
| ISBN | 3476020320 | |
| Herausgeber | Maria Moog-Grünewald | |
| Verlag | Metzler | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 749 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | - |

Die Realenzyklopädie „Der Neue Pauly“ hat in den Kreisen der Klassischen Philologie seit Jahrzehnten einen festen Platz als maßgebliches Nachschlagewerk zur Antike erlangt. Die Bände dieses Lexikons erhalten immer wieder eine Erweiterung durch Supplementbände.

Das vorliegende Werk stellt Nummer Fünf in der Reihe dieser Erweiterung dar und geht der Frage nach, auf welchen Wegen und mit welchen Werken die griechischen und römischen Mythen Einfluss auf den Kulturbestand Europas genommen haben und immer noch nehmen. Dabei von Interesse sind Literatur, Kunst und Musik, ebenso wie Philosophie und neue Medien. Nicht allein die Rezeption der antiken Mythen, sondern auch die Mythen selbst werden noch einmal in diesem Band von den Autoren vorgestellt. Wer Informationen sucht, die über den jeweiligen Artikel hinausgehen, der bekommt Hilfestellung durch die Bibliographie im Anschluss an jeden Beitrag. Querverweise zu anderen Mythengestalten vereinfachen die Recherche ebenfalls.
Ausgewählt wurden die wichtigsten Figuren der Mythologie, von Achilles, bzw. Achilleus bis Zeus/ Iup(p)iter. Die umfangreichen Beiträge sind übersichtlich gegliedert, dabei wird der Mythos an sich zunächst kurz vorgestellt, bevor auf die Rezeption eingegangen wird. Diese ist aufgeteilt in Epochen und dann noch einmal untergliedert in die verschiedenen Kunstformen.
Welche Aspekte der Figur des Achilleus sind im Mythos selbst von besonderer Bedeutung und wie wandelt sich das Verständnis dieses Charakters über die Jahrhunderte? Bilder antiker Amphoren sind ebenso vertreten, wie künstlerische Mytheninterpretationen von Georges Braque, Manet, Tizian usw. Selbst das Firmenlogo von Versace ist abgebildet im Artikel über Gorgo, auch Medusa genannt.
Das ehrgeizige Unterfangen, einen umfassenden Überblick bezüglich der Bedeutung der Mythen in der europäischen Kultur über den langen Zeitraum von der Antike bis heute zu schaffen, haben die zahlreichen Autoren mit Bravour gemeistert. Sie verstanden nicht nur, die allgemein zu erwartenden Klassiker wie Werke Homers und Ovids in diesem Band zu beleuchten, sondern schufen einen Bezug zur Gegenwart, der sicher auch einige Ansatzpunkte für den Lateinunterricht liefert.
In Anbetracht des saftigen Preises ist dieser Band leider eher nicht zur Anschaffung für Studenten der klassischen Philologie zu empfehlen, aufgrund des hervorragenden Inhalts sollten Universitätsbibliotheken diesen aber auf jeden Fall in den Bestand aufnehmen.
geschrieben am 22.06.2009 | 342 Wörter | 2148 Zeichen
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