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Fotos für die Pressefreiheit 2010


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Rezension von

E. Kneisel

Fotos für die Pressefreiheit 2010 Das Titelbild ist ein Handy-Foto, das über Twitter in der ganzen Welt verbreitet wurde: Eine blutige Hand in die Kamera gestreckt, die Person, die Häuser und die Straße dahinter kaum zu erkennen. Ein Bild das typisch ist für die Diskussion der Pressefreiheit im vergangenen Jahr, in dem Blogger zu der Informationsquelle zu den Protesten im Iran wurden. Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen und Schweden – diese Länder teilen sich Platz eins der Rangliste der Pressefreiheit (Stand Okt. 2009) der Organisation Reporter ohne Grenzen. Nordkorea und Eritrea bilden die Schlusslichter dieser Liste. Schon seit 1994 veröffentlicht Reporter ohne Grenze jährlich zum 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, ihren Bildband „Fotos für die Pressefreiheit“ und zeigt damit eine erschütternde Bilanz über die Achtung und Missachtung der Pressfreiheit. Die Rede ist von angegriffenen und von bedrohten, festgenommenen, entführten oder getöteten Journalisten ebenso wie seit Neuestem auch von Bloggern, denen ähnliches widerfährt. Das Grußwort von Peter-Matthias Gaede zeigt, welche Bedeutung Bilder für die Pressefreiheit haben – gerade dort, wo mit Zensur und Gewalt oder deren Androhung zu kämpfen ist – und wie groß ihre Macht war und ist. Zunächst schildert der Band mit einer Auswahl an Bildern, Zahlen und Fakten, die Situation der Pressefreiheit in verschiedenen Ländern der Erde: USA, Italien, El Salvador, Israel, USA (außerhalb der USA: Irak & Afghanistan), Mexiko, Afghanistan, Israel (außerhalb Israels: Gazastreifen & Westjordanland), Russland, Palästinensische Gebiete, Somalia, China, Iran, Nordkorea, Eritrea. Dem folgen längere, detailiertere Berichte von Journalisten über einen Teil dieser Länder, die unter die Haut gehen und die verschiedenen Facetten von Meinungs- und Pressefreiheit beleuchten. Sie erzählen von den 1500 Toten in Ciudad Juárez (Mexiko), wo die Regierung einen Krieg gegen den Drogenhandel führt und die Drogenkartelle sich gegenseitig bekämpfen; von somalischen Flüchtligen; dem Italien Berlusconis, einem Blick hinter die Fassade Nordkoreas und davon, wie das Bild einer toten Frau zum Schicksal für eine Lebende wurde. Verstärkt werden die Artikel von beeindrzckenden und bedrückenden Bildern, die beim ersten Durchblättern – vor dem Hintergrund dessen, was uns täglich im Fernsehen und Zeitungen präsentiert wird - noch als „harmlos“ betrachtet werden können, in Verbindung mit dem Artikel und der Bildbeschreibung jedoch sprachlos machen und Entsetzen hervorrufen. Die Reporter arbeiten oft selbst unter Lebensgefahr, um die Geschichte der Menschen in einem Krisen- oder Kreigsgebiet zu erzählen oder müssen ihre Heimat verlassen, weil sie zu kritisch denken. International renommierte FotografInnen stellen ihre Arbeiten für Reporter ohne Grenzen unentgeltlich zur Verfügung. Der Erlös durch den Verkauf kommt direkt ihrer Meschenrechtsarbeit zu Gute. Die gute Mischung der Berichte – aus Ländern, bei denen es hingenommen wird, dass die Pressefreiheit dort kaum oder nur eingeschränkt existiert, und den Ländern ganz in der Nähe, in deren demokratischen Strukturen Pressefreiheit garantiert sein sollte – macht die Berichte lebendiger als es bei bloßen Geschichten aus weit entfernten Ländern, der Fall wäre. Es gelingt den Herausgebern des Buches die Leser zu fesseln und gleichzeitig so intensive und erschreckende Berichte vorzulegen, dass es kaum möglich ist, das Buch zu betrachten, ohne zwischendurch immer wieder Abstand zwischen sich und den Berichten herzustellen. „Es ist anstrengend was diese Fotografen nach Hause bringen. Nicht beim Friseur auszuhalten, nicht mit einem Coffee-to-go zu schlucken.“ (aus dem Grußwort von Peter-Matthias Gaede)

Das Titelbild ist ein Handy-Foto, das über Twitter in der ganzen Welt verbreitet wurde: Eine blutige Hand in die Kamera gestreckt, die Person, die Häuser und die Straße dahinter kaum zu erkennen. Ein Bild das typisch ist für die Diskussion der Pressefreiheit im vergangenen Jahr, in dem Blogger zu der Informationsquelle zu den Protesten im Iran wurden.

