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Im Zeitalter des Drachens – Chancen und Risiken im Ost-West-Pendel


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Rezension von

Gérard Bökenkamp

Im Zeitalter des Drachens – Chancen und Risiken im Ost-West-Pendel Robert Lloyd George ist Vorsitzender von Lloyd George Management und beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Asien und den "emerging markets." Er baut seine Analysen auf dem Ost-West-Index auf: Nach Jahrhunderten der Überlegenheit der asiatischen Zivilisationen hatte der Westen mit dem Einsetzen der Industrialisierung den Vorsprung der Asiaten nicht nur eingeholt, sondern schließlich sogar umgekehrt. Nun schlage das "Pendel" wieder in die andere Richtung. Lloyd entwirft Kurzprofile der einzelnen Nationen und kulturellen Untergruppen. Für China bleibe die Familie, für Japan das Unternehmen der zentrale Baustein der Gesellschaft. Lloyd betont die Rolle der Auslandschinesen für die Modernisierung. Ausgesprochen gute Noten erhält als Staat Thailand. Es sei eines der "offensten Länder für ausländische Investoren". Korea bleibe aufgrund seiner alten Tradition als "isoliertes Königreich" für Investoren ein "schwieriges Land." Indonesien wird bescheinigt, eine " viel entspanntere Akzeptanz" gegenüber ausländischen Investoren zu entwickeln. Die Marktlage auf den Philippinen sei vor allem durch die Qualität der jeweiligen Regierung bedingt. Hongkong verliere wegen der Konkurrenz Shanghais tendenziell an Bedeutung. Besonderes Lob erfährt die Wirtschaftspolitik Taiwans, das eine geradezu mustergültige Volkswirtschaft aufgebaut habe. Lloyd skizziert auch die Strategie der chinesischen Außenpolitik. China werde sich aufgrund seines steigenden Rohstoffverbrauchs noch stärker im afrikanischen, lateinamerikanischen Raum und im Nahen Osten positionieren. In dieser Positionierung komme zum Ausdruck, dass China eine globale Diversifizierung seiner Energieversorgung anstrebe. China werde sich wie alle anderen historisch bekannten Großmächte verhalten und sich durch den Ausbau seiner Flotte bemühen die Rohstoffversorgung zu sichern. Trotz der schwelenden Taiwanfrage hält Lloyd jedoch einen militärischen Konflikt eher für unwahrscheinlich und glaubt an eine friedliche Integration der Insel in die neue sich öffnende Supermacht. Als gefährlicher erachtet der Autor die Konkurrenz zwischen Japan und China, vor allem bedingt durch die Erinnerung an die Zeiten der Besatzung. Obwohl Lloyd die derzeitige Situation auf dem chinesischen Aktienmarkt skeptisch beurteilt und auch in der extremen Exportorientierung Chinas ein gewisses Risiko sieht, ist seine Prognose insgesamt optimistisch, solange die politische Stabilität gewahrt bleibe. Der Autor versteht es, die Gesamtlage knapp und einprägsam zusammenzufassen. An einigen Stellen bleiben die Ausführungen allerdings zu fragmentarisch. Positiv hervorgehoben werden muss hingegen die gute Auswahl von Grafiken und Statistiken.

Robert Lloyd George ist Vorsitzender von Lloyd George Management und beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Asien und den "emerging markets." Er baut seine Analysen auf dem Ost-West-Index auf: Nach Jahrhunderten der Überlegenheit der asiatischen Zivilisationen hatte der Westen mit dem Einsetzen der Industrialisierung den Vorsprung der Asiaten nicht nur eingeholt, sondern schließlich sogar umgekehrt. Nun schlage das "Pendel" wieder in die andere Richtung.

Lloyd entwirft Kurzprofile der einzelnen Nationen und kulturellen Untergruppen. Für China bleibe die Familie, für Japan das Unternehmen der zentrale Baustein der Gesellschaft. Lloyd betont die Rolle der Auslandschinesen für die Modernisierung. Ausgesprochen gute Noten erhält als Staat Thailand. Es sei eines der "offensten Länder für ausländische Investoren". Korea bleibe aufgrund seiner alten Tradition als "isoliertes Königreich" für Investoren ein "schwieriges Land." Indonesien wird bescheinigt, eine " viel entspanntere Akzeptanz" gegenüber ausländischen Investoren zu entwickeln. Die Marktlage auf den Philippinen sei vor allem durch die Qualität der jeweiligen Regierung bedingt. Hongkong verliere wegen der Konkurrenz Shanghais tendenziell an Bedeutung. Besonderes Lob erfährt die Wirtschaftspolitik Taiwans, das eine geradezu mustergültige Volkswirtschaft aufgebaut habe.

Lloyd skizziert auch die Strategie der chinesischen Außenpolitik. China werde sich aufgrund seines steigenden Rohstoffverbrauchs noch stärker im afrikanischen, lateinamerikanischen Raum und im Nahen Osten positionieren. In dieser Positionierung komme zum Ausdruck, dass China eine globale Diversifizierung seiner Energieversorgung anstrebe. China werde sich wie alle anderen historisch bekannten Großmächte verhalten und sich durch den Ausbau seiner Flotte bemühen die Rohstoffversorgung zu sichern. Trotz der schwelenden Taiwanfrage hält Lloyd jedoch einen militärischen Konflikt eher für unwahrscheinlich und glaubt an eine friedliche Integration der Insel in die neue sich öffnende Supermacht. Als gefährlicher erachtet der Autor die Konkurrenz zwischen Japan und China, vor allem bedingt durch die Erinnerung an die Zeiten der Besatzung.

Obwohl Lloyd die derzeitige Situation auf dem chinesischen Aktienmarkt skeptisch beurteilt und auch in der extremen Exportorientierung Chinas ein gewisses Risiko sieht, ist seine Prognose insgesamt optimistisch, solange die politische Stabilität gewahrt bleibe. Der Autor versteht es, die Gesamtlage knapp und einprägsam zusammenzufassen. An einigen Stellen bleiben die Ausführungen allerdings zu fragmentarisch. Positiv hervorgehoben werden muss hingegen die gute Auswahl von Grafiken und Statistiken.

geschrieben am 27.07.2006 | 349 Wörter | 2364 Zeichen

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