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Wanderer am Himmel


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

Ragan Tanger

Wanderer am Himmel Warum die Titanen am Himmel stehen Das ist ja mal eine schöne Idee. Die astronomischen Erklärungen unserer nächsten kosmischen Begleiter (der Sonne, der Monde und der Planeten) nebst einer mythologischen Aufarbeitung in einem Buch. Wissenschaftlich könnte man von der Vermählung des Nomos mit dem Logos oder des Rationalen mit dem Analogen sprechen. Soweit der Versuch der Autoren und die Angaben des Verlages. In der Praxis gestaltet sich das aus Sicht der Astronomie ganz hervorragend, aus Sicht der Mythologie eher halbgar bzw. letztlich zu oberflächlich und pedantisch. Schon der erste Satz muss stutzig machen. Wir wissen nicht, ob der Himmel das Verhalten unserer nächsten tierischen Verhalten steuert, wird da behauptet. Nun, wir – wir Menschen mit Sinnen für die Wirklichkeit – wissen schon längst, dass sich nahezu alle Meeresbewohner fast sekündlich an die Rhythmen des Mondes halten, wenn es um Paarung geht, um nur mal ein Beispiel zu geben. Warum also, darf man fragen, wissen die Autoren das gerade nicht? Auch der sich durchs ganze Buch ziehende Versuch, das ursprüngliche Matriarchat menschlicher Sippen zu negieren, ist peinlich und anthropologisch fahrlässig. Kurzum, das Buch ist definitiv nichts für Freunde kosmischer Analogien. Auf der anderen Seite aber werden die Befürworter eines rationalen Weltbildes kongenial bedient. Die vielen herausragenden Bilder und Fotografien, die anwendungsfreundlichen astronomischen Erklärungen zu den Gestirnen unseres Sonnensystems und auch die mythologischen (häufig von aus der Literatur- und Geschichtswissenschaft exzerpierten Quellen) Beschreibungen können sich mit dem akademischen Know-How unserer Zeit messen. So erfährt der Leser nicht nur, wie die Saturn- und Jupitermonde beschaffen und entstanden sind, sondern darüber hinaus auch, warum sie Europa, Titan oder Rhea heißen. So vergehen die über 300 Seiten wie im Flug mit der Raumsonde. Man lernt, staunt, wird aufgeklärt und begeistert. Mit einfacher Sprache, tollen Bildern und einer gesunden Mischung aus Wissenschaft und Mythendeutung. Den Zugang zur eigentlichen Kraft der Planeten darf man hier aber nicht erwarten. Um mit Johannes Kepler, der auch in diesem Buch wieder einmal völlig falsch verstanden wird, zu sprechen: Es ist keine Frage des Glaubens, ob die Gestirne auf der Erde wirken, sondern eine der Kraft. Unsere Aufgabe als Mensch ist es, diese Kraft zu entschlüsseln. Für alle, die das interessiert, sei das immer noch unangefochten beste Original empfohlen. Die Weltharmonik von Kepler selbst.

Warum die Titanen am Himmel stehen

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Das ist ja mal eine schöne Idee. Die astronomischen Erklärungen unserer nächsten kosmischen Begleiter (der Sonne, der Monde und der Planeten) nebst einer mythologischen Aufarbeitung in einem Buch. Wissenschaftlich könnte man von der Vermählung des Nomos mit dem Logos oder des Rationalen mit dem Analogen sprechen. Soweit der Versuch der Autoren und die Angaben des Verlages. In der Praxis gestaltet sich das aus Sicht der Astronomie ganz hervorragend, aus Sicht der Mythologie eher halbgar bzw. letztlich zu oberflächlich und pedantisch. Schon der erste Satz muss stutzig machen. Wir wissen nicht, ob der Himmel das Verhalten unserer nächsten tierischen Verhalten steuert, wird da behauptet. Nun, wir – wir Menschen mit Sinnen für die Wirklichkeit – wissen schon längst, dass sich nahezu alle Meeresbewohner fast sekündlich an die Rhythmen des Mondes halten, wenn es um Paarung geht, um nur mal ein Beispiel zu geben. Warum also, darf man fragen, wissen die Autoren das gerade nicht? Auch der sich durchs ganze Buch ziehende Versuch, das ursprüngliche Matriarchat menschlicher Sippen zu negieren, ist peinlich und anthropologisch fahrlässig. Kurzum, das Buch ist definitiv nichts für Freunde kosmischer Analogien. Auf der anderen Seite aber werden die Befürworter eines rationalen Weltbildes kongenial bedient. Die vielen herausragenden Bilder und Fotografien, die anwendungsfreundlichen astronomischen Erklärungen zu den Gestirnen unseres Sonnensystems und auch die mythologischen (häufig von aus der Literatur- und Geschichtswissenschaft exzerpierten Quellen) Beschreibungen können sich mit dem akademischen Know-How unserer Zeit messen. So erfährt der Leser nicht nur, wie die Saturn- und Jupitermonde beschaffen und entstanden sind, sondern darüber hinaus auch, warum sie Europa, Titan oder Rhea heißen. So vergehen die über 300 Seiten wie im Flug mit der Raumsonde. Man lernt, staunt, wird aufgeklärt und begeistert. Mit einfacher Sprache, tollen Bildern und einer gesunden Mischung aus Wissenschaft und Mythendeutung. Den Zugang zur eigentlichen Kraft der Planeten darf man hier aber nicht erwarten. Um mit Johannes Kepler, der auch in diesem Buch wieder einmal völlig falsch verstanden wird, zu sprechen: Es ist keine Frage des Glaubens, ob die Gestirne auf der Erde wirken, sondern eine der Kraft. Unsere Aufgabe als Mensch ist es, diese Kraft zu entschlüsseln. Für alle, die das interessiert, sei das immer noch unangefochten beste Original empfohlen. Die Weltharmonik von Kepler selbst.

geschrieben am 27.11.2014 | 373 Wörter | 2189 Zeichen

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