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Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen und Schweden – diese Länder teilen sich Platz eins der Rangliste der Pressefreiheit (Stand Okt. 2009) der Organisation Reporter ohne Grenzen. Nordkorea und Eritrea bilden die Schlusslichter dieser Liste.

Schon seit 1994 veröffentlicht Reporter ohne Grenze jährlich zum 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, ihren Bildband „Fotos für die Pressefreiheit“ und zeigt damit eine erschütternde Bilanz über die Achtung und Missachtung der Pressfreiheit. Die Rede ist von angegriffenen und von bedrohten, festgenommenen, entführten oder getöteten Journalisten ebenso wie seit Neuestem auch von Bloggern, denen ähnliches widerfährt. Das Grußwort von Peter-Matthias Gaede zeigt, welche Bedeutung Bilder für die Pressefreiheit haben – gerade dort, wo mit Zensur und Gewalt oder deren Androhung zu kämpfen ist – und wie groß ihre Macht war und ist.

Zunächst schildert der Band mit einer Auswahl an Bildern, Zahlen und Fakten, die Situation der Pressefreiheit in verschiedenen Ländern der Erde: USA, Italien, El Salvador, Israel, USA (außerhalb der USA: Irak & Afghanistan), Mexiko, Afghanistan, Israel (außerhalb Israels: Gazastreifen & Westjordanland), Russland, Palästinensische Gebiete, Somalia, China, Iran, Nordkorea, Eritrea.

Dem folgen längere, detailiertere Berichte von Journalisten über einen Teil dieser Länder, die unter die Haut gehen und die verschiedenen Facetten von Meinungs- und Pressefreiheit beleuchten. Sie erzählen von den 1500 Toten in Ciudad Juárez (Mexiko), wo die Regierung einen Krieg gegen den Drogenhandel führt und die Drogenkartelle sich gegenseitig bekämpfen; von somalischen Flüchtligen; dem Italien Berlusconis, einem Blick hinter die Fassade Nordkoreas und davon, wie das Bild einer toten Frau zum Schicksal für eine Lebende wurde.

Verstärkt werden die Artikel von beeindrzckenden und bedrückenden Bildern, die beim ersten Durchblättern – vor dem Hintergrund dessen, was uns täglich im Fernsehen und Zeitungen präsentiert wird - noch als „harmlos“ betrachtet werden können, in Verbindung mit dem Artikel und der Bildbeschreibung jedoch sprachlos machen und Entsetzen hervorrufen. Die Reporter arbeiten oft selbst unter Lebensgefahr, um die Geschichte der Menschen in einem Krisen- oder Kreigsgebiet zu erzählen oder müssen ihre Heimat verlassen, weil sie zu kritisch denken.

International renommierte FotografInnen stellen ihre Arbeiten für Reporter ohne Grenzen unentgeltlich zur Verfügung. Der Erlös durch den Verkauf kommt direkt ihrer Meschenrechtsarbeit zu Gute.

Die gute Mischung der Berichte – aus Ländern, bei denen es hingenommen wird, dass die Pressefreiheit dort kaum oder nur eingeschränkt existiert, und den Ländern ganz in der Nähe, in deren demokratischen Strukturen Pressefreiheit garantiert sein sollte – macht die Berichte lebendiger als es bei bloßen Geschichten aus weit entfernten Ländern, der Fall wäre. Es gelingt den Herausgebern des Buches die Leser zu fesseln und gleichzeitig so intensive und erschreckende Berichte vorzulegen, dass es kaum möglich ist, das Buch zu betrachten, ohne zwischendurch immer wieder Abstand zwischen sich und den Berichten herzustellen.

„Es ist anstrengend was diese Fotografen nach Hause bringen. Nicht beim Friseur auszuhalten, nicht mit einem Coffee-to-go zu schlucken.“ (aus dem Grußwort von Peter-Matthias Gaede)

geschrieben am 23.08.2010 | 525 Wörter | 3249 Zeichen

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