
| ISBN | 3404616103 | |
| Autor | Reinhard Mey | |
| Verlag | Lübbe | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 304 | |
| Erscheinungsjahr | 2005 | |
| Extras | - |

Es klingt schon sehr nach Reinhard Mey, wenn man die Idee dieses Buches hört: zwei alte Freunde treffen sich und reden gemeinsam ĂŒber das Leben des einen und ĂŒber die vergangen Jahre. Genauso unbeschwert und unvermittelt wie seine Lieder kommt Reinhard Mey in seiner Autobiografie daher. Schroeder als Fragensteller geht dabei behutsam vor; die Fragen kommen gezielt, aber auch so, dass sie Mey die Zeit zum antworten lassen. Alles in allem entsteht eine Stimmung, wie sie der Liedermacher nicht besser in seinen eigenen Liedern hĂ€tte einfangen und beschreiben können. Zwischen dieses Frage- und Antwortspiel mischen sich viele Bilder, Fotos und Liedtexte von Mey, die das Buch auflockern. All das fĂŒgt sich wie viele kleine Steinchen zu einem Mosaik zusammen, das mit der Zeit und den Seiten immer vollstĂ€ndiger wird.

Die frĂŒhe Kindheit, Leben in der Nachkriegszeit in Berlin, die erste Band, die ersten Lieder, der Erfolg, Familie. Alles kommt mehr oder weniger ausfĂŒhrlich in den insgesamt 18 Kapiteln (alle nach eigenen Liedern benannt) zur Sprache. FĂŒr alteingesessene Fans dĂŒrfte vielleicht auch das eine oder andere Detail unbekannt gewesen sein, das hier offenbart wird, fĂŒr âNeueinsteigerâ hingegen ist das Buch sicherlich nur so mit interessanten Anekdoten und Hintergrundinformationen gespickt. Das ganze ist nicht wirklich eine groĂe Neuerung oder Innovation, was die Idee anbelangt. Interviews ist man eher aus anderen Medien gewohnt und nicht aus BĂŒchern. Aber eben diese Form ermöglicht es doch, das unmittelbare GesprĂ€ch nachzuempfinden und nicht einen reinen FlieĂtext lesen zu mĂŒssen, wie es in der Regel bei Biographien der Fall ist, der schnell langweilig werden kann. Zwar kann diese Form zunĂ€chst irritieren und das stĂ€ndige Unterbrechen ist nicht jedermanns Sache, aber diese schlichte, einfache und zugleich ursprĂŒngliche Art des GesprĂ€chs ĂŒberzeugt letzten Endes doch.
Auch wenn Schroeder an manchen Stellen vielleicht nicht genug nachfragt oder auf einigen Themen lÀnger als unbedingt notwendig verharrt, eröffnet das Buch jedem Interessierten einen Einblick in das Leben der Person, des Menschen Reinhard Mey. Die Art, wie dies geschieht, ist sehr ansprechend und gut zu lesen, die Zeit vergeht fast wie im Fluge und man hört im Hinterkopf Mey immer singen, sodass jedem zu diesem Buch geraten ist.
geschrieben am 04.08.2009 | 355 Wörter | 2001 Zeichen
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