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Warhammer: Der Fluch des Dämonen


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Rezension von

Frank Drehmel

Der Fluch des Dämonen Wie ihre “Dungeons & Dragons”-Brüder, die Drow, zeichnen sich auch die Dunkelelfen des Warhammer-Universums, die Druchii, nicht gerade durch betörende Liebenswürdigkeit und ein sonniges Gemüt aus. Im Gegenteil! Ihr extremer Sozialdarwinismus, die unbeschwerte Freude am sinnlosen Morden und Foltern sowie die Unart, Menschen und andere Spezies bestenfalls als Sklaven und schlechtestenfalls als Wegzehrung zu verwenden, machen sie zu sehr einsamen Wesen, ... selbst innerhalb ihrer eigenen Rasse Malus Darkblade, seines Zeichens sechstes Kind des mächtigen Herrschers von Han Graef, Drachau Lurhan, ist besonders einsam. Nicht nur, dass er in der Hierarchie seiner Familie knapp über einem Wischmopp rangiert, auch sein letzter Raubzug endete dank einer geglückten Intrige seiner böswilligen Geschwister in einem Fiasko. Keine Beute und damit kein Tribut an seinen Vater bedeuten für ihn zunächst ein unterhaltsames Gefoltert-werden zur Belustigung des Hofstaates. Malus wäre kein Druchii, würde er nicht auf Rache für diese Schmach sinnen. Und so stielt er seinem verkrüppelten, dafür aber um so stärker magisch begabten Bruder Urial, den er als Hauptverantwortlichen ausgemacht hat, mit tatkräftiger Unterstützung seiner alles andere als vertrauenswürdigen Schwester Nagaira ein magische Artefakt, welches den Weg zu einem unermesslichen Schatz, verborgen in einem alten Tempel inmitten der Chaos-Wüste, weisen soll. Als es brenzlig wird setzt sich Nagaira zwar hurtig ab, aber dennoch können Malus und einige seiner Vasallen -darunter auch Getreue der Schwester- entkommen. Bei Nacht und Nebel fliehen sie auf ihren riesigen Reitechsen, den Nauglir, aus Han Graef, verfolgt von monströsen untoten Häschern Urials. Bevor die vier letzten Überlebenden der kleinen Schar schließlich den dämonischen Tempel erreichen, müssen sie sich mit Autarii, ihren in den Wäldern lebenden, Druchii-fressenden Vettern, und grenzdebilen Tiermenschen herumgeschlagen. Doch damit nicht genug: als Malus ein magisches Portal in dem alten Bauwerk öffnet, ahnt er nicht, dass ihm seine größte Prüfung noch bevorsteht. Schade! “Der Fluch des Dämons” hätte seiner Grundidee nach ein großartiger, atmosphärisch dichter und düsterer Roman um einen wahrhaftigen Anti-Helden werden können. Dass er dann doch nur im Warhammer-Mittelmaß versinkt, hat mehrere Ursachen. Zunächst ist der Aufbau der Handlung so linear und in weiten Teilen vorhersehbar, folgt mit seiner unoriginellen Struktur von Hauptquest und Nebenquests so ausgelatschten Pfaden, dass er an ein schlechtes Rollenspiel aus Gary Gygax Altpapiersammlung erinnert. Dann scheitern die Autoren daran, der Druchii-Kultur einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen, einen, der sie von ihren D&D-Brüdern deutlich abhebt. Natürlich kann man einige Unterschiede im Detail ausmachen (der signifikanteste ist wohl, dass die Einen auf und die Anderen unter der Erdoberfläche leben), aber unterm Strich wirken die Warhammer-Dunkelelfen wie ein blasser, liebloser Abklatsch der in vielen Romanen ausführlich dargestellten Drow. Drittens weist der Roman in der zweiten Hälfte einige Längen und Wiederholungen vor allem in den Kampfbeschreibungen auf. Geht es zu Beginn der Geschichte noch ziemlich forsch voran, so nimmt spätestens mit dem Auftauchen der Tiermenschen ein stereotypes, phantasieloses Gekloppe überhand, und die trostlose Atmosphäre wird zunehmend durch brutale Metzel-Bilder erzeugt anstatt durch fesselnde Beschreibungen der Handlungsorte. Eine veritable Enttäuschung stellt schließlich auch die Figur des Malus Darkblade dar. Nach der vollmundigen Ankündigung auf dem Backcover durfte man einen Kotzbrocken auf zwei Beinen, den fleischgewordenen Anti-Christen erwarten, jemanden der bevorzugt an kleinen Kindern, alten Mütterchen und Licht umfluteten Heroen seine sadistischen Gelüste befriedigt. Nicht, dass man dem Druchii nach der Lektüre des Buches solche Untaten nicht zutrauen würde! Da er aber ausschließlich mit Antagonisten seine Kräfte misst, die böser, gemeiner, intriganter und/oder erfolgreicher sind als er, nimmt ihm der Leser die typischen Dunkelelfen-Charakterschwächen nicht sonderlich übel. Denn inmitten vieler großer Arschlöcher erweckt das kleinste nunmal unsere Beschützerinstinkte; und so kann sich selbst dieser unsympathische Looser -und das ist wohl das herausragendste “antiheldische” Merkmal Malus Darkblades- unser aller Mitleids sicher sein. Durch den Verzicht der Autoren auf harte, klare moralische Gegensätze, einen Kampf des “Bösen” gegen das “Gute”, wurde einmal mehr die Gelegenheit vertan, die Fantasy-Fans mit einem wahrhaft schurkischen (Anti-)Helden zu erfreuen. Fazit: Belanglose, brutale Wahrhammer-Durchschnittskost ohne großartige, originelle Ideen und mit einem Helden, der noch einen weiten, weiten Weg zurückzulegen hat bis er vielleicht eines Tages den Kult-Status eines Drizzt Do’Urdens oder Gotrek Gurnissons erreicht. Enttäuschend!

Wie ihre “Dungeons & Dragons”-Brüder, die Drow, zeichnen sich auch die Dunkelelfen des Warhammer-Universums, die Druchii, nicht gerade durch betörende Liebenswürdigkeit und ein sonniges Gemüt aus. Im Gegenteil! Ihr extremer Sozialdarwinismus, die unbeschwerte Freude am sinnlosen Morden und Foltern sowie die Unart, Menschen und andere Spezies bestenfalls als Sklaven und schlechtestenfalls als Wegzehrung zu verwenden, machen sie zu sehr einsamen Wesen, ... selbst innerhalb ihrer eigenen Rasse

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Malus Darkblade, seines Zeichens sechstes Kind des mächtigen Herrschers von Han Graef, Drachau Lurhan, ist besonders einsam. Nicht nur, dass er in der Hierarchie seiner Familie knapp über einem Wischmopp rangiert, auch sein letzter Raubzug endete dank einer geglückten Intrige seiner böswilligen Geschwister in einem Fiasko. Keine Beute und damit kein Tribut an seinen Vater bedeuten für ihn zunächst ein unterhaltsames Gefoltert-werden zur Belustigung des Hofstaates.

Malus wäre kein Druchii, würde er nicht auf Rache für diese Schmach sinnen. Und so stielt er seinem verkrüppelten, dafür aber um so stärker magisch begabten Bruder Urial, den er als Hauptverantwortlichen ausgemacht hat, mit tatkräftiger Unterstützung seiner alles andere als vertrauenswürdigen Schwester Nagaira ein magische Artefakt, welches den Weg zu einem unermesslichen Schatz, verborgen in einem alten Tempel inmitten der Chaos-Wüste, weisen soll. Als es brenzlig wird setzt sich Nagaira zwar hurtig ab, aber dennoch können Malus und einige seiner Vasallen -darunter auch Getreue der Schwester- entkommen. Bei Nacht und Nebel fliehen sie auf ihren riesigen Reitechsen, den Nauglir, aus Han Graef, verfolgt von monströsen untoten Häschern Urials.

Bevor die vier letzten Überlebenden der kleinen Schar schließlich den dämonischen Tempel erreichen, müssen sie sich mit Autarii, ihren in den Wäldern lebenden, Druchii-fressenden Vettern, und grenzdebilen Tiermenschen herumgeschlagen. Doch damit nicht genug: als Malus ein magisches Portal in dem alten Bauwerk öffnet, ahnt er nicht, dass ihm seine größte Prüfung noch bevorsteht.

