Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Jungs im Abseits


Statistiken
  • 4111 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Romy Bigalke

Jungs im Abseits „Jungs im Abseits“ wurde von Dr. Leonard Sax verfasst, einem Kinderarzt und Entwicklungspsychologen. Er spricht von Jungen, die trotz hoher Intelligenz lieber Computerspiele spielen, als sich fĂŒr die Schule vorzubereiten. Von Jungen, denen es gleichgĂŒltig ist, wie erfolgreich sie sind. Schulerfolg sei nĂ€mlich was fĂŒr MĂ€dchen. Er berichtet von Eltern, die auf seinen VortrĂ€gen ihre Meinung dahingehend Ă€ußern, dass eben in der Schule alles falsch lĂ€uft. Dr. Leonard Sax hat fĂŒr seine Erkenntnisse mehrere Jahre lang verschiedenste Schulen besucht und Kinder aus ganz unterschiedlichen Schichten behandelt. Dabei stieß er auf fĂŒnf Faktoren, die immer wieder ursĂ€chlich fĂŒr den ‚Virus der GleichgĂŒltigkeit‘ zu sein schienen. Als ersten Faktor beschreibt Sax Schul- und Unterrichtsformen, die nicht auf die Entwicklungsprozesse von Jungen ausgerichtet sind. Studien belegen die unterschiedliche Gehirnreifung von MĂ€dchen und Jungen. Die Praxis scheint diese Erkenntnisse aber nicht in ihre Konzepte aufzunehmen und sich zu verĂ€ndern. Das exzessive Spielen von Videospielen ist fĂŒr Sax ebenfalls ein Faktor. Das Verschwinden aus der RealitĂ€t hinein in eine Welt, in der man mĂ€chtig ist. Der Autor gibt an dieser Stelle auch Hinweise fĂŒr den richtigen Umgang mit solchen Spielen. Er stellt sich somit gegen ein Verbot und befĂŒrwortet ein bewusstes Spielen am Computer mit Zeitlimit und ohne VerdrĂ€ngung anderer AktivitĂ€ten, in denen soziale Beziehungen eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. Als dritten Faktor nennt der Arzt die medizinische Behandlung von ADHS. Die Anzahl der diagnostizierten FĂ€lle hat nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland maßgeblich zugenommen. Die Diskussion, ob Medikamente wie Ritalin gegeben oder andere Maßnahmen ergriffen werden, schaukelt sich immer weiter nach oben. Durch Medikamente verlieren Kinder, laut Sax, den Antrieb oder die Motivation etwas zu leisten. Damit wĂ€ren wir also zugespitzt gesagt bei ruhiggestellten Kindern, die keine Lust haben, sich Ziele zu stecken und diese durch Ehrgeiz zu erreichen. Als vierten Faktor nennt der Psychologe endokrine Stoffe, verschmutztes Trinkwasser, Hormone im Fleisch und als eine Folge zum Beispiel, dass der Körper von Jungen heute weniger Spermien bildet, als das bei frĂŒheren Generationen der Fall war. Er berichtet von mĂ€nnlichen Fischen, die an einem Fluss in Washington gefangen und untersucht wurden. Festgestellt wurde, dass diese mĂ€nnlichen Fische keine Sperma-, sondern Eizellen produzierten. ZurĂŒck zur Motivation: Der Autor stellt fest, dass die dafĂŒr ursĂ€chlichen Stoffe auf die Motivation der MĂ€dchen scheinbar keinen Einfluss hatten, aber unsere Jungen immer antriebsloser werden. Inwieweit das zusammenhĂ€ngt, sollten Sie selbst nachlesen. Das Ergebnis der genannten vier Faktoren sind Jungen, die das Hotel Mama genießen und kein Problem damit haben. Und schon sind wir beim fĂŒnften Faktor angelangt. Das Vorbild fĂŒr die Jungen fehlt in den Familien hĂ€ufig. Immer mehr MĂŒtter erziehen ihre Kinder allein und in den Schulen und Kitas arbeiten ebenfalls hauptsĂ€chlich Frauen. Jungen können sich demnach wenig abschauen. Zum Abschluss bietet Sax ein Kapitel an, indem es VerĂ€nderungsvorschlĂ€ge zu den einzelnen Faktoren gibt. Ob die Jungen dadurch antriebsstĂ€rker werden? Das Buch ist sehr interessant und verstĂ€ndlich geschrieben, doch fehlt mir an manchen Stellen der stĂ€rkere Bezug auf die Situation in Deutschland, auch wenn viele Erkenntnisse sicher auch auf die deutsche Lebensweise zutreffen. Literaturangaben am Ende des Werkes ermutigen zum Weiterlesen und ich kann das Buch nur empfehlen.

