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Freya von Moltke


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Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
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  Seiten
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  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Freya von Moltke Gleich vorneweg: Dieses Buch hat nur einen einzigen kleinen Fehler, der wohl auch nicht der Autorin vorzuwerfen ist. Im Klappentext steht, dass die Autorin seit 2008 in Kontakt mit Freya von Moltke stand, die Autorin selbst berichtet aber im Vorwort davon, dass Freya von Moltke die Mitwirkung an der Biographie verweigerte und kurz vor einem ersten Treffen verstarb. Zugang zu den Archiven gewährte der Autorin dann Helmuth Caspar von Moltke, der Sohn von Freya von Moltke. Diese Kleinigkeit schmälert jedoch nicht im Geringsten den Wert dieses Buches und die Freude, die einem das Lesen bereitet. „Freya“ wird dem Leser im Verlauf der knapp 230 Seiten starken und mit einigen Bildern angereicherten Biographie zu einer nahen Bekannten, da der Text so flüssig geschrieben ist, dass man ihn wie einen spannenden Gegenwartsroman in einem Zug durchlesen mag. Das umfangreiche Daten- und Zahlenmaterial des Anhangs holt den Leser in die Wirklichkeit zurück - dass dieses erstaunliche und dicht erfüllte Leben tatsächlich gelebt wurde und keine Fiktion ist. Die Stammtafeln helfen den Überblick über die weitverzweigten Familien der von Moltkes und der Schnitzlers und Deichmanns, Freyas Familie, zu behalten. Die Anmerkungen, die nicht als Fußnoten sondern lesefreundlich am Ende der Biographie stehen, sowie die Quellen- und Personenregister bezeugen die umfangreiche Datengrundlage, die die promovierte Historikerin Frauke Geyken herangezogen hat und geben zeitgleich Hinweise für Leser, die sich noch weiter informieren wollen. Insbesondere die unzähligen Briefe von Helmuth James von Moltke an Freya, die an wichtigen Stellen auch wörtlich zitiert werden und vor kurzem ebenfalls veröffentlicht wurden, geben einen spannenden Einblick in die Gefühlswelt der damaligen Zeit. Man gerät ins Grübeln, wie das eigene Leben in diesen turbulenten Zeiten wohl ausgesehen hätte und bewundert die Geradlinigkeit, die sich Helmuth James und Freya von Moltke vor allem durch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus bewahrt haben. Insbesondere Freyas für die damalige Zeit ungewöhnliche Selbständigkeit erstaunt den Leser, der diese starke Frau auf ihrem Weg im Widerstand, mit zwei kleinen Kindern, einem zum Tode verurteilten Ehemann und den Bedrohungen des Krieges begleitet. Diese aufrechte Persönlichkeit mag einer anregenden und sowohl behüteten als auch begüterten Kindheit entstammen, die Freya als Bankierstochter in Köln verbrachte. Schon im Alter von 18 Jahren lernte sie ihren späteren Mann kennen und ihr Leben war daraufhin bis zu seiner Hinrichtung miteinander mit ihm verbunden. Helmuth James engagierte sich im Widerstand und Freya unterstützte ihn, in bewusster Entscheidung gegen einen bewaffneten Umsturz. Zur Zeit des Hitler-Attentats durch Stauffenberg wurde jedoch auch Helmuth James verhaftet und nach über einjähriger Haft erhängt. Freya und Helmuth James hatten während dieser Zeit das Glück, dass Helfer fast täglich ihre Briefe in das Berliner Gefängnis Tegel schmuggelten, so dass sie sich intensiv miteinander austauschen konnten. Dieses eine Jahr war ein die folgenden Lebensjahre Freyas bestimmendes Jahr und nur hier keimt eine leise Kritik an der Biographie, dass diesem so bedeutsamen Kapitel nur knappe 10 Seiten gewidmet wurden. In diesem Jahr festigte sich Freyas christlicher Glaube, der ihr Wirken später bestimmte und es legte auch den Grundstein für die Gewissheit Freyas, dass sie Helmuth immer in sich trüge, auch über seinen Tod hinaus. Ein beeindruckendes Zeugnis unvergänglicher Liebe und Zugehörigkeit. Der auf Helmuths Tod folgende weitaus größere Teil von Freyas Leben findet weitgehend im Ausland statt: Freya überlebt mit ihren Kindern das Kriegsende zunächst in den Bergen um das Moltkesche Gut und wandert daraufhin für fast 10 Jahre nach Südafrika aus. Nach einer kurzen Rückkehr ins Wirtschaftswunder-Deutschland und dem Hadern mit dem „schwierigen Gedenken“, wandert Freya nach Amerika aus, wo sie mit Helmuths früherem Lehrer Eugen Rosenstock-Huessy zusammen lebte. Ihr Bemühen, das Moltkesche Gut Kreisau als Internationale Jugendbegegnungsstätte im Sinne Helmuths aufrecht zu erhalten, ist mit der Gründung der „Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau“ gelungen. Dieses bewegte Leben fast lückenlos und einprägsam in einem leicht lesbaren und packenden Buch präsentiert zu bekommen, ist ein großes Stück Arbeit, das der Autorin absolut gelungen ist.