Schade! “Der Fluch des Dämons” hätte seiner Grundidee nach ein großartiger, atmosphärisch dichter und düsterer Roman um einen wahrhaftigen Anti-Helden werden können. Dass er dann doch nur im Warhammer-Mittelmaß versinkt, hat mehrere Ursachen.

Zunächst ist der Aufbau der Handlung so linear und in weiten Teilen vorhersehbar, folgt mit seiner unoriginellen Struktur von Hauptquest und Nebenquests so ausgelatschten Pfaden, dass er an ein schlechtes Rollenspiel aus Gary Gygax Altpapiersammlung erinnert.

Dann scheitern die Autoren daran, der Druchii-Kultur einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen, einen, der sie von ihren D&D-Brüdern deutlich abhebt. Natürlich kann man einige Unterschiede im Detail ausmachen (der signifikanteste ist wohl, dass die Einen auf und die Anderen unter der Erdoberfläche leben), aber unterm Strich wirken die Warhammer-Dunkelelfen wie ein blasser, liebloser Abklatsch der in vielen Romanen ausführlich dargestellten Drow.

Drittens weist der Roman in der zweiten Hälfte einige Längen und Wiederholungen vor allem in den Kampfbeschreibungen auf. Geht es zu Beginn der Geschichte noch ziemlich forsch voran, so nimmt spätestens mit dem Auftauchen der Tiermenschen ein stereotypes, phantasieloses Gekloppe überhand, und die trostlose Atmosphäre wird zunehmend durch brutale Metzel-Bilder erzeugt anstatt durch fesselnde Beschreibungen der Handlungsorte.

Eine veritable Enttäuschung stellt schließlich auch die Figur des Malus Darkblade dar. Nach der vollmundigen Ankündigung auf dem Backcover durfte man einen Kotzbrocken auf zwei Beinen, den fleischgewordenen Anti-Christen erwarten, jemanden der bevorzugt an kleinen Kindern, alten Mütterchen und Licht umfluteten Heroen seine sadistischen Gelüste befriedigt. Nicht, dass man dem Druchii nach der Lektüre des Buches solche Untaten nicht zutrauen würde! Da er aber ausschließlich mit Antagonisten seine Kräfte misst, die böser, gemeiner, intriganter und/oder erfolgreicher sind als er, nimmt ihm der Leser die typischen Dunkelelfen-Charakterschwächen nicht sonderlich übel. Denn inmitten vieler großer Arschlöcher erweckt das kleinste nunmal unsere Beschützerinstinkte; und so kann sich selbst dieser unsympathische Looser -und das ist wohl das herausragendste “antiheldische” Merkmal Malus Darkblades- unser aller Mitleids sicher sein. Durch den Verzicht der Autoren auf harte, klare moralische Gegensätze, einen Kampf des “Bösen” gegen das “Gute”, wurde einmal mehr die Gelegenheit vertan, die Fantasy-Fans mit einem wahrhaft schurkischen (Anti-)Helden zu erfreuen.

Fazit: Belanglose, brutale Wahrhammer-Durchschnittskost ohne großartige, originelle Ideen und mit einem Helden, der noch einen weiten, weiten Weg zurückzulegen hat bis er vielleicht eines Tages den Kult-Status eines Drizzt Do’Urdens oder Gotrek Gurnissons erreicht. Enttäuschend!

