Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Garantiert erfolgreich lernen - Wie Sie Ihre Lese- und Lernfähigkeit steigern


Statistiken
  • 5121 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Hiram Kümper

Garantiert erfolgreich lernen - Wie Sie Ihre Lese- und Lernfähigkeit steigern „Garantiert erfolgreich lernen“ – das klingt nach Werbung aus den 80er Jahren. Wo Erfolg garantiert wird, da wittert der reflektierte Mensch der Postmoderne rasch und wohl auch nicht ganz ohne Grund einen Haken und geht in die Defensive. Die Tatsache, dass sich mit derlei sloganartigen Titeln dennoch weiterhin Versicherungen, Bankgeschäfte und eben offenbar auch Bücher verkaufen lassen, scheint dieser These entgegen zu stehen. Das Kernproblem der oftmals auf die eine oder andere Art sektiererische daherkommenden Angebote auf dem stetig wachsenden Markt der Weiterbildung in Lern- und Memotechniken hat Grüning (nach einem ziemlich überflüssigen Exkurs über sein Glanzexamen, der sich dahingehend ergänzen ließe, dass in manch einem Juridicum eine nicht zu verachtende Zahl derjenigen Studenten, die „bis zu 6 Tage die Woche von früh bis spät hinter den Büchern“ sitzen, hinter eben diesen Büchern schlafen oder ihre Mobiltelefone traktieren – Lesen wäre hier die erste empfehlenswerte und weit simplere Lerntechnik) sehr klar erfasst: „Ich bin immer wieder auf zwei Arten von Büchern gestoßen. Solche, die sehr reißerisch und motivierend geschrieben sind, aber mit der Realität des Lernens nicht viel gemeinsam haben [...] Man ist kurze Zeit sehr begeistert, weil man entsprechend den Anpreisungen glaubt, eine Möglichkeit des ‚mühelosen Lernens’ gefunden zu haben. Umso enttäuschter ist man jedoch, wenn man feststellen muss, dass sich das Ganze nur gut anhört, aber keinen praktischen Nutzen bringt. Die andere Art von Büchern ist eher wissenschaftlich und seriös geschrieben. Sie verkaufen sich daher schlechter, obwohl sie mehr mit der Realität gemeinsam haben.“ (S. 10) Genau zwischen diesen beiden Polen möchte sich nun der vorliegende Band platzieren. Die Grundlage bildet zunächst ein keineswegs neuartiges, zyklische Lernmodell der vier Stufen Sichten – Aufbereiten – Abspeichern – Abrufen. Neu an dem „Lernzyklus nach Grüning“ (S. 11) ist die Beiordnung entsprechender Techniken zu jeder dem Abrufen der benötigten Information vorhergehenden Lernstufen. Der Sichtung entspricht die Technik „Speed Reading“, aufbereitet wird mittels der Mind-Mapping-Methode, wie sie Tony Buzan seit den 1970er Jahren entwickelt hat, während die Memoriertechnik durch eine Reihe unterschiedlicher an das für sich nicht ganz unproblematische Konzept „Lernbiologie“ angelehnter Methoden geschult werden soll. Stufe vier, das „Abrufen“, wird auf einer halben Seite (S. 165) und damit genau genommen gar nicht abgehandelt. Soweit der Ansatz. Die Lektüre des Buches lässt sich denn auch wie folgt zusammenfassen: Zunächst einmal wird man in diesem Buch entgegen vollmundiger Ankündigungen weder etwas wirklich Neues erfahren noch es auf eine wirklich neue Art und Weise vermittelt bekommen. Vielmehr werden gängige Lern-, Lese- und Motivationstheorien miteinander verknüpft, die schon lange in der Branche hauptsächlich für Firmenseminare und ähnliches angewandt werden, und mehr oder minder konzise zusammengefasst. Das mag man auch als einen Vorzug des Buches verstehen, denn immerhin handelt es dabei beinahe durchweg um in der Praxis erprobte Ansätze, die – lässt man sich einmal darauf ein – tatsächlich Vielen helfen können, Ihre Konzentration und Gedächtnisfähigkeit zu steigern. Fraglich dagegen bleiben die Ansätze in Sachen Motivation und „private management“, die in der Regel auf dem Level allgemeingültiger Phrasen verbleiben. In der Tat bemüht sich der Autor um einen klaren Ausdruck und – mit einigen Einschränkungen im Hinblick auf den streckenweise allzu blumigen Optimismus bezüglich der vorgestellten Methoden – Bündigkeit ohne unnötige Längen. Dagegen sind ein großer Teil der beigefügten Graphiken und Diagramme zwar bunter, aber letztlich nutzloser Ballast, der die besprochenen Prozesse oder Ansätze nicht verdeutlicht, sondern sich lediglich um einen wissenschaftlichen Anstrich bemüht, der doch für jeden aufmerksamen Leser fraglos zu dünn ist, um wirklich abzudecken. Bedenklich bleibt auch die Nähe zu den beiden einschlägigen Werken von Brigitte Chevalier, denen Grüning offenbar mehr als nur viele Anregungen entnimmt.

