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Prinz der Dunkelheit


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Informationen zum Buch
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Rezension von

E. Kneisel

Prinz der Dunkelheit Rache an dem Mann, der seine Mutter vergewaltigen und aufschlitzen ließ, an dem Mann der den goldgelockten Kopf seines Bruders gegen einen Felsen schleudern ließ und Rache an dem Mann, für den das Leben der beiden nicht mehr Wert hatte als ein paar Pferde und Rechte an einem Fluss. Mit seinen Brüdern, einer Bande gesetzloser Straßenräuber, zieht er mordend und brandschatzend durch das Land – immer als Spieler eines Spiels, das er selbst noch nicht durchschaut hat. Rache, lang erwartete und beängstigend gute Fantasy verspricht der Buchrücken und tatsächlich ist das Buch erstaunlich vielseitig. Aber von Anfang an: Auf den ersten Seiten zieht Mark Lawrence alle Register der Dunkelheit. Ein kleiner Junge der eine Mörderbande beherrscht und keine Gnade zeigt, kalt und herzlos – so stellt er den Hauptcharakter vor. Nachdem ich schon Bücher gelesen habe, die über diese kalte Grausamkeit nicht hinausgehen, stimmte mich dieser Einstieg zunächst einmal sehr vorsichtig. Doch das Buch zog mich in seinen Bann und nachdem der Autor erst mal ein klargestellt hat, was er unter Brutalität versteht, gewinnt das Buch deutlich an Tiefgang. Jorg ist keinesfalls einfach nur grausam. Aufgrund der Tragik die auf dem ersten Blick hinter seinem Schicksal steckt und über die man nur Stück für Stück erfährt, kann man noch nicht einmal richtig zornig werden. So bündelt Mark Lawrence geschickt das Entsetzen über die blutige Seite des Buches auf die Erinnerungen Jorgs und nicht auf seine Taten. Dies nimmt im Laufe der Geschichte zu. Neue Figuren und überraschende Wendungen tauchen immer dann auf, wenn man nicht damit rechnet – obwohl der Lesende natürlich von Anfang an ahnt, dass mehr dahinter – hinter Jorgs Charakter und hinter der Welt – stecken muss. Dem Autor gelingt es in dem ganzen Durcheinander aus Blut, Rache und Verzweiflung auch immer wieder seinen feinen aber auch sehr bitteren Humor einfließen zu lassen. Erzählt wird die Geschichte von Jorg selbst. Die Sprache des Buches kommt ohne viele Schnörkeleien aus, ist aber trotzdem genauso lebendig, wie die Chaktertypen, die der Autor beschreibt. Besonders auffallend sind die kleinen Texte, die jedem der kurzen Kapitel vorausgehen. Meistens handeln sie von den Brüdern und geben einige Andeutungen darüber, was passieren wird. Gelungen ist auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Überschrift „vier Jahre zuvor“ wird dies gleich zu Beginn des Abschnittes klar, ohne dass lang überlegt werden muss. Das Buch ist der Debütroman von Mark Lawrence und für die Menge an Story, die er hinein gesteckt hat, ist es mit seinen knapp 400 Seiten erstaunlich kurz. Er schafft es vieles nur Anzudeuten und dabei die Gedanken des Lesers trotzdem in die „richtige“ Richtung zu lesen. Der Schluss ist schnell und kurz. Lawrence hält sich nicht mit langatmigen Zukunftsvisionen auf, sondern beendet die Geschichte ebenso direkt wie er sie Angefangen hat, ohne dass dies Nachteile für das Buch hat. Für mich ganz persönlich hat das Buch einiges dadurch verloren, dass quasi aus dem Nichts das postapokalyptische Neomittelalter Einzug erhält und die Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet werden kann. Wer in diesem Genre jedoch weniger abgeneigt ist, sollte es auf jeden Fall versuchen.

Rache an dem Mann, der seine Mutter vergewaltigen und aufschlitzen ließ, an dem Mann der den goldgelockten Kopf seines Bruders gegen einen Felsen schleudern ließ und Rache an dem Mann, für den das Leben der beiden nicht mehr Wert hatte als ein paar Pferde und Rechte an einem Fluss. Mit seinen Brüdern, einer Bande gesetzloser Straßenräuber, zieht er mordend und brandschatzend durch das Land – immer als Spieler eines Spiels, das er selbst noch nicht durchschaut hat.

weitere Rezensionen von E. Kneisel


Rache, lang erwartete und beängstigend gute Fantasy verspricht der Buchrücken und tatsächlich ist das Buch erstaunlich vielseitig. Aber von Anfang an: Auf den ersten Seiten zieht Mark Lawrence alle Register der Dunkelheit. Ein kleiner Junge der eine Mörderbande beherrscht und keine Gnade zeigt, kalt und herzlos – so stellt er den Hauptcharakter vor.

Nachdem ich schon Bücher gelesen habe, die über diese kalte Grausamkeit nicht hinausgehen, stimmte mich dieser Einstieg zunächst einmal sehr vorsichtig. Doch das Buch zog mich in seinen Bann und nachdem der Autor erst mal ein klargestellt hat, was er unter Brutalität versteht, gewinnt das Buch deutlich an Tiefgang.

Jorg ist keinesfalls einfach nur grausam. Aufgrund der Tragik die auf dem ersten Blick hinter seinem Schicksal steckt und über die man nur Stück für Stück erfährt, kann man noch nicht einmal richtig zornig werden. So bündelt Mark Lawrence geschickt das Entsetzen über die blutige Seite des Buches auf die Erinnerungen Jorgs und nicht auf seine Taten.

Dies nimmt im Laufe der Geschichte zu. Neue Figuren und überraschende Wendungen tauchen immer dann auf, wenn man nicht damit rechnet – obwohl der Lesende natürlich von Anfang an ahnt, dass mehr dahinter – hinter Jorgs Charakter und hinter der Welt – stecken muss. Dem Autor gelingt es in dem ganzen Durcheinander aus Blut, Rache und Verzweiflung auch immer wieder seinen feinen aber auch sehr bitteren Humor einfließen zu lassen.

Erzählt wird die Geschichte von Jorg selbst. Die Sprache des Buches kommt ohne viele Schnörkeleien aus, ist aber trotzdem genauso lebendig, wie die Chaktertypen, die der Autor beschreibt. Besonders auffallend sind die kleinen Texte, die jedem der kurzen Kapitel vorausgehen. Meistens handeln sie von den Brüdern und geben einige Andeutungen darüber, was passieren wird. Gelungen ist auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Überschrift „vier Jahre zuvor“ wird dies gleich zu Beginn des Abschnittes klar, ohne dass lang überlegt werden muss.

Das Buch ist der Debütroman von Mark Lawrence und für die Menge an Story, die er hinein gesteckt hat, ist es mit seinen knapp 400 Seiten erstaunlich kurz. Er schafft es vieles nur Anzudeuten und dabei die Gedanken des Lesers trotzdem in die „richtige“ Richtung zu lesen. Der Schluss ist schnell und kurz. Lawrence hält sich nicht mit langatmigen Zukunftsvisionen auf, sondern beendet die Geschichte ebenso direkt wie er sie Angefangen hat, ohne dass dies Nachteile für das Buch hat.

Für mich ganz persönlich hat das Buch einiges dadurch verloren, dass quasi aus dem Nichts das postapokalyptische Neomittelalter Einzug erhält und die Geschichte aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet werden kann. Wer in diesem Genre jedoch weniger abgeneigt ist, sollte es auf jeden Fall versuchen.

geschrieben am 19.09.2011 | 514 Wörter | 2812 Zeichen

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