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Musik in der Mittelalter-Szene


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Rezension von

Magdalena Kneisel

Musik in der Mittelalter-Szene In seiner Diplomarbeit widmet sich Iwen Schmees der „Musik in der Mittelalter-Szene“ und im Besonderen den „Stilrichtungen, Repertoire und Interpretation“. Veröffentlicht wurde seine Arbeit im Diplomica Verlag 2008. Dementsprechend neu beziehungsweise alt sind auch seine Quellenangaben im Buch. Doch zunächst zum Inhalt: Bevor sich Iwen Schmees näher mit dem hörbaren Musikmaterial der Szene in Form einer Chartanalyse und der näheren Betrachtung von bekannten „Hits“ der Mittalter-Szene widmet, gibt er eine ausgedehnte, detailgenaue und vor allem informative Beschreibung der Mittelalter-Szene, indem er zunächst eine Definition versucht und anschließend ihre wichtigsten Komponenten – den „Moderne Spielmann“, die „Verbindungen zu anderen Musik-Szenen“ – darstellt sowie nach einem Zusammenhang von „Religion und Politik in der Musik der Mittelalter-Szene“ fragt. Er schafft also stimmiger Weise erst die Verständnisvoraussetzungen des Umfeldes eben jener sehr breit gefächerten Szene ehe er sich dem Analyseteil seiner Arbeit widmet. Anzumerken ist hierbei, dass die Quellenlage sehr dürftig ist. Bis jetzt gibt es relativ wenige Betrachtungen der Mittelalter-Szene in Buchform, was den Stellenwert, den diese wissenschaftliche Untersuchung hat, verdeutlicht. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass der Autor sich vor allem Internetquellen und Zeitschriftenartikel („pax et Gaudium“ und „Karfunkel“) bedient. Lobenswert sei hier erwähnt, dass Iwen Schmees auch mittels Interviews mit bekannten namenhaften Künstlern der Szene (Die Streuner, Saltatio Mortis , Fabula) seine Thesen stützt. Wünschenswert wäre für einen weiteren Blickwinkel in diesem Zusammenhang eine breitere Aufstellung der Quellen. Schwierigkeiten treten auch bei den verwendeten Internetquellen au, so kommt es leider vor, dass bestimmte Quellen – wie z.B. „codexverus“ (ein E-book, was als Hauptquelle für die Auswahl der betrachteten Hits angegeben ist) leider nicht mehr unter der angegebenen Seite aufzufinden ist. Ich persönlich würde mir in diesem Zusammenhang auch den Abdruck der Internetquellen im Literaturverzeichnis wünschen sowie eine genauere Behandlung des Abbildungsverzeichnisses. Im Vergleich zu diesem ersten theoretischen Einblick in die „Szene“ fällt die schriftliche Ausarbeitung relativ kurz aus. Jedoch lassen die fein gegliederten Tabellen der Mittalalter-Charts-Analyse den Leser erahnen, welche Bemühungen und welcher Arbeitsaufwand sich dahinter verbergen. 29 analysierte Alben aus dem Jahr 2006 und somit 387 einzelne Titel untersucht er u.a. nach der Sprache des Stücks, den vorkommenden Instrumenten und danach, ob ihnen Originalkompositionen vorlagen. Gleichzeitig vernetzt er aber auch die einzelnen Analysekriterien miteinander und verdeutlicht in Kreuztabellen z.B. den prozentualen Zusammenhang von Benutzung historischer oder historisierender Instrumente zu dem Stil des Musikstücks. All jene Kriterien sind freilich größtenteils von ihm selbst definiert worden, so dass hierbei zu fragen ist, ob nicht die Suche nach einer allgemeingültigen Definition von einzelnen Musikstilen sinnvoll gewesen wäre um die Untersuchungen noch objektiver zu gestalten. Ebenso wäre die direkte Verwendung von Tabellen im eigentlichen Fließtext der Arbeit bei der Auswertung dem Leser von großem Vorteil gewesen, so dass ein ständiges Umblättern zwischen Anhang und Fließtext nicht von Nöten gewesen wäre. Bisweilen ist auch die visuelle Gestaltung der Tabellen unübersichtlich, ob dies allerdings durch die graphische Umsetzung für den Druck in Buchform verzogen wurde, bleibt hier unbeantwortet. Sehr positiv ist jedoch die gute Zusammenfassung seiner Analysen zu bewerten: Klar und pointiert formuliert. Stellt sich also noch die Frage: An wen richtet sich dieses Werk? Bei einer Diplomarbeit ist klar, dass es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt; anhand des Titels ist anzunehmen, dass gerade bei diesem Werk ein persönliches Interesse an der Szene mittspielt. Und so richtet sich das Werk wohl an alle Interessierten der Szene, welche mehr über Hintergründe, Stilrichtungen, Repertoire und Interpretation der Musik in der Mittelalter-Szene erfahren möchten. Als Mensch mit großer Unkenntnis der Szene liest sich das Buch sehr gut, allerdings wäre die eine oder andere genauere Erklärung z.B. bei der Instrumentenklassifizierung hilfreich gewesen. Nichtsdestotrotz bietet das Buch einen guten ersten Einblick in die Musik der Mittelalter-Szene.

In seiner Diplomarbeit widmet sich Iwen Schmees der „Musik in der Mittelalter-Szene“ und im Besonderen den „Stilrichtungen, Repertoire und Interpretation“. Veröffentlicht wurde seine Arbeit im Diplomica Verlag 2008. Dementsprechend neu beziehungsweise alt sind auch seine Quellenangaben im Buch.

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Doch zunächst zum Inhalt: Bevor sich Iwen Schmees näher mit dem hörbaren Musikmaterial der Szene in Form einer Chartanalyse und der näheren Betrachtung von bekannten „Hits“ der Mittalter-Szene widmet, gibt er eine ausgedehnte, detailgenaue und vor allem informative Beschreibung der Mittelalter-Szene, indem er zunächst eine Definition versucht und anschließend ihre wichtigsten Komponenten – den „Moderne Spielmann“, die „Verbindungen zu anderen Musik-Szenen“ – darstellt sowie nach einem Zusammenhang von „Religion und Politik in der Musik der Mittelalter-Szene“ fragt. Er schafft also stimmiger Weise erst die Verständnisvoraussetzungen des Umfeldes eben jener sehr breit gefächerten Szene ehe er sich dem Analyseteil seiner Arbeit widmet.

Anzumerken ist hierbei, dass die Quellenlage sehr dürftig ist. Bis jetzt gibt es relativ wenige Betrachtungen der Mittelalter-Szene in Buchform, was den Stellenwert, den diese wissenschaftliche Untersuchung hat, verdeutlicht. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass der Autor sich vor allem Internetquellen und Zeitschriftenartikel („pax et Gaudium“ und „Karfunkel“) bedient. Lobenswert sei hier erwähnt, dass Iwen Schmees auch mittels Interviews mit bekannten namenhaften Künstlern der Szene (Die Streuner, Saltatio Mortis , Fabula) seine Thesen stützt. Wünschenswert wäre für einen weiteren Blickwinkel in diesem Zusammenhang eine breitere Aufstellung der Quellen.

Schwierigkeiten treten auch bei den verwendeten Internetquellen au, so kommt es leider vor, dass bestimmte Quellen – wie z.B. „codexverus“ (ein E-book, was als Hauptquelle für die Auswahl der betrachteten Hits angegeben ist) leider nicht mehr unter der angegebenen Seite aufzufinden ist. Ich persönlich würde mir in diesem Zusammenhang auch den Abdruck der Internetquellen im Literaturverzeichnis wünschen sowie eine genauere Behandlung des Abbildungsverzeichnisses.

Im Vergleich zu diesem ersten theoretischen Einblick in die „Szene“ fällt die schriftliche Ausarbeitung relativ kurz aus. Jedoch lassen die fein gegliederten Tabellen der Mittalalter-Charts-Analyse den Leser erahnen, welche Bemühungen und welcher Arbeitsaufwand sich dahinter verbergen. 29 analysierte Alben aus dem Jahr 2006 und somit 387 einzelne Titel untersucht er u.a. nach der Sprache des Stücks, den vorkommenden Instrumenten und danach, ob ihnen Originalkompositionen vorlagen. Gleichzeitig vernetzt er aber auch die einzelnen Analysekriterien miteinander und verdeutlicht in Kreuztabellen z.B. den prozentualen Zusammenhang von Benutzung historischer oder historisierender Instrumente zu dem Stil des Musikstücks. All jene Kriterien sind freilich größtenteils von ihm selbst definiert worden, so dass hierbei zu fragen ist, ob nicht die Suche nach einer allgemeingültigen Definition von einzelnen Musikstilen sinnvoll gewesen wäre um die Untersuchungen noch objektiver zu gestalten. Ebenso wäre die direkte Verwendung von Tabellen im eigentlichen Fließtext der Arbeit bei der Auswertung dem Leser von großem Vorteil gewesen, so dass ein ständiges Umblättern zwischen Anhang und Fließtext nicht von Nöten gewesen wäre. Bisweilen ist auch die visuelle Gestaltung der Tabellen unübersichtlich, ob dies allerdings durch die graphische Umsetzung für den Druck in Buchform verzogen wurde, bleibt hier unbeantwortet. Sehr positiv ist jedoch die gute Zusammenfassung seiner Analysen zu bewerten: Klar und pointiert formuliert.

Stellt sich also noch die Frage: An wen richtet sich dieses Werk? Bei einer Diplomarbeit ist klar, dass es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt; anhand des Titels ist anzunehmen, dass gerade bei diesem Werk ein persönliches Interesse an der Szene mittspielt. Und so richtet sich das Werk wohl an alle Interessierten der Szene, welche mehr über Hintergründe, Stilrichtungen, Repertoire und Interpretation der Musik in der Mittelalter-Szene erfahren möchten. Als Mensch mit großer Unkenntnis der Szene liest sich das Buch sehr gut, allerdings wäre die eine oder andere genauere Erklärung z.B. bei der Instrumentenklassifizierung hilfreich gewesen. Nichtsdestotrotz bietet das Buch einen guten ersten Einblick in die Musik der Mittelalter-Szene.

geschrieben am 06.06.2011 | 607 Wörter | 3953 Zeichen

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