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Jim Morrison


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Rezension von

Frank Drehmel

Jim Morrison Rechtzeitig zum Todestag Jim Morrisons, der sich am 03.07.2011 zum 40. Mal jährt, veröffentlicht Splitter die Comic-Kurz-Biografie des legendären Frontmanns und Sängers der Doors, einer Band, deren Titel "The End" spätestens in Francis Ford Coppolas wuchtigem Anti-Kriegsfilm "Apocalypse Now" Unsterblichkeit erlangte. Ausgehend von europäischen Stationen Morrisons im Jahre 1971 – Paris und Casablanca –, die dieser mit seiner Freundin Pamela Courson bereiste, lässt Autor Bertocchini seinen Protagonisten ausgewählte Momente seines Lebens Revue passieren, darunter insbesondere die ersten und letzten Begegnungen mit der Band. Beginnen wir mit dem Positiven, dem Artwork Jefs: in seinen expressiven Schwarzweiß-Bildern bedient er sich unterschiedlicher Techniken, mit der Folge, dass die Bilder zwischen verwaschen, skizzenhaft und vergleichsweise detailliert feinstrichig schwanken, wobei z.T. gerade in den Szenen mit architektonischen Bildelementen – aber auch in der Darstellung des Hauptprotagonisten – Fotos als Grundlage gedient zu haben scheinen. Insgesamt vermittelt das Artwork einen gleichermaßen dynamisch-cineastischen wie – trotz aller Skizzenhaftigkeit – realismusnahen Eindruck und fesselt den Leser sowohl ob der Technik, als auch der Bildinhalte von der ersten Seite an. Hingegen ist die Story selbst nur etwas für ausgesprochene Morrison-Fans – und die werden kaum Neues erfahren: Bertocchini zeigt uns einen jammernden und jämmerlichen Möchtegern-Intellektuellen und -Lyriker, einen charismatischen, drogenaffinen Poser, dem er in seinem Vorwort eine geradezu religiös-devote Ehrerbietung angedeihen lässt und ihn zu etwas Mystischem hochstilisiert. Dementsprechend bleibt der Autor auch auf der Ebene der Kunstfigur "Morrison" verhaftet und nähert sich dem Menschen hinter dieser Figuren keinen Deut, was zum Teil zwar auch an der Kürze der Biografie liegen mag, aber unterm Strich eher der unkritischen Grundhaltung bzw- -herangehensweise zuzuschreiben. Und nicht nur der Person nähert sich Bertocchini nicht an, auch das Zeit und Lokalkolorit lassen zu wünschen übrig. Fazit: Ikonenverehrung in Comic-Form: grafisch hochinteressant und spannnend, inhaltlich langweilig, undistanziert und überflüssig, weil es die Kunstfigur, den Poser "Morrison" aus keiner neuen Perspektive zeigt.

Rechtzeitig zum Todestag Jim Morrisons, der sich am 03.07.2011 zum 40. Mal jährt, veröffentlicht Splitter die Comic-Kurz-Biografie des legendären Frontmanns und Sängers der Doors, einer Band, deren Titel "The End" spätestens in Francis Ford Coppolas wuchtigem Anti-Kriegsfilm "Apocalypse Now" Unsterblichkeit erlangte.

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Ausgehend von europäischen Stationen Morrisons im Jahre 1971 – Paris und Casablanca –, die dieser mit seiner Freundin Pamela Courson bereiste, lässt Autor Bertocchini seinen Protagonisten ausgewählte Momente seines Lebens Revue passieren, darunter insbesondere die ersten und letzten Begegnungen mit der Band.

Beginnen wir mit dem Positiven, dem Artwork Jefs: in seinen expressiven Schwarzweiß-Bildern bedient er sich unterschiedlicher Techniken, mit der Folge, dass die Bilder zwischen verwaschen, skizzenhaft und vergleichsweise detailliert feinstrichig schwanken, wobei z.T. gerade in den Szenen mit architektonischen Bildelementen – aber auch in der Darstellung des Hauptprotagonisten – Fotos als Grundlage gedient zu haben scheinen. Insgesamt vermittelt das Artwork einen gleichermaßen dynamisch-cineastischen wie – trotz aller Skizzenhaftigkeit – realismusnahen Eindruck und fesselt den Leser sowohl ob der Technik, als auch der Bildinhalte von der ersten Seite an.

Hingegen ist die Story selbst nur etwas für ausgesprochene Morrison-Fans – und die werden kaum Neues erfahren: Bertocchini zeigt uns einen jammernden und jämmerlichen Möchtegern-Intellektuellen und -Lyriker, einen charismatischen, drogenaffinen Poser, dem er in seinem Vorwort eine geradezu religiös-devote Ehrerbietung angedeihen lässt und ihn zu etwas Mystischem hochstilisiert.

Dementsprechend bleibt der Autor auch auf der Ebene der Kunstfigur "Morrison" verhaftet und nähert sich dem Menschen hinter dieser Figuren keinen Deut, was zum Teil zwar auch an der Kürze der Biografie liegen mag, aber unterm Strich eher der unkritischen Grundhaltung bzw- -herangehensweise zuzuschreiben. Und nicht nur der Person nähert sich Bertocchini nicht an, auch das Zeit und Lokalkolorit lassen zu wünschen übrig.

Fazit: Ikonenverehrung in Comic-Form: grafisch hochinteressant und spannnend, inhaltlich langweilig, undistanziert und ĂĽberflĂĽssig, weil es die Kunstfigur, den Poser "Morrison" aus keiner neuen Perspektive zeigt.

geschrieben am 24.07.2011 | 307 Wörter | 2036 Zeichen

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