Gleich vorneweg: Dieses Buch hat nur einen einzigen kleinen Fehler, der wohl auch nicht der Autorin vorzuwerfen ist. Im Klappentext steht, dass die Autorin seit 2008 in Kontakt mit Freya von Moltke stand, die Autorin selbst berichtet aber im Vorwort davon, dass Freya von Moltke die Mitwirkung an der Biographie verweigerte und kurz vor einem ersten Treffen verstarb. Zugang zu den Archiven gewährte der Autorin dann Helmuth Caspar von Moltke, der Sohn von Freya von Moltke.

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Diese Kleinigkeit schmälert jedoch nicht im Geringsten den Wert dieses Buches und die Freude, die einem das Lesen bereitet. „Freya“ wird dem Leser im Verlauf der knapp 230 Seiten starken und mit einigen Bildern angereicherten Biographie zu einer nahen Bekannten, da der Text so flüssig geschrieben ist, dass man ihn wie einen spannenden Gegenwartsroman in einem Zug durchlesen mag. Das umfangreiche Daten- und Zahlenmaterial des Anhangs holt den Leser in die Wirklichkeit zurück - dass dieses erstaunliche und dicht erfüllte Leben tatsächlich gelebt wurde und keine Fiktion ist. Die Stammtafeln helfen den Überblick über die weitverzweigten Familien der von Moltkes und der Schnitzlers und Deichmanns, Freyas Familie, zu behalten. Die Anmerkungen, die nicht als Fußnoten sondern lesefreundlich am Ende der Biographie stehen, sowie die Quellen- und Personenregister bezeugen die umfangreiche Datengrundlage, die die promovierte Historikerin Frauke Geyken herangezogen hat und geben zeitgleich Hinweise für Leser, die sich noch weiter informieren wollen. Insbesondere die unzähligen Briefe von Helmuth James von Moltke an Freya, die an wichtigen Stellen auch wörtlich zitiert werden und vor kurzem ebenfalls veröffentlicht wurden, geben einen spannenden Einblick in die Gefühlswelt der damaligen Zeit.

Man gerät ins Grübeln, wie das eigene Leben in diesen turbulenten Zeiten wohl ausgesehen hätte und bewundert die Geradlinigkeit, die sich Helmuth James und Freya von Moltke vor allem durch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus bewahrt haben. Insbesondere Freyas für die damalige Zeit ungewöhnliche Selbständigkeit erstaunt den Leser, der diese starke Frau auf ihrem Weg im Widerstand, mit zwei kleinen Kindern, einem zum Tode verurteilten Ehemann und den Bedrohungen des Krieges begleitet. Diese aufrechte Persönlichkeit mag einer anregenden und sowohl behüteten als auch begüterten Kindheit entstammen, die Freya als Bankierstochter in Köln verbrachte. Schon im Alter von 18 Jahren lernte sie ihren späteren Mann kennen und ihr Leben war daraufhin bis zu seiner Hinrichtung miteinander mit ihm verbunden. Helmuth James engagierte sich im Widerstand und Freya unterstützte ihn, in bewusster Entscheidung gegen einen bewaffneten Umsturz. Zur Zeit des Hitler-Attentats durch Stauffenberg wurde jedoch auch Helmuth James verhaftet und nach über einjähriger Haft erhängt. Freya und Helmuth James hatten während dieser Zeit das Glück, dass Helfer fast täglich ihre Briefe in das Berliner Gefängnis Tegel schmuggelten, so dass sie sich intensiv miteinander austauschen konnten. Dieses eine Jahr war ein die folgenden Lebensjahre Freyas bestimmendes Jahr und nur hier keimt eine leise Kritik an der Biographie, dass diesem so bedeutsamen Kapitel nur knappe 10 Seiten gewidmet wurden. In diesem Jahr festigte sich Freyas christlicher Glaube, der ihr Wirken später bestimmte und es legte auch den Grundstein für die Gewissheit Freyas, dass sie Helmuth immer in sich trüge, auch über seinen Tod hinaus. Ein beeindruckendes Zeugnis unvergänglicher Liebe und Zugehörigkeit. Der auf Helmuths Tod folgende weitaus größere Teil von Freyas Leben findet weitgehend im Ausland statt: Freya überlebt mit ihren Kindern das Kriegsende zunächst in den Bergen um das Moltkesche Gut und wandert daraufhin für fast 10 Jahre nach Südafrika aus. Nach einer kurzen Rückkehr ins Wirtschaftswunder-Deutschland und dem Hadern mit dem „schwierigen Gedenken“, wandert Freya nach Amerika aus, wo sie mit Helmuths früherem Lehrer Eugen Rosenstock-Huessy zusammen lebte. Ihr Bemühen, das Moltkesche Gut Kreisau als Internationale Jugendbegegnungsstätte im Sinne Helmuths aufrecht zu erhalten, ist mit der Gründung der „Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau“ gelungen.

Dieses bewegte Leben fast lückenlos und einprägsam in einem leicht lesbaren und packenden Buch präsentiert zu bekommen, ist ein großes Stück Arbeit, das der Autorin absolut gelungen ist.

geschrieben am 01.05.2011 | 643 Wörter | 3829 Zeichen

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