geschrieben am 08.05.2006 | 670 Wörter | 4257 Zeichen

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Rezension von

Rafael Malaczynski

Der Fluch des Dämonen Das Warhammer-Universum ist eine düstere Fantasy-Welt abseits von klaren Grenzen zwischen Gut und Böse. Und somit kann auch ein Roman-Zyklus um einen düsteren und „bösen“ Helden Erfolg haben und spannend sein, wie die beiden Autoren Dan Abnett und Mike Lee mit der Reihe um den Dunkelelfen Malus Darkblade beweisen. Malus ist ein Bastardsohn am Hofe einer Stadt der Dunkelelfen. Getrieben von der Sehnsucht nach Macht und Annerkennung versucht er sich als niedrigstes Mitglied einer der mächtigsten Familien ständig zu beweisen und mehr Macht zu erlangen um sich an seinen Erniedrigern zu rächen. Nachdem sein Sklavenzug überfallen wird und er mit leeren Händen vor seinen Gönnern steht, versucht er mit den wenigen loyalen Getreuen, herauszufinden wer ihm Übel mitgespielt hat und wie er schnell seine Schulden kompensieren und seinen Machtverlust stoppen kann. Als er von einem Artefakt mit ungeheueren Kräften erfährt, schmiedet Malus neue Allianzen mit seiner Halbschwester Nagaira und gegen seinen mächtigen Bruder Urial. Nachdem er und seine Halbschwester Urial bestehlen, hetzt dieser machvolle, unsterbliche Mörderwesen hinter Malus, der sich wiederum aufmacht einen alten Tempel irgendwo in der Chaos-Wüste zu finden. Unterwegs treffen Malus und seine Getreuen immer wieder auf Gefahren und Kämpfe, geraten in Gefangenschaft und werden nach und nach dezimiert. Doch als Sie schließlich doch den Tempel finden, entpuppt sich das Artefakt für Malus zu mehr als einem todbringenden Verhängnis. Der Auftakt der Reihe beginnt mitten im Geschehen und wirft den Leser in eine düstere Welt voller Sklaverei und Blut. Detailliert werden Schwerthiebe und deren Auswirkungen beschrieben und die ganze Welt die präsentiert wird offenbart sich nahe dem Chaos. Das bringt die Stimmung von Warhammer sehr gut rüber. Leider leidet, wie so oft bei Fantasy-Serien die Charakterisierung der Nebencharaktere drunter. Bis auf Malus Darkblade, für den man trotz seiner bösartigen Einstellung Sympathie empfinden kann, gehen die anderen Charaktere einfach in dem beschriebenen Gemetzel unter. Die Story kann auch nur halbwegs überzeugen. Sie ist zwar spannend, aber wird hauptsächlich durch Kampfpassagen aufrechterhalten. Dennoch ein guter, kurzweiliger Lesespaß und Auftakt der Reihe.

Das Warhammer-Universum ist eine düstere Fantasy-Welt abseits von klaren Grenzen zwischen Gut und Böse. Und somit kann auch ein Roman-Zyklus um einen düsteren und „bösen“ Helden Erfolg haben und spannend sein, wie die beiden Autoren Dan Abnett und Mike Lee mit der Reihe um den Dunkelelfen Malus Darkblade beweisen.

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Nachdem sein Sklavenzug überfallen wird und er mit leeren Händen vor seinen Gönnern steht, versucht er mit den wenigen loyalen Getreuen, herauszufinden wer ihm Übel mitgespielt hat und wie er schnell seine Schulden kompensieren und seinen Machtverlust stoppen kann. Als er von einem Artefakt mit ungeheueren Kräften erfährt, schmiedet Malus neue Allianzen mit seiner Halbschwester Nagaira und gegen seinen mächtigen Bruder Urial. Nachdem er und seine Halbschwester Urial bestehlen, hetzt dieser machvolle, unsterbliche Mörderwesen hinter Malus, der sich wiederum aufmacht einen alten Tempel irgendwo in der Chaos-Wüste zu finden. Unterwegs treffen Malus und seine Getreuen immer wieder auf Gefahren und Kämpfe, geraten in Gefangenschaft und werden nach und nach dezimiert. Doch als Sie schließlich doch den Tempel finden, entpuppt sich das Artefakt für Malus zu mehr als einem todbringenden Verhängnis.

Der Auftakt der Reihe beginnt mitten im Geschehen und wirft den Leser in eine düstere Welt voller Sklaverei und Blut. Detailliert werden Schwerthiebe und deren Auswirkungen beschrieben und die ganze Welt die präsentiert wird offenbart sich nahe dem Chaos. Das bringt die Stimmung von Warhammer sehr gut rüber. Leider leidet, wie so oft bei Fantasy-Serien die Charakterisierung der Nebencharaktere drunter. Bis auf Malus Darkblade, für den man trotz seiner bösartigen Einstellung Sympathie empfinden kann, gehen die anderen Charaktere einfach in dem beschriebenen Gemetzel unter. Die Story kann auch nur halbwegs überzeugen. Sie ist zwar spannend, aber wird hauptsächlich durch Kampfpassagen aufrechterhalten. Dennoch ein guter, kurzweiliger Lesespaß und Auftakt der Reihe.

geschrieben am 29.08.2008 | 332 Wörter | 1941 Zeichen

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