„Jungs im Abseits“ wurde von Dr. Leonard Sax verfasst, einem Kinderarzt und Entwicklungspsychologen. Er spricht von Jungen, die trotz hoher Intelligenz lieber Computerspiele spielen, als sich fĂŒr die Schule vorzubereiten. Von Jungen, denen es gleichgĂŒltig ist, wie erfolgreich sie sind. Schulerfolg sei nĂ€mlich was fĂŒr MĂ€dchen. Er berichtet von Eltern, die auf seinen VortrĂ€gen ihre Meinung dahingehend Ă€ußern, dass eben in der Schule alles falsch lĂ€uft. Dr. Leonard Sax hat fĂŒr seine Erkenntnisse mehrere Jahre lang verschiedenste Schulen besucht und Kinder aus ganz unterschiedlichen Schichten behandelt. Dabei stieß er auf fĂŒnf Faktoren, die immer wieder ursĂ€chlich fĂŒr den ‚Virus der GleichgĂŒltigkeit‘ zu sein schienen.

weitere Rezensionen von Romy Bigalke


Als ersten Faktor beschreibt Sax Schul- und Unterrichtsformen, die nicht auf die Entwicklungsprozesse von Jungen ausgerichtet sind. Studien belegen die unterschiedliche Gehirnreifung von MĂ€dchen und Jungen. Die Praxis scheint diese Erkenntnisse aber nicht in ihre Konzepte aufzunehmen und sich zu verĂ€ndern. Das exzessive Spielen von Videospielen ist fĂŒr Sax ebenfalls ein Faktor. Das Verschwinden aus der RealitĂ€t hinein in eine Welt, in der man mĂ€chtig ist. Der Autor gibt an dieser Stelle auch Hinweise fĂŒr den richtigen Umgang mit solchen Spielen. Er stellt sich somit gegen ein Verbot und befĂŒrwortet ein bewusstes Spielen am Computer mit Zeitlimit und ohne VerdrĂ€ngung anderer AktivitĂ€ten, in denen soziale Beziehungen eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. Als dritten Faktor nennt der Arzt die medizinische Behandlung von ADHS. Die Anzahl der diagnostizierten FĂ€lle hat nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland maßgeblich zugenommen. Die Diskussion, ob Medikamente wie Ritalin gegeben oder andere Maßnahmen ergriffen werden, schaukelt sich immer weiter nach oben. Durch Medikamente verlieren Kinder, laut Sax, den Antrieb oder die Motivation etwas zu leisten. Damit wĂ€ren wir also zugespitzt gesagt bei ruhiggestellten Kindern, die keine Lust haben, sich Ziele zu stecken und diese durch Ehrgeiz zu erreichen. Als vierten Faktor nennt der Psychologe endokrine Stoffe, verschmutztes Trinkwasser, Hormone im Fleisch und als eine Folge zum Beispiel, dass der Körper von Jungen heute weniger Spermien bildet, als das bei frĂŒheren Generationen der Fall war. Er berichtet von mĂ€nnlichen Fischen, die an einem Fluss in Washington gefangen und untersucht wurden. Festgestellt wurde, dass diese mĂ€nnlichen Fische keine Sperma-, sondern Eizellen produzierten.

ZurĂŒck zur Motivation: Der Autor stellt fest, dass die dafĂŒr ursĂ€chlichen Stoffe auf die Motivation der MĂ€dchen scheinbar keinen Einfluss hatten, aber unsere Jungen immer antriebsloser werden. Inwieweit das zusammenhĂ€ngt, sollten Sie selbst nachlesen. Das Ergebnis der genannten vier Faktoren sind Jungen, die das Hotel Mama genießen und kein Problem damit haben. Und schon sind wir beim fĂŒnften Faktor angelangt. Das Vorbild fĂŒr die Jungen fehlt in den Familien hĂ€ufig. Immer mehr MĂŒtter erziehen ihre Kinder allein und in den Schulen und Kitas arbeiten ebenfalls hauptsĂ€chlich Frauen. Jungen können sich demnach wenig abschauen. Zum Abschluss bietet Sax ein Kapitel an, indem es VerĂ€nderungsvorschlĂ€ge zu den einzelnen Faktoren gibt. Ob die Jungen dadurch antriebsstĂ€rker werden?

Das Buch ist sehr interessant und verstÀndlich geschrieben, doch fehlt mir an manchen Stellen der stÀrkere Bezug auf die Situation in Deutschland, auch wenn viele Erkenntnisse sicher auch auf die deutsche Lebensweise zutreffen. Literaturangaben am Ende des Werkes ermutigen zum Weiterlesen und ich kann das Buch nur empfehlen.

geschrieben am 08.05.2009 | 520 Wörter | 3128 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen