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Liebe wird oft überbewertet


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

Dr. Benjamin Krenberger

Liebe wird oft ĂŒberbewertet Es ist ein bisschen schwierig, mit der Kritik an diesem Druckwerk hinter dem Berg zu halten, insbesondere wo man beginnen soll. Am besten von vorne: dieses Buch ist allerhöchstens ein Meinungsbuch, kein Sachbuch. DafĂŒr geht es zu wenig um die oder ĂŒberhaupt eine Sache, man fragt sich ohnehin welche. Es gibt eine Menge Dinge, die der Autorin nicht passen und die sie in gehöriger GriesgrĂ€migkeit vor sich hinnölt. Mal sind es Paare, mal die Liebe, mal die böse Konsumindustrie, mal Schwaben, mal dies, mal das. Dann ist der Stil des Buches ein buntes Wirrwarr, mal TagebucheintrĂ€ge, mal pseudowissenschaftlich gehaltene Passagen, mal eine unstrukturierte Aneinanderreihung von Fakten und Halbfakten, immer mal auch wieder glossenartige Beobachtungen. Und am Ende steht der Leser, wie auch bisweilen wĂ€hrend der LektĂŒre, mit einem „ja und?“-Fragezeichen auf der Stirn da, genauso schlau als wie zuvor. Umso schlimmer ist es, dass dieses Buch von verklĂ€rten Feuilletonisten in einem Atemzug mit den wirklich wissenschaftlich fundierten BĂŒchern der Soziologin Illouz genannt wird, um einen vermeintlichen Trend - das Ende der Paarbeziehung oder Ähnliches - zu hypen. Wenn man das machen möchte, sollte man jedenfalls dieses Buch nicht dafĂŒr heranziehen, denn die Autorin stellt einfach ihre persönliche Ansicht und offenbar auch persönliche Lebensweise als PrĂ€misse in den Raum und hinterfragt sie zu keinem Zeitpunkt. Infolgedessen könnte man ab und zu das von der Autorin so gehasste Wort „PĂ€rchen“ oder „Paar“ durch „ZwergkaninchenzĂŒchter“ ersetzen: die Negativaussagen der Autorin sind wunderbar ĂŒbertragbar auf jeden Menschentyp, der einem nicht passt. Aber damit muss man Leser nicht unter dem Etikett Sachbuch behelligen. Noch ein paar Details zum GrĂ€men: die versuchte Wissenschaftlichkeit scheitert schon am Literaturverzeichnis, das die Autorin nicht einmal richtig alphabetisch zu sortieren weiß. Enthalten sind darin zudem nicht einmal alle im Buch genannten Quellen, sodass man nie nachprĂŒfen kann, was die Autorin sich aus fremden Federn borgt oder mit fremder Meinung oder Tatsache legitimieren will. Nachweise im Buch fehlen gĂ€nzlich, Graphiken werden mit Beschreibungsfehlern versehen (S. 87/88: acht statt tatsĂ€chlich sieben Kombinationen behauptet. Schwerpunkte werden nicht erlĂ€uternd gesetzt, so dass man nur die Augen verdrehen kann, wenn z.B. auf S. 62 ein Überblick ĂŒber Single-Ratgeber gegeben wird und einige als „besonders erwĂ€hnenswert“ betitelt werden. Ja warum denn? So gut? So schlecht? Dass auch inhaltlich kein Lichtschein aufkommen mag, passt zum sonstigen Erscheinungsbild dieses Buches. Es ist nicht durchgĂ€ngig sachlich, lustig oder zynisch, es ist einfach ein Stilmix ohne leitende Struktur. Dass die Einzelteile dann nicht einmal fĂŒr sich selbst ĂŒberzeugen, macht die LektĂŒre bisweilen quĂ€lend. Das gilt fĂŒr die verschiedentlich anzutreffenden AnflĂŒge von bissigem Humor oder lustigen Beobachtungen, wo sich die Mundwinkel allenfalls sacht Richtung Stirn heben. Das gilt aber auch fĂŒr die verschiedenen TagebucheintrĂ€ge, insbesondere zu FestivitĂ€ten, bei denen man zum Teil nicht einmal einen inneren Bezug zum Buchtitel zu finden vermag. Noch dazu scheint das sehr spezielle Berliner Biotop der Beziehungsfindung ganz extrem auf die Autorin und ihre Meinung abzufĂ€rben, sodass man nicht einmal ein halbwegs objektivierbares Buch in HĂ€nden hĂ€lt. Insgesamt hat mich die LektĂŒre formal wie inhaltlich enttĂ€uscht und zwar auf ganzer Linie. Vielleicht muss man dauerhaft in Berlin wohnen, um von diesem Werk als Abbild vorhandener RealitĂ€ten begeistert zu sein.

Es ist ein bisschen schwierig, mit der Kritik an diesem Druckwerk hinter dem Berg zu halten, insbesondere wo man beginnen soll. Am besten von vorne: dieses Buch ist allerhöchstens ein Meinungsbuch, kein Sachbuch. DafĂŒr geht es zu wenig um die oder ĂŒberhaupt eine Sache, man fragt sich ohnehin welche. Es gibt eine Menge Dinge, die der Autorin nicht passen und die sie in gehöriger GriesgrĂ€migkeit vor sich hinnölt. Mal sind es Paare, mal die Liebe, mal die böse Konsumindustrie, mal Schwaben, mal dies, mal das. Dann ist der Stil des Buches ein buntes Wirrwarr, mal TagebucheintrĂ€ge, mal pseudowissenschaftlich gehaltene Passagen, mal eine unstrukturierte Aneinanderreihung von Fakten und Halbfakten, immer mal auch wieder glossenartige Beobachtungen. Und am Ende steht der Leser, wie auch bisweilen wĂ€hrend der LektĂŒre, mit einem „ja und?“-Fragezeichen auf der Stirn da, genauso schlau als wie zuvor. Umso schlimmer ist es, dass dieses Buch von verklĂ€rten Feuilletonisten in einem Atemzug mit den wirklich wissenschaftlich fundierten BĂŒchern der Soziologin Illouz genannt wird, um einen vermeintlichen Trend - das Ende der Paarbeziehung oder Ähnliches - zu hypen. Wenn man das machen möchte, sollte man jedenfalls dieses Buch nicht dafĂŒr heranziehen, denn die Autorin stellt einfach ihre persönliche Ansicht und offenbar auch persönliche Lebensweise als PrