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Gold und Stein


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Rezension von

Letterschming

Gold und Stein „Gold und Stein“ von der deutschen Autorin Heidi Rehn ist im April 2012 in gebundener Form beim Knaur-Verlag erschienen. Es handelt sich bereits um ihren sechsten historischen Roman. Es ist das Jahr 1455. Agnes ist siebzehn Jahre alt und betreibt gemeinsam mit ihrer Mutter Gunda eine Bierbrauerei in Wehlau, Preußen. Ihr Vater ist vor Jahren gestorben und jetzt gibt es nur noch sie, ihre Mutter und ihre Großmutter. Da taucht plötzlich der Baumeister Laurenz Selege auf, in den sich Agnes Hals über Kopf verliebt. Doch Agnes Mutter versucht alles, um die Beziehung der beiden zu zerstören, denn Laurenz könnte ein Geheimnis aufdecken, dass sie seit Agnes Geburt zu verbergen versucht. So erzählt Laurenz Agnes, dass er sie schon vor siebzehn Jahren kennengelernt hat und dass sie damals einen Zwillingsbruder hatte. Agnes Mutter streitet diese Geschichte jedoch ab. Gemeinsam mit Laurenz flieht Agnes nach Königsberg, wo sie geboren wurde. Wird sie hier endlich Antworten finden? Obwohl „Gold und Stein“ im fünfzehnten Jahrhundert spielt, passt es meiner Meinung nach eher in die Kategorie der Liebesromane als zu den historischen Romanen. Die Autorin legt ihr Hauptaugenmerk nicht auf die Lebensumstände der Personen. Zwar hat die Zeit, zu der die Figuren leben, einen Einfluss auf die Charaktere. Insgesamt wird aber nur sehr wenig darauf eingegangen. So erfährt man als Leser kaum etwas über die politischen Verhältnisse in Preußen zu der Zeit und auch das restliche Europa bleibt im Dunkeln. Über das Alltagsleben erfährt man natürlich indirekt etwas, während man die Figuren begleitet, aber auch nicht ausgesprochen viel. Ob dies ein Nachteil ist, hängt davon ab, was man erwartet. Ich fand es beim Lesen sehr erfrischend, nicht immer wieder die selben Beschreibungen lesen zu müssen, die ich schon aus zahllosen anderen historischen Romanen kenne. Wer also in diesem Genre ein bisschen bewandert ist, kann sich auch so schnell ein ziemlich gutes Bild von Agnes Welt machen. Bei über 700 Seiten ist es eine ziemlich Erleichterung, dass sich die Autorin auf die Geschichte konzentriert und nicht noch zusätzlich seitenlange Erklärungen und Beschreibungen einfügt. Die eigentliche Handlung ist tatsächlich sehr romantisch. Es geht also nicht nur darum, dass Agnes in einer Zeit versucht, ihren eigenen Weg zu gehen und ihren eigenen Partner auszuwählen, in der dies für eine Frau kaum möglich ist, sondern tatsächlich um ihre Gefühle. Die Art und Weise, wie sich die Autorin mit dem Thema auseinandersetzt, erinnert schon deutlich an Romane, die in der heutigen Zeit spielen. Dabei werden Agnes Empfindungen sehr schön und nachvollziehbar beschrieben. Man fühlt mit ihr, was nicht zuletzt an der wunderschönen Sprache der Autorin liegt. Ohne, dass man sich in den Sätzen verhaspelt, gelingt es ihr, mit kunstvollen Metaphern und Satzgefügen einen träumerischen und sehnsuchtsvollen Ton zu treffen, der die Atmosphäre des Romans noch zusätzlich unterstreicht. Insgesamt hätte man den Roman sicherlich an der einen oder anderen Stelle ein wenig kürzen können. So dauert es zum Beispiel sehr lange, bis Agnes endlich beschließt, mit Laurenz nach Königsberg zu gehen und Antworten zu suchen. Allerdings hält einen der Roman trotzdem gut bei der Stange, da immer wieder auf dieses Geheimnis von Agnes Mutter hingewiesen wird. Als Leser ist man genauso erpicht darauf wie Agnes selbst, es endlich zu lüften. Fazit: Trotz der enormen Länge des Romans, lässt er sich zügig lesen. Die kunstvolle Sprache und der gelungene Spannungsbogen gepaart mit einer Menge Romantik ersetzen hier die ziemlich kurz kommende Action und die wenigen historischen Ausführungen. Ein Buch, das so richtig zum Schwärmen einlädt.

„Gold und Stein“ von der deutschen Autorin Heidi Rehn ist im April 2012 in gebundener Form beim Knaur-Verlag erschienen. Es handelt sich bereits um ihren sechsten historischen Roman.

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2
06.06.2016
4
06.06.2016

Es ist das Jahr 1455. Agnes ist siebzehn Jahre alt und betreibt gemeinsam mit ihrer Mutter Gunda eine Bierbrauerei in Wehlau, Preußen. Ihr Vater ist vor Jahren gestorben und jetzt gibt es nur noch sie, ihre Mutter und ihre Großmutter. Da taucht plötzlich der Baumeister Laurenz Selege auf, in den sich Agnes Hals über Kopf verliebt. Doch Agnes Mutter versucht alles, um die Beziehung der beiden zu zerstören, denn Laurenz könnte ein Geheimnis aufdecken, dass sie seit Agnes Geburt zu verbergen versucht. So erzählt Laurenz Agnes, dass er sie schon vor siebzehn Jahren kennengelernt hat und dass sie damals einen Zwillingsbruder hatte. Agnes Mutter streitet diese Geschichte jedoch ab. Gemeinsam mit Laurenz flieht Agnes nach Königsberg, wo sie geboren wurde. Wird sie hier endlich Antworten finden?

Obwohl „Gold und Stein“ im fünfzehnten Jahrhundert spielt, passt es meiner Meinung nach eher in die Kategorie der Liebesromane als zu den historischen Romanen. Die Autorin legt ihr Hauptaugenmerk nicht auf die Lebensumstände der Personen. Zwar hat die Zeit, zu der die Figuren leben, einen Einfluss auf die Charaktere. Insgesamt wird aber nur sehr wenig darauf eingegangen. So erfährt man als Leser kaum etwas über die politischen Verhältnisse in Preußen zu der Zeit und auch das restliche Europa bleibt im Dunkeln. Über das Alltagsleben erfährt man natürlich indirekt etwas, während man die Figuren begleitet, aber auch nicht ausgesprochen viel.

Ob dies ein Nachteil ist, hängt davon ab, was man erwartet. Ich fand es beim Lesen sehr erfrischend, nicht immer wieder die selben Beschreibungen lesen zu müssen, die ich schon aus zahllosen anderen historischen Romanen kenne. Wer also in diesem Genre ein bisschen bewandert ist, kann sich auch so schnell ein ziemlich gutes Bild von Agnes Welt machen. Bei über 700 Seiten ist es eine ziemlich Erleichterung, dass sich die Autorin auf die Geschichte konzentriert und nicht noch zusätzlich seitenlange Erklärungen und Beschreibungen einfügt.

Die eigentliche Handlung ist tatsächlich sehr romantisch. Es geht also nicht nur darum, dass Agnes in einer Zeit versucht, ihren eigenen Weg zu gehen und ihren eigenen Partner auszuwählen, in der dies für eine Frau kaum möglich ist, sondern tatsächlich um ihre Gefühle. Die Art und Weise, wie sich die Autorin mit dem Thema auseinandersetzt, erinnert schon deutlich an Romane, die in der heutigen Zeit spielen.

Dabei werden Agnes Empfindungen sehr schön und nachvollziehbar beschrieben. Man fühlt mit ihr, was nicht zuletzt an der wunderschönen Sprache der Autorin liegt. Ohne, dass man sich in den Sätzen verhaspelt, gelingt es ihr, mit kunstvollen Metaphern und Satzgefügen einen träumerischen und sehnsuchtsvollen Ton zu treffen, der die Atmosphäre des Romans noch zusätzlich unterstreicht.

Insgesamt hätte man den Roman sicherlich an der einen oder anderen Stelle ein wenig kürzen können. So dauert es zum Beispiel sehr lange, bis Agnes endlich beschließt, mit Laurenz nach Königsberg zu gehen und Antworten zu suchen. Allerdings hält einen der Roman trotzdem gut bei der Stange, da immer wieder auf dieses Geheimnis von Agnes Mutter hingewiesen wird. Als Leser ist man genauso erpicht darauf wie Agnes selbst, es endlich zu lüften.

Fazit: Trotz der enormen Länge des Romans, lässt er sich zügig lesen. Die kunstvolle Sprache und der gelungene Spannungsbogen gepaart mit einer Menge Romantik ersetzen hier die ziemlich kurz kommende Action und die wenigen historischen Ausführungen. Ein Buch, das so richtig zum Schwärmen einlädt.

geschrieben am 16.05.2012 | 573 Wörter | 3191 Zeichen

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