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Writing Along Broken Lines: Violence and Ethnicity in Contemporary Maori Fiction


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Rezension von

Nadia Majid

Writing Along Broken Lines: Violence and Ethnicity in Contemporary Maori Fiction Obwohl die Diskussion ĂŒber postkoloniale Literatur seit Jahren auf dem Höhepunkt ist, wird Neuseeland - wie seine Lage auf dem Weltatlas - weiterhin an den Rand gedrĂ€ngt. 1998 veröffentlichte der schweizer Literturwissenschaftler Otto Heim die erste Studie zu englischsprachiger Maoriliteratur in BuchlĂ€nge. Es ist eine stark gekĂŒrzte Überarbeitung seiner Dissertation (UniversitĂ€t Basel) und behandelt die Literatur zwischen 1972 und 1992 in Hinblick auf Gewalt und EthnizitĂ€t, darunter bekannte BĂŒcher wie „the bone people“, „Potiki“ und das verfilmte „Once Were Warriors“ und auch eher selten genannte Texte. Durch die KĂŒrzung der ursprĂŒnglichen Untersuchung ist es notwendig, Basiswissen in dieser Thematik zu besitzen, denn nicht alles wird ausfĂŒhrlich erklĂ€rt oder man wird ohne Umschweife auf verwandte Gebiete verwiesen. Heims These geht davon aus, daß die Maoribevölkerung sich in einer IdentitĂ€tskrise befindet, die sich in Gewalt ausdrĂŒckt. Der Nachlass des Kolonialismus verhindert, daß sie in der verwestlichten Gesellschaft Neuseelands weiterhin ihre Kultur vollstĂ€ndig bewahren können. Bei der Anstrengung, den Schaden des kolonialen Erben wieder gut zu machen, kommt es zu Wut und Gewalt, die sich ebenfalls in der Literatur widerspiegeln. Heim bezeichnet die Kultur der Maori als „a culture of survival“, einer Kultur des Überlebens, die charakterisiert wird durch den stĂ€ndigen Kampf gegen Pakeha (Nachfahren der ersten europĂ€ischen Siedler) und andere gesellschaftliche und kulturelle EinflĂŒsse. Im ersten Teil des Buches zeigt Heim auf, wie verschiedene Arten der Gewalt in der Literatur verarbeitet werden und welche Sprache diese Problematik entsprechend ausdrĂŒcken könnte. Teil zwei vertieft diese Untersuchung in Hinblick auf die Frage nach postkolonialer IdentitĂ€t und EthnizitĂ€t sowie der scheinbaren Unvereinbarkeit von kolonialer Erfahrung und einheimischen Traditionen und Lebensweisen. So gesehen ist die Literatur der Maori politisch motiviert und ein Instrument der VerĂ€nderung. Daß Heim weder Maori noch Pakeha ist, ermöglicht ihm, einen weitestgehend unvoreingenommenen Blick auf die besprochene Problematik zu werfen. Gleichzeitig ist dies auch ein möglicher Kritikpunkt, da nicht-neuseelĂ€ndische Forscher im Bereich Maori Kultur ungern gesehen werden und Heim schließlich aus dem Europa schreibt, das das Land ursprĂŒnglich kolonialisiert hat. Nichtsdestotrotz ist es ein wichtiger, fundierter und meist klarer Beitrag zur Untersuchung postkolonialer Literatur und besonders zur Erforschung von Neuseelands Literatur, die grundsĂ€tzlich wenig kritisches Interesse hervor ruft. Meiner Meinung nach ist es angesichts der dĂŒnn gesĂ€ten Forschungsliteratur ein unverzichtbares Buch fĂŒr diejenigen, die sich mit neuseelĂ€ndischer Literatur im Allgemeinen und Maoriliteratur im Speziellen beschĂ€ftigen.

Obwohl die Diskussion ĂŒber postkoloniale Literatur seit Jahren auf dem Höhepunkt ist, wird Neuseeland - wie seine Lage auf dem Weltatlas - weiterhin an den Rand gedrĂ€ngt. 1998 veröffentlichte der schweizer Literturwissenschaftler Otto Heim die erste Studie zu englischsprachiger Maoriliteratur in BuchlĂ€nge. Es ist eine stark gekĂŒrzte Überarbeitung seiner Dissertation (UniversitĂ€t Basel) und behandelt die Literatur zwischen 1972 und 1992 in Hinblick auf Gewalt und EthnizitĂ€t, darunter bekannte BĂŒcher wie „the bone people“, „Potiki“ und das verfilmte „Once Were Warriors“ und auch eher selten genannte Texte. Durch die KĂŒrzung der ursprĂŒnglichen Untersuchung ist es notwendig, Basiswissen in dieser Thematik zu besitzen, denn nicht alles wird ausfĂŒhrlich erklĂ€rt oder man wird ohne Umschweife auf verwandte Gebiete verwiesen.

Heims These geht davon aus, daß die Maoribevölkerung sich in einer IdentitĂ€tskrise befindet, die sich in Gewalt ausdrĂŒckt. Der Nachlass des Kolonialismus verhindert, daß sie in der verwestlichten Gesellschaft Neuseelands weiterhin ihre Kultur vollstĂ€ndig bewahren können. Bei der Anstrengung, den Schaden des kolonialen Erben wieder gut zu machen, kommt es zu Wut und Gewalt, die sich ebenfalls in der Literatur widerspiegeln.

Heim bezeichnet die Kultur der Maori als „a culture of survival“, einer Kultur des Überlebens, die charakterisiert wird durch den stĂ€ndigen Kampf gegen Pakeha (Nachfahren der ersten europĂ€ischen Siedler) und andere gesellschaftliche und kulturelle EinflĂŒsse. Im ersten Teil des Buches zeigt Heim auf, wie verschiedene Arten der Gewalt in der Literatur verarbeitet werden und welche Sprache diese Problematik entsprechend ausdrĂŒcken könnte. Teil zwei vertieft diese Untersuchung in Hinblick auf die Frage nach postkolonialer IdentitĂ€t und EthnizitĂ€t sowie der scheinbaren Unvereinbarkeit von kolonialer Erfahrung und einheimischen Traditionen und Lebensweisen. So gesehen ist die Literatur der Maori politisch motiviert und ein Instrument der VerĂ€nderung.

Daß Heim weder Maori noch Pakeha ist, ermöglicht ihm, einen weitestgehend unvoreingenommenen Blick auf die besprochene Problematik zu werfen. Gleichzeitig ist dies auch ein möglicher Kritikpunkt, da nicht-neuseelĂ€ndische Forscher im Bereich Maori Kultur ungern gesehen werden und Heim schließlich aus dem Europa schreibt, das das Land ursprĂŒnglich kolonialisiert hat. Nichtsdestotrotz ist es ein wichtiger, fundierter und meist klarer Beitrag zur Untersuchung postkolonialer Literatur und besonders zur Erforschung von Neuseelands Literatur, die grundsĂ€tzlich wenig kritisches Interesse hervor ruft.

Meiner Meinung nach ist es angesichts der dĂŒnn gesĂ€ten Forschungsliteratur ein unverzichtbares Buch fĂŒr diejenigen, die sich mit neuseelĂ€ndischer Literatur im Allgemeinen und Maoriliteratur im Speziellen beschĂ€ftigen.

geschrieben am 22.10.2007 | 381 Wörter | 2504 Zeichen

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