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Die Schwarzwälder Höhenwege


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Rezension von

Ragan Tanger

Die Schwarzwälder Höhenwege Hoch und weit Auch wenn es sich manchmal altbacken anhört, kennzeichnen Ausdrücke wie auf Schusters Rappen doch eindringlich den urtümlichen Charakter des Wanderns. Trotzdem handelt es sich beim deutschen Volkssport um eine Bewegungsart, die in der modernen Technikgesellschaft gegen alle Konkurrenz ihren Spitzenplatz nicht zu fürchten braucht. Der Silberburg-Verlag, der den südwestdeutschen Raum mit seinen Wander- und Reiseführern hervorragend abdeckt, bietet mit den Schwarzwälder Höhenwegen ein neues, starkes Paket, das allen Wander- und Kulturinteressierten bekömmlich sein wird. Die drei Höhenwege im Schwarzwald sind nicht nur berühmt, sondern auch sehr lang, drum ist eine übersichtliche Zusammenfassung auch so wünschenswert. Alle drei beginnen an der Pforte des Schwarzwaldes, genauer gesagt in Pforzheim, und ziehen sich nach Süden. Geographisch logisch werden sie in den Westweg (rote Raute auf weißem Grund – führt bis Basel), den Mittelweg (rote Raute mit weißem Balken auf weißem Grund – bis Waldshut) und den Ostweg (schwarz-rote Raute auf weißem Grund – bis Schaffhausen) eingeteilt und sind jeweils 279, 223 und 238 Kilometer lang. Alle drei Routen werden in dem kleinen Führer in 11 respektive 9 oder 12 Etappen gebührend vorgestellt und hinreichend beschrieben. Allerdings, so viel sei angemerkt, sind hier keine Karten und detaillierte Wegbeschreibungen angegeben, sondern einfach nur der Start- und Zielpunkt - den entsprechenden Markierungen ist eben Folge zu leisten; und wie alle ausländischen Besucher, die sich einmal in Schwarzwälder Höhen und auf ihre Wege begeben haben, betonen, ist dies ja auch keine große Schwierigkeit, denn deutsche Wandergebiete, insbesondere der hervorragend vom gleichnamigen Verein beschilderte Schwarzwald, sind ja bekanntlich besser ausgewiesen als Straßen und Ortschaften in jedem anderen Land der Erde. Natürlich ist dies nicht das erste Werk, das sich die Höhenwege zum Titel nimmt, doch es ist ein ausgezeichnetes und herrlich unterhaltendes. Denn jede Etappe wird von geographischen, historischen, kulturellen, infrastrukturellen, botanischen oder geologischen Erklärungen und Geschichten begleitet. Mal deskriptiv und nüchtern wie der Fließtext jedes Kapitels, mal humorvoll und mit Augenzwinkern wie der kursiv geschrieben Textteil am Ende. So erfahren die Leser und Wanderer unter anderem, woher der schwäbische Ausdruck Grind kommt, wie und wann der Schwarzwald besiedelt wurde und ebenso die Herkunft seines Namens, auch wann das erste Mal Ski auf dem Schwarzwald gefahren wurde, wie die Bergbauwerke entstanden und später eingingen, warum man das Autokennzeichens Freudenstadt (FDS) als deutsches Wirtschaftswundersynonym verstand und dass die älteste Autofabrik der Welt noch immer im Murgtal steht. Eine Vielzahl von Informationen, die man theoretisch auch ohne pedale Beschreitung nachlesen und gedanklich nachgehen könnte. Aber, aber, wird der Wanderfreund erwidern, das ist ja nicht im Sinne des Erfinders, und auch nicht im Sinne des Autors Peter Gürth, dem ehemaligen Forstamtleiter und Professor für Waldbau. Auch die kleinen Infokästen, in denen Öffnungszeiten, Telefonnummern oder Internetadressen von entsprechenden Anlagen, Bahnen laden zur Nutzung ein. Mit schönen Fotografien sind die einzelnen Beschreibungen im Übrigen auch versehen, wobei ein Anachronismus für Aufsehen sorgt: Die Glasbläser in Wolfach wurden in den 1970er Jahren fotografiert und seitdem wurde wohl im Gegensatz zu all den andere Motiven kein neues Bild gemacht. Sieht jedenfalls lustig aus, die Schlaghosen und Koteletten inmitten all der modernen Glattheit. Und passt irgendwie zum Schwarzwaldverein, der den notwendigen Anachronismus ja zu Recht beibehält. Schusters Rappen, nämlich. Ach so, der Ausdruck stammt übrigens aus dem 17. Jahrhundert und erinnert noch heute daran, dass der Schuster einer der wenigen war, der kein Pferd zur Verfügung hatte. Viel Spaß beim Wandern.

