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Besservisser beim Kaffeeklatsching


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Rezension von

Anna Kneisel

Besservisser beim Kaffeeklatsching Wörter wandern um die Welt, mit denen, die sie verwenden. Und wenn ein Wort eine Reise tut, dann nennt sich das Peregrinismus. Zu diesen Wanderwörtern gehören aber nicht nur welche aus dem Englischen, wie man hierzulande oftmals meint, angesichts der Tatsache, dass wir hier shoppen gehen, um danach zu relaxen mit einem Softeis in der Hand- und was wir hier sonst so tun. Auch viele Wörter aus dem Deutschen haben eine Bleibe im Wortschatz anderer Sprachen gefunden. Von A wie abseilen über E wie Edelweiß und P wie Pfui bis hin zu Z wie Zwieback hat Autor Sven Siedenberg rund 260 Germanismen in seinem kleinen Lexikon versammelt, mit Erläuterungen zu Entlehnungsweg, Herkunft und Bedeutung(sverschiebung). Da es sich bei seinem Lexikon um ein normales Taschenbuch handelt, kann der Anspruch der Vollständigkeit gar nicht erst gestellt werden. (Bei der fortschreitenden Globalisierung wäre dies auch mehr als vermessen.) Linguisten gehen davon aus, dass es sage und schreibe zwischen 5000 und 10 000 ausgewanderte Wörter gibt - sehr viele davon Fachwörter aus Medizin, Geologie oder Musikwissenschaft. Dass diese Lehnwörter nicht einfach der Phantasie Siedenbergs entsprungen sind, wie man manchmal bei besonders skurrilen Exemplaren geneigt sein könnte zu glauben, wird anhand von Beispielsätzen aus Zeitungsartikeln, aber auch Büchern und anderen Medien belegt. Schade nur, dass manchmal als Belege auch Definitionen des jeweiligen Wortes in der Fremdsprache herhalten müssen, wie zum Beispiel: "He is called a Besserwessi, a pun that turns the term besserwisser, which means know-it-all or smart aleck, into a westerner who thinks he knows everything better." (S.29) Alles in allem ist Besservisser beim Kaffeeklatsching aber ein unterhaltsames Nachschlagewerk, das nicht nur Sprachwissenschaftler begeistern wird – manchmal könnte es auch zur Verständigung in der großen weiten Welt beitragen, wenn man händeringend nach einem Wort in der Fremdsprache sucht, das schon längst auf Deutsch in aller Munde ist, auch wenn eigentlich keiner außer einem selbst Deutsch kann.

Wörter wandern um die Welt, mit denen, die sie verwenden. Und wenn ein Wort eine Reise tut, dann nennt sich das Peregrinismus. Zu diesen Wanderwörtern gehören aber nicht nur welche aus dem Englischen, wie man hierzulande oftmals meint, angesichts der Tatsache, dass wir hier shoppen gehen, um danach zu relaxen mit einem Softeis in der Hand- und was wir hier sonst so tun. Auch viele Wörter aus dem Deutschen haben eine Bleibe im Wortschatz anderer Sprachen gefunden.

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Dass diese Lehnwörter nicht einfach der Phantasie Siedenbergs entsprungen sind, wie man manchmal bei besonders skurrilen Exemplaren geneigt sein könnte zu glauben, wird anhand von Beispielsätzen aus Zeitungsartikeln, aber auch Büchern und anderen Medien belegt. Schade nur, dass manchmal als Belege auch Definitionen des jeweiligen Wortes in der Fremdsprache herhalten müssen, wie zum Beispiel:

"He is called a Besserwessi, a pun that turns the term besserwisser, which means know-it-all or smart aleck, into a westerner who thinks he knows everything better." (S.29)

Alles in allem ist Besservisser beim Kaffeeklatsching aber ein unterhaltsames Nachschlagewerk, das nicht nur Sprachwissenschaftler begeistern wird – manchmal könnte es auch zur Verständigung in der großen weiten Welt beitragen, wenn man händeringend nach einem Wort in der Fremdsprache sucht, das schon längst auf Deutsch in aller Munde ist, auch wenn eigentlich keiner außer einem selbst Deutsch kann.

geschrieben am 24.08.2009 | 311 Wörter | 1794 Zeichen

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