Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Freakonomics


Statistiken
  • 4924 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autoren
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Gérard Bökenkamp

Freakonomics Wer glaubt zu wissen, wie die Welt ist, dem sei das Buch Freakonomics empfohlen. Das Hauptthema des Buches ist nĂ€mlich die Erkennnis ist, alles ist ganz anders als man denkt, wenn man nur genau genug hinsieht, das heißt die Gesetze der Ökonomie auf die AlltagsphĂ€nomene anwendet. Das gilt fĂŒr alle Bereiche des Lebens. So sind die von den Autoren behandelten Themen auch nicht inhaltlich, sondern vor allem methodisch miteinander verbunden. Die Methode ist die GegenĂŒberstellung unseres „gesunden Menschenverstandes“ zu dem, was die Statistik und die Mathematik zeigt. Die Autoren beschreiben eine Welt, in der Menschen das eine sagen, aber das andere tun. Sie beweisen mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass sowohl Lehrer als auch Sportler systematisch ihre Erfolgsergebnisse manipulieren. Sie zeigen, dass die ideologischen Debatten konsequent an der Wirklichkeit vorbeigehen. Etwa in der Frage von Kindererziehung und Bildung. Es ist nĂ€mlich nach ihren Erkennnissen gar nicht wichtig, was die Eltern und Politiker tun, sondern was die Eltern sind. Der soziale Status und das Bildungsniveau der Eltern sind fĂŒr den Bildungserfolg des Kindes entscheidend. Die FamilienverhĂ€ltnisse, das Engagement der Eltern, die staatlichen Förderprogramme hingegen nicht. Was ist gefĂ€hrlicher fĂŒr Kinder? Eine Handfeuerwaffe im Haushalt oder ein Swimmingpool im Garten? Soviel sei verraten, die Antwort ist genau die, die der Leser als Antwort auf diese rhetorischen Frage vermutet. Warum finden sich eigentlich soviele junge MĂ€nner, die bereit sind mit Drogen zu dealen? Wegen des Geldes? Ihr Stundenverdienst liegt in der Regel unterhalb des allgemeinen Mindestlohns, aber ihr Risiko getötet zu werden ist weit grĂ¶ĂŸer als das der Insassen der texanischen Todeszellen. Das Beispiel, dass die hitzigsten Debatten verursacht hat, ist die ErklĂ€rung der Autoren fĂŒr den RĂŒckgang der KriminalitĂ€tsraten in den USA. Noch in der ersten HĂ€lfte der neunziger Jahre sahen Soziologen und Kriminologen ein Blutbad auf die amerikanische Gesellschaft zukommen. Doch plötzlich fielen die KriminalitĂ€tsraten und waren schließlich so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ein Teil der ErklĂ€rung ist, dass mehr Polizisten sehr viele Kriminelle einfach viel lĂ€nger ins GefĂ€ngnis gebracht haben. Dieses Ergebnis ist nicht ĂŒberraschend. Überraschend und fĂŒr viele schockierend war der Befund, dass die Legalisierung der Abtreibung Anfang der siebziger Jahre diesen Einbruch der KriminalitĂ€tsraten bewirkt haben könnte. Eltern mit einem bestimmten sozialen Profil haben ihre Geburtenzahl reduziert. Ergebnis: Viele potentielle GewalttĂ€ter sind gar nicht erst geboren worden. Es ist ein witziges, ein faszinierenden und ein politisch und ethisch sehr brisantes Buch, ergĂ€nzt gegenĂŒber der ersten Auflage durch Artikel und Texte aus dem Blog der Autoren. Diese widmen sich etwa der Frage, was mit den vielen Crack-AbhĂ€ngigen passiert ist; ob es sich wirklich fĂŒr das Stadtbudget finanziell lohnt, Hundebesitzer fĂŒr die Notdurft ihres Vierbeiners zu Verantwortung zu ziehen; welche Auswirkungen HIV auf das Sexualleben der Amerikaner hat. Es kommt nicht darauf an, ob der Leser jede einzelne These der Autoren teilt, es kommt darauf an, dass die Darstellung den Blick schult, die gĂ€ngigen ErklĂ€rungsmuster in Frage zu stellen.