Hoch und weit

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Auch wenn es sich manchmal altbacken anhört, kennzeichnen Ausdrücke wie auf Schusters Rappen doch eindringlich den urtümlichen Charakter des Wanderns. Trotzdem handelt es sich beim deutschen Volkssport um eine Bewegungsart, die in der modernen Technikgesellschaft gegen alle Konkurrenz ihren Spitzenplatz nicht zu fürchten braucht. Der Silberburg-Verlag, der den südwestdeutschen Raum mit seinen Wander- und Reiseführern hervorragend abdeckt, bietet mit den Schwarzwälder Höhenwegen ein neues, starkes Paket, das allen Wander- und Kulturinteressierten bekömmlich sein wird.

Die drei Höhenwege im Schwarzwald sind nicht nur berühmt, sondern auch sehr lang, drum ist eine übersichtliche Zusammenfassung auch so wünschenswert. Alle drei beginnen an der Pforte des Schwarzwaldes, genauer gesagt in Pforzheim, und ziehen sich nach Süden. Geographisch logisch werden sie in den Westweg (rote Raute auf weißem Grund – führt bis Basel), den Mittelweg (rote Raute mit weißem Balken auf weißem Grund – bis Waldshut) und den Ostweg (schwarz-rote Raute auf weißem Grund – bis Schaffhausen) eingeteilt und sind jeweils 279, 223 und 238 Kilometer lang. Alle drei Routen werden in dem kleinen Führer in 11 respektive 9 oder 12 Etappen gebührend vorgestellt und hinreichend beschrieben.

Allerdings, so viel sei angemerkt, sind hier keine Karten und detaillierte Wegbeschreibungen angegeben, sondern einfach nur der Start- und Zielpunkt - den entsprechenden Markierungen ist eben Folge zu leisten; und wie alle ausländischen Besucher, die sich einmal in Schwarzwälder Höhen und auf ihre Wege begeben haben, betonen, ist dies ja auch keine große Schwierigkeit, denn deutsche Wandergebiete, insbesondere der hervorragend vom gleichnamigen Verein beschilderte Schwarzwald, sind ja bekanntlich besser ausgewiesen als Straßen und Ortschaften in jedem anderen Land der Erde.

Natürlich ist dies nicht das erste Werk, das sich die Höhenwege zum Titel nimmt, doch es ist ein ausgezeichnetes und herrlich unterhaltendes. Denn jede Etappe wird von geographischen, historischen, kulturellen, infrastrukturellen, botanischen oder geologischen Erklärungen und Geschichten begleitet. Mal deskriptiv und nüchtern wie der Fließtext jedes Kapitels, mal humorvoll und mit Augenzwinkern wie der kursiv geschrieben Textteil am Ende. So erfahren die Leser und Wanderer unter anderem, woher der schwäbische Ausdruck Grind kommt, wie und wann der Schwarzwald besiedelt wurde und ebenso die Herkunft seines Namens, auch wann das erste Mal Ski auf dem Schwarzwald gefahren wurde, wie die Bergbauwerke entstanden und später eingingen, warum man das Autokennzeichens Freudenstadt (FDS) als deutsches Wirtschaftswundersynonym verstand und dass die älteste Autofabrik der Welt noch immer im Murgtal steht. Eine Vielzahl von Informationen, die man theoretisch auch ohne pedale Beschreitung nachlesen und gedanklich nachgehen könnte.

Aber, aber, wird der Wanderfreund erwidern, das ist ja nicht im Sinne des Erfinders, und auch nicht im Sinne des Autors Peter Gürth, dem ehemaligen Forstamtleiter und Professor für Waldbau. Auch die kleinen Infokästen, in denen Öffnungszeiten, Telefonnummern oder Internetadressen von entsprechenden Anlagen, Bahnen laden zur Nutzung ein. Mit schönen Fotografien sind die einzelnen Beschreibungen im Übrigen auch versehen, wobei ein Anachronismus für Aufsehen sorgt: Die Glasbläser in Wolfach wurden in den 1970er Jahren fotografiert und seitdem wurde wohl im Gegensatz zu all den andere Motiven kein neues Bild gemacht. Sieht jedenfalls lustig aus, die Schlaghosen und Koteletten inmitten all der modernen Glattheit. Und passt irgendwie zum Schwarzwaldverein, der den notwendigen Anachronismus ja zu Recht beibehält. Schusters Rappen, nämlich. Ach so, der Ausdruck stammt übrigens aus dem 17. Jahrhundert und erinnert noch heute daran, dass der Schuster einer der wenigen war, der kein Pferd zur Verfügung hatte. Viel Spaß beim Wandern.

geschrieben am 19.12.2011 | 557 Wörter | 3433 Zeichen

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