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Prozessführung im Gesellschaftsrecht


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Matthias Gebhardt

Prozessführung im Gesellschaftsrecht Das Buch "Prozessführung im Gesellschaftsrecht – Corporate Litigation" von Erich Waclawik erschien im Jahr 2008 in seiner bisher ersten Auflage im Verlag C.H. Beck. Der Autor will mit dem Werk Theorie für die Praxis zum Verstehen und mit praktischen Hinweisen versehen bereitstellen. Inhaltlich wird auf die Prozessführung der Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften, der eingetragenen Genossenschaft und der europäischen Genossenschaft, des Vereins und ausländischer Rechtsformen – vor allem die der Limited – eingegangen und abschließend das Schiedsverfahren bei gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen dargestellt und erläutert. Den Schwerpunkt und damit längsten Teil des Werkes bildet die Prozessführung der Kapitalgesellschaften. Hier werden auf 140 von insgesamt 192 Seiten die entsprechenden Gesellschaftsformen in den Kontext des Prozesses gebracht und die relevanten Fragen hervorgehoben sowie näher erklärt. Geradezu bildlich öffnet Herr Waclawik in der Einleitung das "Tor zu diesem Bereich"; einer Welt in der stets die Binnenorganisation der Gesellschaften eingebunden ist in die rechtlichen Fragen mit all ihren Komponenten und Parteien. Bevor jedoch die verschiedenen Klagearten behandelt werden, ist fortwährend zum besseren Verständnis ein kleiner Überblick zur Gesellschaftsform selbst oder den wichtigen Strukturmerkmalen gegeben. Hierbei ist etwa in aller Kürze eine prozessrechtliche Grobübersicht der AG zu den möglichen Streitpunkten mit Aufzählung der Klagearten und -Zweck dargestellt. Von der Anfechtungs-, Nichtigkeits- und den entsprechenden Speziellen Klagen dazu über das Freigabeverfahren, die Praxis des aktienrechtlichen Anfechtungsprozesses und das Spruchverfahren bis hin zu Streitigkeiten um die Zuständigkeit oder die Übergehung der Hauptversammlung, die Rechtmäßigkeit von Organhandeln und die Klage auf Nichtigerklärung der Aktiengesellschaft ist die rechtlich-prozessuale Seite der AG so ganzheitlich vertreten. Die praktische Orientierung des Werkes zeigt sich bereits nach wenigen Seiten. Neben einigen Fußnotenverweisen auf literarische Quellen sind zahlreiche Urteile ältester und neuerer Rechtsprechung angegeben. In sprachlicher, sach-, wie auch fachlicher Hinsicht ist das Buch weiterhin einfach gestaltet. Dieser Grad an Einfachheit zeigt sich jedoch nicht in inhaltlichen Kürzungen, sondern durch sehr gut verständliche Formulierungen und Erklärungen von Grund auf. Ein Vorwissen, wenn es auch gering sein mag, ist verständlicher Weise unabdingbar. Was die Sprach und den Stil angeht, so bleibt der Autor zwar bei der juristischen Fachlichkeit, doch ist an mancher Stelle ein sarkastischer Ton unverkennbar. Teile wie dieser verleihen dem Werk dann einen Anstrich, der ein schläfriges Graufärben und das Lesen interessanter werden lassen. Ein etwas leidiger Punkt ist die Übersichtlichkeit des Inhaltsverzeichnisses. Durch einen geringen Zeilenabstand oder aber geringfügige Seiteneinschübe fällt ein Nachschlagen bei bestimmten Fragen nicht allzu leicht. Ein Sachregister am Buchende kann glücklicherweise Abhilfe schaffen und auf schnellem Wege den Leser zum gewünschten Ziel führen. Insgesamt bleibt das Buch recht theoretisch trotz bemühter Praxisrelevanz. Ein weiterer Schritt Richtung Praxis würde die interessante Thematik noch aufwerten. Interessierten, wie auch Praktizierenden oder Studierenden ist das Buch als eine verständnisschaffende Lektüre zum Prozessrecht des Gesellschaftsrechts zu empfehlen.