Wer glaubt zu wissen, wie die Welt ist, dem sei das Buch Freakonomics empfohlen. Das Hauptthema des Buches ist nĂ€mlich die Erkennnis ist, alles ist ganz anders als man denkt, wenn man nur genau genug hinsieht, das heißt die Gesetze der Ökonomie auf die AlltagsphĂ€nomene anwendet.

Das gilt fĂŒr alle Bereiche des Lebens. So sind die von den Autoren behandelten Themen auch nicht inhaltlich, sondern vor allem methodisch miteinander verbunden.

Die Methode ist die GegenĂŒberstellung unseres „gesunden Menschenverstandes“ zu dem, was die Statistik und die Mathematik zeigt.

Die Autoren beschreiben eine Welt, in der Menschen das eine sagen, aber das andere tun.

Sie beweisen mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung, dass sowohl Lehrer als auch Sportler systematisch ihre Erfolgsergebnisse manipulieren.

Sie zeigen, dass die ideologischen Debatten konsequent an der Wirklichkeit vorbeigehen. Etwa in der Frage von Kindererziehung und Bildung.

Es ist nĂ€mlich nach ihren Erkennnissen gar nicht wichtig, was die Eltern und Politiker tun, sondern was die Eltern sind. Der soziale Status und das Bildungsniveau der Eltern sind fĂŒr den Bildungserfolg des Kindes entscheidend.

Die FamilienverhÀltnisse, das Engagement der Eltern, die staatlichen Förderprogramme hingegen nicht.

Was ist gefĂ€hrlicher fĂŒr Kinder? Eine Handfeuerwaffe im Haushalt oder ein Swimmingpool im Garten? Soviel sei verraten, die Antwort ist genau die, die der Leser als Antwort auf diese rhetorischen Frage vermutet.

Warum finden sich eigentlich soviele junge MĂ€nner, die bereit sind mit Drogen zu dealen? Wegen des Geldes? Ihr Stundenverdienst liegt in der Regel unterhalb des allgemeinen Mindestlohns, aber ihr Risiko getötet zu werden ist weit grĂ¶ĂŸer als das der Insassen der texanischen Todeszellen.

Das Beispiel, dass die hitzigsten Debatten verursacht hat, ist die ErklĂ€rung der Autoren fĂŒr den RĂŒckgang der KriminalitĂ€tsraten in den USA. Noch in der ersten HĂ€lfte der neunziger Jahre sahen Soziologen und Kriminologen ein Blutbad auf die amerikanische Gesellschaft zukommen. Doch plötzlich fielen die KriminalitĂ€tsraten und waren schließlich so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Ein Teil der ErklĂ€rung ist, dass mehr Polizisten sehr viele Kriminelle einfach viel lĂ€nger ins GefĂ€ngnis gebracht haben. Dieses Ergebnis ist nicht ĂŒberraschend. Überraschend und fĂŒr viele schockierend war der Befund, dass die Legalisierung der Abtreibung Anfang der siebziger Jahre diesen Einbruch der KriminalitĂ€tsraten bewirkt haben könnte. Eltern mit einem bestimmten sozialen Profil haben ihre Geburtenzahl reduziert. Ergebnis: Viele potentielle GewalttĂ€ter sind gar nicht erst geboren worden.

Es ist ein witziges, ein faszinierenden und ein politisch und ethisch sehr brisantes Buch, ergĂ€nzt gegenĂŒber der ersten Auflage durch Artikel und Texte aus dem Blog der Autoren. Diese widmen sich etwa der Frage, was mit den vielen Crack-AbhĂ€ngigen passiert ist; ob es sich wirklich fĂŒr das Stadtbudget finanziell lohnt, Hundebesitzer fĂŒr die Notdurft ihres Vierbeiners zu Verantwortung zu ziehen; welche Auswirkungen HIV auf das Sexualleben der Amerikaner hat.

Es kommt nicht darauf an, ob der Leser jede einzelne These der Autoren teilt, es kommt darauf an, dass die Darstellung den Blick schult, die gÀngigen ErklÀrungsmuster in Frage zu stellen.

geschrieben am 18.04.2008 | 480 Wörter | 2865 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen