts es außerdem eine Bibliographie zu hilfreichen Aufsätzen im Anhang. In jeder Hinsicht ist dieser Band also für interessierte Leser zu empfehlen.

Die antike Literatur ist für die breite Masse heutzutage seit langem nicht mehr so zugänglich, wie sie es einmal war. Meist beschränkt sich auch die Leserschaft der Werke Vergils auf Lerner und Lehrende der lateinischen Sprache. - Denn wer nicht in den Genuss klassischer Bildung gekommen ist, kann oft wenig mit dem Namen Vergils anfangen. Und dennoch schreibt Niklas Holzberg in seinem Band „Vergil – Der Dichter und sein Werk": „Niemand zweifelt daran, und es trifft ja auch zu: Vergil ist der bedeutendste Dichter des antiken Rom.“ Kenner werden ihm da sicher nicht widersprechen.

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Seit über 2000 Jahren faszinieren die Verse in Aeneis, Bucolica und Georgica, aber über das Leben ihres Verfassers weiß man kaum Verlässliches. Wie wenig tatsächlich über das Leben dessen bekannt ist, dem man den Beinamen „der Jungfräuliche“ gab, wird bei der Lektüre des Kapitels über seine Biographie deutlich.

Waren viele Wissenschaftler lange der Meinung, Vergil sei Opfer von Landenteignungen gewesen und nur durch Kontakte diesem Schicksal entgangen, so zeigt sich, dass diese Annahme nur auf Informationen aus Vergils Literatur basiert. Dabei ist es doch in der Literaturwissenschaft inzwischen bekannt, dass man niemals versuchen sollte, das Leben eines Autors aus seinen Werken abzuleiten. Niklas Holzberg mahnt daher zur Vorsicht und fasst die tatsächlich sicheren Daten zusammen, bevor er sich dem Werk Vergils zuwendet. Wissenschaftlich fundiert und dabei in keiner Weise mit Literaturverweisen überfrachtet, so bieten sich die Ausführungen dar. Zahlreiche Ausschnitte in gut lesbarer, deutscher Übersetzung, teilweise auch in lateinischem Original, werden eingebettet in den Kontext. Die Tradition, in der sich Vergils Werke befinden, wird deutlich durch Zitate, die teils offen und teils verschlüsselt in seinen Versen auftauchen. Das Niveau ist aufgrund der in die Tiefe gehenden Analsyse - obwohl der Umfang des Buches mit gut 200 Seiten als eher kompakt zu beschreiben ist- so beschaffen, dass man Vorkenntnisse mitbringen sollte.

Mit einem Augenzwinkern veranschaulicht Holzberg zugeschnitten auf den heutigen Leser zum Beispiel Szenen wie diese aus Georgica Buch 2: Das von Vergil beschriebene Beschneiden von Weinreben verknüpft Holzberg mit einer Szene, wie sie in einem “Trickfilm à la Disney“ vorkommen könnte, in der „die Rebenkinderlein mit riesigen und angsterfüllten Augen auf das böse Gartenmesser in der Hand des Winzers starren.“ Uralt und doch lebendig – so präsentiert sich Vergils Werk und vielleicht bekommt es durch diesen umfassenden Beitrag neue Leser.

Für alle, die sich eingehender mit antiker Literatur beschäftigen, gibts es außerdem eine Bibliographie zu hilfreichen Aufsätzen im Anhang.

In jeder Hinsicht ist dieser Band also für interessierte Leser zu empfehlen.

geschrieben am 11.05.2009 | 413 Wörter | 2427 Zeichen

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