
| ISBN | 3406591256 | |
| Herausgeber | Siegfried Schrader | |
| Autoren | Karl-Friedrich Steinert , Kai-Uwe Theede , Jens Knop | |
| Verlag | C.H.Beck | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 600 | |
| Erscheinungsjahr | 2011 | |
| Extras | - |

Fast 7 Jahre nach der Vorauflage erscheint eines der Standardwerke zum Zivilprozess nunmehr neu und bringt neben dem beachtlichen Umfang von 600 Seiten noch einen neuen Bearbeiter mit. Die Einarbeitung in die Formalia des Zivilprozesses wird zwar durch die Klassiker der Ausbildungsliteratur sehr gut vorbereitet (Knöringer, Anders/Gehle, Oberheim). Doch die noch aus der universitären Zeit theoriegeplagten Referendare sollten sich baldmöglich mit Büchern wie dem vorliegenden befassen. Denn nach den Stagen beim Zivilrichter und beim Anwalt sollte man in der Lage sein, zum einen die Endprodukte eines Prozesses anzufertigen, aber auch den Weg dorthin zu beschreiten. Und selbst bei einer späteren Tätigkeit als Anwalt ist es immer wichtig zu wissen, was der entscheidende Richter gerade benötigt, um im Sinne des Mandanten den Prozess fortführen zu können. Dass das Buch dabei vom Mahnbescheid bis zur Revision alle Stadien des Prozesses enthält, verschafft dem Nutzer auch ein gelungenes Gesamtbild der Materie. Das vorliegende Werk bietet hierfür das richtige Handwerkszeug und kann deshalb ab Beginn des Vorbereitungsdienstes bis zum Ende des Berufslebens benutzt werden.

Neben den klassischen Elementen wie der Erstellung des Rubrums, der Auswahl verschiedener Tenorierungen in Urteils- und Beschlussentscheidungen oder der Streitwert- und Kostenfestsetzung erhält der Leser hier Einblick in verschiedenste Stadien innerhalb und außerhalb eines Prozesses. Man findet beispielsweise Kapitel zu Beweisverfügungen, Protokollführung des Gerichts bei bestimmten Situationen und – eminent wichtig – ausführliche Erläuterungen und Beispiele zum Abschluss eines Prozessvergleichs. Institutionen wie Streithilfe und Streitverkündung werden ausgeführt, ebenso wie die Entwürfe typischer Klage- und Antragsschriften ihren Platz zugeteilt bekommen. Eine echte Lektüreempfehlung für Referendare ist das kompakte Unterkapitel zum vorläufigen Rechtsschutz. En detail bemerkenswert sind die Kapitel zum Rechtshilfeersuchen gegenüber Justizorganen anderer Staaten gemäß den einschlägigen Verordnungen des Gemeinschaftsrechts sowie zu selten geprüften Themen wie etwa zum Schiedsverfahren.
Die Gestaltung von Text und Formbeispielen ist hervorragend gelungen, da die Lektüre flüssig möglich ist und die Darstellung der einzelnen Gerichtsmaßnahmen zwar deutlich abgehoben aber gut in den Textfluss integriert ist. Besonders lobenswert sind die Hinweise auf die Kosten- und Gebührennormen bei besonderen Prozesssituationen, so zu sehen bei der Erledigungserklärung. Rechtswegübergreifend findet der Leser zudem zahlreiche Hinweise auf das Arbeitsrecht
Wie eingangs schon angedeutet, halte ich das Buch weiterhin für eine der wichtigsten Investitionen, die man als Referendar oder als junger Praktiker im Zivilprozessrecht tätigen kann. Die einzelnen Probleme der verschiedenen Prozesssituationen werden schnörkellos und verständlich aufgezeigt und zu einer Lösung gebracht. Dieses Werk ist ein präziser und äußerst zuverlässiger Begleiter, wie nebenbei ein Garant für schnelles praktisches Verständnis. Die Lektüre lohnt sich immer wieder.
geschrieben am 05.07.2011 | 413 Wörter | 2765 Zeichen
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