
| ISBN | 3865431097 | |
| Autor | Stephen Miller | |
| Verlag | Bosworth Musikverlag | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 468 | |
| Erscheinungsjahr | 2009 | |
| Extras | - |

Johnny Cash war eine unvergessliche Größe der amerikanischen Musikwelt, er verkaufte sogar mehr Platten als die Beatles und bis zu seinem Lebensende war er künstlerisch tätig.

Der Journalist Stephen Miller beginnt die Biographie ganze neun Generationen in der Familiengeschichte vor Johnny Cash, in Schottland. So erfahren wir nicht nur über die Person Johnny Cash selbst etwas, sondern auch über seine Wurzeln. Ein Mitgrund für den frühen Beginn dieser Biographie ist, dass der Musiker sich selbst mit seiner Familiengeschichte auseinander setzte.
Die detaillierte Schilderung über das Leben der Familie Cash ergibt ein lebendiges Bild und bringt dem Leser die Eigenheiten ihres so berühmten Sprösslings Johnny näher.
Licht- und Schattenseiten werden gleichermaßen eingehend von Miller dargelegt, erste Erfolge wie auch der Weg in Alkohol- und Drogenprobleme. Der allererste Kontakt zu Drogen, den Johnny Cash mit zarten elf Jahren in Form einer Morphium-Spritze nach einem Rippenbruch hatte, wirkt jedoch ein wenig weit hergeholt als Grundstein für die späteren Abstürze. Die zuvor beiläufig gemachte Beobachtung, dass Cash bereits früh Kaffee trank und verbotenerweise Zigaretten rauchte, kann man bestenfalls als Indiz für eine größere Anfälligkeit für diese Substanzen werten, aber kaum als eigentliche Ursache sehen. Letztlich war es der immense Leistungsdruck auf seinen zahlreichen Konzerten, der ihn in die Tabletten- und Alkoholabhängigkeit trieb. Gerade aber durch die vielen zusammenspielenden Faktoren, die auch in Verbindung mit charakterlichen (seiner Karriere teils durchaus auch förderlichen) Eigenschaften stehen, ergibt sich ein überzeugendes Gesamtbild. Dass Cashs erste Ehe mit seiner Frau Vivian zerbrach, erklärt Miller durch die äußeren Umstände, entschuldigt dabei aber nichts. Im weiteren Verlauf zeigt sich die Beziehung zu June Carter, welche die zweite Frau und große Liebe Johnny Cashs werden sollte, als großer Glücksfall, denn sie half ihm, von seiner Sucht loszukommen und sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Eine weitere Konstante war außerdem der Glaube, der Cash seit seiner Kindheit ein Halt war und es bis zu seinem Tod blieb. Vom Star über die Privatperson bis hin zum politisch aktiven Menschen werden seine unterschiedlichen Facetten gezeigt.
Gegliedert ist der Band nach Kapiteln, welche die Titel von Cash-Alben tragen und aufgelockert wird der umfangreiche Text durch einige am Stück eingefügte Bilder. Schöner wäre es sicherlich gewesen, diese direkt an der betreffenden Textstelle zu haben, was aber nicht als gravierend zu betrachten ist.
Leider liest sich die Biographie an manchen Stellen etwas holprig und nicht ganz schlüssig, was vermutlich nicht am Autor, sondern eher an der Übersetzerin liegt. Jedenfalls wirkt es etwas befremdlich, wenn Miller über Cash schreibt: „Als 18-Jähriger hatte er sich als Zuschauer bei der ‚Opry’ in ‚Junebug’ mit ihrem strahlenden Lächeln vergafft.“ Dass man Redensarten wie „Every cloud has a silver lining“ nicht allzu wörtlich mit „Aber auch diese Wolke hatte einen Silberrand“ übersetzen sollte, versteht sich eigentlich auch von selbst.
Trotz dieser Kritikpunkte ist Stephen Millers Biographie ein äußerst gut recherchiertes Werk über die Ikone Johnny Cash und für Fans sehr zu empfehlen.
geschrieben am 27.06.2009 | 481 Wörter | 2880 Zeichen
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