„Garantiert erfolgreich lernen“ – das klingt nach Werbung aus den 80er Jahren. Wo Erfolg garantiert wird, da wittert der reflektierte Mensch der Postmoderne rasch und wohl auch nicht ganz ohne Grund einen Haken und geht in die Defensive. Die Tatsache, dass sich mit derlei sloganartigen Titeln dennoch weiterhin Versicherungen, Bankgeschäfte und eben offenbar auch Bücher verkaufen lassen, scheint dieser These entgegen zu stehen. Das Kernproblem der oftmals auf die eine oder andere Art sektiererische daherkommenden Angebote auf dem stetig wachsenden Markt der Weiterbildung in Lern- und Memotechniken hat Grüning (nach einem ziemlich überflüssigen Exkurs über sein Glanzexamen, der sich dahingehend ergänzen ließe, dass in manch einem Juridicum eine nicht zu verachtende Zahl derjenigen Studenten, die „bis zu 6 Tage die Woche von früh bis spät hinter den Büchern“ sitzen, hinter eben diesen Büchern schlafen oder ihre Mobiltelefone traktieren – Lesen wäre hier die erste empfehlenswerte und weit simplere Lerntechnik) sehr klar erfasst: „Ich bin immer wieder auf zwei Arten von Büchern gestoßen. Solche, die sehr reißerisch und motivierend geschrieben sind, aber mit der Realität des Lernens nicht viel gemeinsam haben [...] Man ist kurze Zeit sehr begeistert, weil man entsprechend den Anpreisungen glaubt, eine Möglichkeit des ‚mühelosen Lernens’ gefunden zu haben. Umso enttäuschter ist man jedoch, wenn man feststellen muss, dass sich das Ganze nur gut anhört, aber keinen praktischen Nutzen bringt. Die andere Art von Büchern ist eher wissenschaftlich und seriös geschrieben. Sie verkaufen sich daher schlechter, obwohl sie mehr mit der Realität gemeinsam haben.“ (S. 10) Genau zwischen diesen beiden Polen möchte sich nun der vorliegende Band platzieren.

weitere Rezensionen von Hiram KĂĽmper


Die Grundlage bildet zunächst ein keineswegs neuartiges, zyklische Lernmodell der vier Stufen Sichten – Aufbereiten – Abspeichern – Abrufen. Neu an dem „Lernzyklus nach Grüning“ (S. 11) ist die Beiordnung entsprechender Techniken zu jeder dem Abrufen der benötigten Information vorhergehenden Lernstufen. Der Sichtung entspricht die Technik „Speed Reading“, aufbereitet wird mittels der Mind-Mapping-Methode, wie sie Tony Buzan seit den 1970er Jahren entwickelt hat, während die Memoriertechnik durch eine Reihe unterschiedlicher an das für sich nicht ganz unproblematische Konzept „Lernbiologie“ angelehnter Methoden geschult werden soll. Stufe vier, das „Abrufen“, wird auf einer halben Seite (S. 165) und damit genau genommen gar nicht abgehandelt. Soweit der Ansatz.

Die Lektüre des Buches lässt sich denn auch wie folgt zusammenfassen: Zunächst einmal wird man in diesem Buch entgegen vollmundiger Ankündigungen weder etwas wirklich Neues erfahren noch es auf eine wirklich neue Art und Weise vermittelt bekommen. Vielmehr werden gängige Lern-, Lese- und Motivationstheorien miteinander verknüpft, die schon lange in der Branche hauptsächlich für Firmenseminare und ähnliches angewandt werden, und mehr oder minder konzise zusammengefasst. Das mag man auch als einen Vorzug des Buches verstehen, denn immerhin handelt es dabei beinahe durchweg um in der Praxis erprobte Ansätze, die – lässt man sich einmal darauf ein – tatsächlich Vielen helfen können, Ihre Konzentration und Gedächtnisfähigkeit zu steigern. Fraglich dagegen bleiben die Ansätze in Sachen Motivation und „private management“, die in der Regel auf dem Level allgemeingültiger Phrasen verbleiben. In der Tat bemüht sich der Autor um einen klaren Ausdruck und – mit einigen Einschränkungen im Hinblick auf den streckenweise allzu blumigen Optimismus bezüglich der vorgestellten Methoden – Bündigkeit ohne unnötige Längen. Dagegen sind ein großer Teil der beigefügten Graphiken und Diagramme zwar bunter, aber letztlich nutzloser Ballast, der die besprochenen Prozesse oder Ansätze nicht verdeutlicht, sondern sich lediglich um einen wissenschaftlichen Anstrich bemüht, der doch für jeden aufmerksamen Leser fraglos zu dünn ist, um wirklich abzudecken. Bedenklich bleibt auch die Nähe zu den beiden einschlägigen Werken von Brigitte Chevalier, denen Grüning offenbar mehr als nur viele Anregungen entnimmt.

geschrieben am 07.11.2006 | 592 Wörter | 3664 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen