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Die Wirtschaft des Imperium Romanum


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Rezension von

Gérard Bökenkamp

Die Wirtschaft des Imperium Romanum Die Darstellung ist nicht chronologisch, sondern thematisch gegliedert. Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Geldwirtschaft werden nacheinander anhand archäologischer Darstellungen und historischer Quellen beschrieben. Die Anschaulichkeit der Abhandlung wird durch sehr schöne Abbildungen von antiken Stätten, Kunst- und Gebrauchsgegenständen, Fresken und Inschriften erhöht. Die längeren Zitate, Grafiken und Karten lassen ein sehr lebendiges Bild der römischen Antike entstehen und bestätigen die einführenden Worte des Autors, die Ökonomie sei eine ansehnliche kulturelle Leistung der Römer, "vergleichbar der politischen Ordnung, dem Rechtssystem, der religiösen Struktur." In vielen Aspekten entsprach das Römische Kaiserreich offensichtlich dem liberalen Ideal. Es war eine große, den Mittelmeerraum umfassende Wirtschaftszone mit einer Metallwährung, einem sicheren Rechtssystem und einer für die Allgemeinheit engagierten Oberschicht. Die Ausdehnung des Reiches machte einen umfassenden Transfer kultureller und technischer Errungenschaft möglich. Aus heutiger Sicht ist besonders bemerkenswert, wie viele öffentliche Aktivitäten, Großbauten, religiöse Festlichkeiten, "Sozialpolitik" für die unteren Schichten, aus dem Privatvermögen wohlhabender Gönner und Mäzene bezahlt wurde. Kloft zeigt, dass der Luxus der Wohlhabenden als Form von "demonstrativem Konsum" (Thorstein Veblen) eine wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Funktion besaß. Das luxuriöse Leben beförderte einen umfassenden Bereich hoch spezialisierter Gewerbebetriebe. Der Niedergang des Imperiums stand im Zusammenhang mit einem stärker zentral gelenktem und weniger Markt orientiertem System, das von der Forschung auch als "Staatssozialismus" bezeichnet wird. Diese Entwicklung zeigt sich in der Abkehr von der stabilen Währungspolitik zu Gunsten einer inflationären Entwicklung im 3 Jh. nach Chr. und dem Nachlassen der sozialen "Großzügigkeit" der oberen Schichten. Das bestätigt wohl, dass der Niedergang wirtschaftlicher und sozialer Tugenden oft Hand in Hand geht. Eine weitergehende Bezugnahme auf moderne Wirtschafts- und Währungstheorien sowie auf allgemeine historische Annahmen wäre sicher interessant gewesen. So ist z.B. die These geäußert worden, dass die Ausbreitung des Großbesitzes in Form von Latifundien erheblich zum Niedergang der überlieferten Ordnung und damit Roms beigetragen habe. Wenn Kloft nun anmerkt, dass die Vorstellung der flächendeckenden Ausbreitung dieser Wirtschaftsform der Korrektur bedürfe, ist dies von erheblicher Relevanz für die Tragfähigkeit dieser Sichtweise. Aber das Buch zielt nicht allein auf Wirtschafts- und Althistoriker, sondern auf den an der Antike interessierten Bildungsbürger und Museumsgänger. Herausgekommen ist ein ästhetisch ansprechender Text- und Bildband, der nicht nur in keiner althistorischen Bibliothek fehlen sollte, sondern auch als Geschenk für Antikenfreunde sehr gut geeignet ist.

Die Darstellung ist nicht chronologisch, sondern thematisch gegliedert. Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Geldwirtschaft werden nacheinander anhand archäologischer Darstellungen und historischer Quellen beschrieben. Die Anschaulichkeit der Abhandlung wird durch sehr schöne Abbildungen von antiken Stätten, Kunst- und Gebrauchsgegenständen, Fresken und Inschriften erhöht. Die längeren Zitate, Grafiken und Karten lassen ein sehr lebendiges Bild der römischen Antike entstehen und bestätigen die einführenden Worte des Autors, die Ökonomie sei eine ansehnliche kulturelle Leistung der Römer, "vergleichbar der politischen Ordnung, dem Rechtssystem, der religiösen Struktur."

In vielen Aspekten entsprach das Römische Kaiserreich offensichtlich dem liberalen Ideal. Es war eine große, den Mittelmeerraum umfassende Wirtschaftszone mit einer Metallwährung, einem sicheren Rechtssystem und einer für die Allgemeinheit engagierten Oberschicht. Die Ausdehnung des Reiches machte einen umfassenden Transfer kultureller und technischer Errungenschaft möglich.

Aus heutiger Sicht ist besonders bemerkenswert, wie viele öffentliche Aktivitäten, Großbauten, religiöse Festlichkeiten, "Sozialpolitik" für die unteren Schichten, aus dem Privatvermögen wohlhabender Gönner und Mäzene bezahlt wurde. Kloft zeigt, dass der Luxus der Wohlhabenden als Form von "demonstrativem Konsum" (Thorstein Veblen) eine wichtige wirtschafts- und sozialpolitische Funktion besaß. Das luxuriöse Leben beförderte einen umfassenden Bereich hoch spezialisierter Gewerbebetriebe.

Der Niedergang des Imperiums stand im Zusammenhang mit einem stärker zentral gelenktem und weniger Markt orientiertem System, das von der Forschung auch als "Staatssozialismus" bezeichnet wird. Diese Entwicklung zeigt sich in der Abkehr von der stabilen Währungspolitik zu Gunsten einer inflationären Entwicklung im 3 Jh. nach Chr. und dem Nachlassen der sozialen "Großzügigkeit" der oberen Schichten. Das bestätigt wohl, dass der Niedergang wirtschaftlicher und sozialer Tugenden oft Hand in Hand geht.

Eine weitergehende Bezugnahme auf moderne Wirtschafts- und Währungstheorien sowie auf allgemeine historische Annahmen wäre sicher interessant gewesen. So ist z.B. die These geäußert worden, dass die Ausbreitung des Großbesitzes in Form von Latifundien erheblich zum Niedergang der überlieferten Ordnung und damit Roms beigetragen habe. Wenn Kloft nun anmerkt, dass die Vorstellung der flächendeckenden Ausbreitung dieser Wirtschaftsform der Korrektur bedürfe, ist dies von erheblicher Relevanz für die Tragfähigkeit dieser Sichtweise.

Aber das Buch zielt nicht allein auf Wirtschafts- und Althistoriker, sondern auf den an der Antike interessierten Bildungsbürger und Museumsgänger. Herausgekommen ist ein ästhetisch ansprechender Text- und Bildband, der nicht nur in keiner althistorischen Bibliothek fehlen sollte, sondern auch als Geschenk für Antikenfreunde sehr gut geeignet ist.

geschrieben am 30.10.2006 | 371 Wörter | 2567 Zeichen

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