Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Funktionsorientierte körperliche Untersuchungssystematik


Statistiken
  • 2296 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autoren
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Ragan Tanger

Funktionsorientierte körperliche Untersuchungssystematik Kenner des Körpers Wer ein Problem mit seinem Bewegungsapparat hat, sollte nicht unbedingt zu einem Orthopäden gehen. Wieso, werden sich die Meisten fragen, und dabei innerlich – aufgrund ihrer eigenen Erfahrung – die Antwort schon kennen. Der selbst ernannte Facharzt nämlich mag zwar den Körper und seine Bausteine kennen, nicht aber ihre Funktionen und vor allen Dingen ihre Interaktion, die Symbiose menschlichen Daseins in all seinen organischen Facetten – die psychologischen sind hier noch nicht einmal erwähnt. Bekanntestes Beispiel: Der Patient hat Rückenschmerzen, der Orthopäde zieht die Spritze und empfiehlt Bauchmuskelübungen. Ersteres heilt erwiesenermaßen nur oberflächlich, letzteres ist seit 20 Jahren sinnvoll widerlegt, wird aber auch heute noch vom Großteil empfohlen. So ist dieses hier vorliegende, hervorragende Werk in erster Linie eben für jene Körperfachmänner, und nicht nur für Allgemeinmediziner oder Fachleute anderer Richtungen. Der kenntnisreiche Blick auf den Körper und seine Wirkungsweise, die der Sportmediziner Michael Spalleck und der Arbeitsmediziner Walter Kuhn hier anwenden, sucht zumindest in der deutschen Praxis der Ärzteschaft seinesgleichen und sollte tatsächlich mehr als dringend für die Praxisbibliothek empfohlen werden. Dieser Methode einen rechtlich geschützten Namen zu geben („Fokus“ für FunktionsOrientierte Körperliche UntersuchungsSystematik) wäre nicht nötig gewesen, denn der Inhalt ist ja keine Neuerfindung der Autoren; Bewegungspädagogen und Physiotherapeuten arbeiten seit jeher mit solcherart Untersuchungen, aber immerhin: diese hier vorliegende Ansammlung hilfreicher Tests und Verfahren ist eine Goldgrube. Nach einer Einleitung, die die Grundgedanken der Methodik vorstellt, erfolgt die wichtige Erklärung der Anamnese des Bewegungsapparates, also der menschlichen Anatomie, sowie spezifischer Belastungskriterien und Schmerzempfindungseinteilungen, die auf den dafür vorgelegten Bögen eingetragen und zuvörderst am Menschen erkannt werden können. Umfassend und hochprofessionell werden diese Prinzipien dann auf die einzelnen Körpersegmente angewandt. Spalleck und Kuhn bieten hervorragende Fragebogenmuster und erklären dabei die wichtigsten Probleme des Bewegungsapparates jener unterschiedlichen Strukturen. Halswirbelsäule, Schulter-Arm, Arm-Hand, Wirbelsäule-Hüfte und Knie-Sprunggelenk lauten die die fünf Einzelkapitel; allein schon an den Überschriften kann man erkennen, dass hier Experten Zusammenhänge erkennen und in den Vordergrund stellen wollen. Zahlreiche Bilder von den vielen Tests (den neurologischen Test des Unterschenkelausschlags mag ja noch jeder kennen, aber bebildert findet sich hier eine gewichtige Zahl mehr), hervorragende Zeichnungen der anatomischen Körperstruktur, Expertenwissen der Pathologie in Sprache und Vorkommen und hilfreiche Merkkästchen als Zusammenfassungen oder Überblickshilfen runden das sehr gelungene Gesamtbild ab. Abschließend sei noch Dieter Pütz zu erwähnen, der als Psychiater in den einzelnen Kapiteln sowie am Ende des Buches kleine, zumeist sehr wichtige, Hinweise in Richtung psychophysischer Ganzheit einfließen lässt. Leider sind sie von vorneherein nicht umfassend in dieses Buch integriert, wie es schon das Wort und die Logik der psychophysischen Ganzheit vorgibt, aber im Rahmen medizinischer Wissenschaftlichkeit, muss man den fortschreitenden 2000er Jahren attestieren nicht mehr ganz so weit hinter der natürlichen Symbioseleugnung des 19. und 20. Jahrhunderts zu stecken. Von daher also diesbezüglich ein kleiner Funken der Hoffnung, differentialdiagnostisch, anatomisch und funktionell ein wunderbares Feuer, das nicht nur für Ärzte, sondern auch für alle Menschen, die mit Bewegung und ihre Pädagogik oder Heilung zu tun haben (also Physiotherapeuten, Sportlehrer, Bewegeungspädagogen etc.), klar Leuchtendes entfachen kann und deswegen unverzichtbar ist.

