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Angst- und Panikerkrankungen


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Rezension von

Dr. Hermann Joosten

Angst- und Panikerkrankungen Das Titelversprechen muß zuerst eingeschränkt werden: Das Buch beschreibt im wesentlichen die „wichtigsten“ Angsterkrankungen in der Systematik des ICD10, nämlich die Panikstörung, die generalisierte Angststörung und die soziale Phobie. Diagnostik, Ätiologie und Therapie werden systematisch dargestellt. Der Leser erfährt etwas über neurophysiologische und biochemische Befunde und die psychodynamische und verhaltenstherapeutische Sichtweise. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der somatischen Orientierung. Für Psychoanalytiker und Verhaltenstherapeuten ist das Buch auch nur in diesem Bereich interessant. Inhaltlich darf der Leser keine tiefergehenden (Be-) Handlungsanweisungen erwarten mit Ausnahme der Indikation von Psychopharmaka, welche kompetent und praxisorientiert dargestellt wird. Die Autoren beschränken sich ansonsten auf die Darstellung von Forschungsbefunden und die aktuelle Theoriediskussion. Und das ist ihnen gut gelungen. Das lesefreundliche, mehrfarbige Layout mit vielen Tabellen und Hervorhebungen erleichtert das Erfassen des komplexen Inhalts. Wesentliche kritische Anmerkungen können nicht am Inhalt des Buches direkt ansetzen, sondern an der grundsätzlichen Frage, ob die ICD-Diagnostik für den Bereich der Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist. Prägnant wird dies bei der Komorbiditätsforschung. Die Autoren schildern die Befundlage und zeigen, daß Angsterkankungen mit vielen anderen psychischen Störungen überzufällig assoziieren. Diese Befunde überraschen keinen erfahrenen Hausarzt, Psychiater und Psychotherapeuten – sie wissen, daß Angst, Depression, narzißtische Störung sowie andere neurotische Symptome als grundsätzlich verstehbares komplexes Wirkgefüge zu betrachten ist. Der Begriff der Komorbität ist zwar in dieser Forschungslogik korrekt, insofern er nicht auf Kausalität referiert. Er gaukelt dem Leser aber vor, daß psychische Symptome als isolierbare, unabhängige Einheiten zu betrachten (und zu behandeln) seien. Konsequent ist diese Zugangsweise allerdings für eine syndromorientierte Psychopharmakatherapie.

Das Titelversprechen muß zuerst eingeschränkt werden: Das Buch beschreibt im wesentlichen die „wichtigsten“ Angsterkrankungen in der Systematik des ICD10, nämlich die Panikstörung, die generalisierte Angststörung und die soziale Phobie. Diagnostik, Ätiologie und Therapie werden systematisch dargestellt. Der Leser erfährt etwas über neurophysiologische und biochemische Befunde und die psychodynamische und verhaltenstherapeutische Sichtweise. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der somatischen Orientierung. Für Psychoanalytiker und Verhaltenstherapeuten ist das Buch auch nur in diesem Bereich interessant. Inhaltlich darf der Leser keine tiefergehenden (Be-) Handlungsanweisungen erwarten mit Ausnahme der Indikation von Psychopharmaka, welche kompetent und praxisorientiert dargestellt wird. Die Autoren beschränken sich ansonsten auf die Darstellung von Forschungsbefunden und die aktuelle Theoriediskussion. Und das ist ihnen gut gelungen. Das lesefreundliche, mehrfarbige Layout mit vielen Tabellen und Hervorhebungen erleichtert das Erfassen des komplexen Inhalts.

Wesentliche kritische Anmerkungen können nicht am Inhalt des Buches direkt ansetzen, sondern an der grundsätzlichen Frage, ob die ICD-Diagnostik für den Bereich der Psychotherapie überhaupt sinnvoll ist. Prägnant wird dies bei der Komorbiditätsforschung. Die Autoren schildern die Befundlage und zeigen, daß Angsterkankungen mit vielen anderen psychischen Störungen überzufällig assoziieren. Diese Befunde überraschen keinen erfahrenen Hausarzt, Psychiater und Psychotherapeuten – sie wissen, daß Angst, Depression, narzißtische Störung sowie andere neurotische Symptome als grundsätzlich verstehbares komplexes Wirkgefüge zu betrachten ist. Der Begriff der Komorbität ist zwar in dieser Forschungslogik korrekt, insofern er nicht auf Kausalität referiert. Er gaukelt dem Leser aber vor, daß psychische Symptome als isolierbare, unabhängige Einheiten zu betrachten (und zu behandeln) seien. Konsequent ist diese Zugangsweise allerdings für eine syndromorientierte Psychopharmakatherapie.

geschrieben am 18.10.2004 | 251 Wörter | 1849 Zeichen

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