Das Buch "Prozessführung im Gesellschaftsrecht – Corporate Litigation" von Erich Waclawik erschien im Jahr 2008 in seiner bisher ersten Auflage im Verlag C.H. Beck. Der Autor will mit dem Werk Theorie für die Praxis zum Verstehen und mit praktischen Hinweisen versehen bereitstellen.

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Inhaltlich wird auf die Prozessführung der Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften, der eingetragenen Genossenschaft und der europäischen Genossenschaft, des Vereins und ausländischer Rechtsformen – vor allem die der Limited – eingegangen und abschließend das Schiedsverfahren bei gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen dargestellt und erläutert.

Den Schwerpunkt und damit längsten Teil des Werkes bildet die Prozessführung der Kapitalgesellschaften. Hier werden auf 140 von insgesamt 192 Seiten die entsprechenden Gesellschaftsformen in den Kontext des Prozesses gebracht und die relevanten Fragen hervorgehoben sowie näher erklärt. Geradezu bildlich öffnet Herr Waclawik in der Einleitung das "Tor zu diesem Bereich"; einer Welt in der stets die Binnenorganisation der Gesellschaften eingebunden ist in die rechtlichen Fragen mit all ihren Komponenten und Parteien. Bevor jedoch die verschiedenen Klagearten behandelt werden, ist fortwährend zum besseren Verständnis ein kleiner Überblick zur Gesellschaftsform selbst oder den wichtigen Strukturmerkmalen gegeben. Hierbei ist etwa in aller Kürze eine prozessrechtliche Grobübersicht der AG zu den möglichen Streitpunkten mit Aufzählung der Klagearten und -Zweck dargestellt. Von der Anfechtungs-, Nichtigkeits- und den entsprechenden Speziellen Klagen dazu über das Freigabeverfahren, die Praxis des aktienrechtlichen Anfechtungsprozesses und das Spruchverfahren bis hin zu Streitigkeiten um die Zuständigkeit oder die Übergehung der Hauptversammlung, die Rechtmäßigkeit von Organhandeln und die Klage auf Nichtigerklärung der Aktiengesellschaft ist die rechtlich-prozessuale Seite der AG so ganzheitlich vertreten.

Die praktische Orientierung des Werkes zeigt sich bereits nach wenigen Seiten. Neben einigen Fußnotenverweisen auf literarische Quellen sind zahlreiche Urteile ältester und neuerer Rechtsprechung angegeben.

In sprachlicher, sach-, wie auch fachlicher Hinsicht ist das Buch weiterhin einfach gestaltet. Dieser Grad an Einfachheit zeigt sich jedoch nicht in inhaltlichen Kürzungen, sondern durch sehr gut verständliche Formulierungen und Erklärungen von Grund auf. Ein Vorwissen, wenn es auch gering sein mag, ist verständlicher Weise unabdingbar. Was die Sprach und den Stil angeht, so bleibt der Autor zwar bei der juristischen Fachlichkeit, doch ist an mancher Stelle ein sarkastischer Ton unverkennbar. Teile wie dieser verleihen dem Werk dann einen Anstrich, der ein schläfriges Graufärben und das Lesen interessanter werden lassen.

Ein etwas leidiger Punkt ist die Übersichtlichkeit des Inhaltsverzeichnisses. Durch einen geringen Zeilenabstand oder aber geringfügige Seiteneinschübe fällt ein Nachschlagen bei bestimmten Fragen nicht allzu leicht. Ein Sachregister am Buchende kann glücklicherweise Abhilfe schaffen und auf schnellem Wege den Leser zum gewünschten Ziel führen.

Insgesamt bleibt das Buch recht theoretisch trotz bemühter Praxisrelevanz. Ein weiterer Schritt Richtung Praxis würde die interessante Thematik noch aufwerten. Interessierten, wie auch Praktizierenden oder Studierenden ist das Buch als eine verständnisschaffende Lektüre zum Prozessrecht des Gesellschaftsrechts zu empfehlen.

geschrieben am 18.11.2010 | 449 Wörter | 3075 Zeichen

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