Kenner des Körpers

weitere Rezensionen von Ragan Tanger


Wer ein Problem mit seinem Bewegungsapparat hat, sollte nicht unbedingt zu einem Orthopäden gehen. Wieso, werden sich die Meisten fragen, und dabei innerlich – aufgrund ihrer eigenen Erfahrung – die Antwort schon kennen. Der selbst ernannte Facharzt nämlich mag zwar den Körper und seine Bausteine kennen, nicht aber ihre Funktionen und vor allen Dingen ihre Interaktion, die Symbiose menschlichen Daseins in all seinen organischen Facetten – die psychologischen sind hier noch nicht einmal erwähnt. Bekanntestes Beispiel: Der Patient hat Rückenschmerzen, der Orthopäde zieht die Spritze und empfiehlt Bauchmuskelübungen. Ersteres heilt erwiesenermaßen nur oberflächlich, letzteres ist seit 20 Jahren sinnvoll widerlegt, wird aber auch heute noch vom Großteil empfohlen.

So ist dieses hier vorliegende, hervorragende Werk in erster Linie eben für jene Körperfachmänner, und nicht nur für Allgemeinmediziner oder Fachleute anderer Richtungen. Der kenntnisreiche Blick auf den Körper und seine Wirkungsweise, die der Sportmediziner Michael Spalleck und der Arbeitsmediziner Walter Kuhn hier anwenden, sucht zumindest in der deutschen Praxis der Ärzteschaft seinesgleichen und sollte tatsächlich mehr als dringend für die Praxisbibliothek empfohlen werden.

Dieser Methode einen rechtlich geschützten Namen zu geben („Fokus“ für FunktionsOrientierte Körperliche UntersuchungsSystematik) wäre nicht nötig gewesen, denn der Inhalt ist ja keine Neuerfindung der Autoren; Bewegungspädagogen und Physiotherapeuten arbeiten seit jeher mit solcherart Untersuchungen, aber immerhin: diese hier vorliegende Ansammlung hilfreicher Tests und Verfahren ist eine Goldgrube. Nach einer Einleitung, die die Grundgedanken der Methodik vorstellt, erfolgt die wichtige Erklärung der Anamnese des Bewegungsapparates, also der menschlichen Anatomie, sowie spezifischer Belastungskriterien und Schmerzempfindungseinteilungen, die auf den dafür vorgelegten Bögen eingetragen und zuvörderst am Menschen erkannt werden können.

Umfassend und hochprofessionell werden diese Prinzipien dann auf die einzelnen Körpersegmente angewandt. Spalleck und Kuhn bieten hervorragende Fragebogenmuster und erklären dabei die wichtigsten Probleme des Bewegungsapparates jener unterschiedlichen Strukturen. Halswirbelsäule, Schulter-Arm, Arm-Hand, Wirbelsäule-Hüfte und Knie-Sprunggelenk lauten die die fünf Einzelkapitel; allein schon an den Überschriften kann man erkennen, dass hier Experten Zusammenhänge erkennen und in den Vordergrund stellen wollen. Zahlreiche Bilder von den vielen Tests (den neurologischen Test des Unterschenkelausschlags mag ja noch jeder kennen, aber bebildert findet sich hier eine gewichtige Zahl mehr), hervorragende Zeichnungen der anatomischen Körperstruktur, Expertenwissen der Pathologie in Sprache und Vorkommen und hilfreiche Merkkästchen als Zusammenfassungen oder Überblickshilfen runden das sehr gelungene Gesamtbild ab.

Abschließend sei noch Dieter Pütz zu erwähnen, der als Psychiater in den einzelnen Kapiteln sowie am Ende des Buches kleine, zumeist sehr wichtige, Hinweise in Richtung psychophysischer Ganzheit einfließen lässt. Leider sind sie von vorneherein nicht umfassend in dieses Buch integriert, wie es schon das Wort und die Logik der psychophysischen Ganzheit vorgibt, aber im Rahmen medizinischer Wissenschaftlichkeit, muss man den fortschreitenden 2000er Jahren attestieren nicht mehr ganz so weit hinter der natürlichen Symbioseleugnung des 19. und 20. Jahrhunderts zu stecken. Von daher also diesbezüglich ein kleiner Funken der Hoffnung, differentialdiagnostisch, anatomisch und funktionell ein wunderbares Feuer, das nicht nur für Ärzte, sondern auch für alle Menschen, die mit Bewegung und ihre Pädagogik oder Heilung zu tun haben (also Physiotherapeuten, Sportlehrer, Bewegeungspädagogen etc.), klar Leuchtendes entfachen kann und deswegen unverzichtbar ist.

geschrieben am 13.07.2010 | 503 Wörter | 3458 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen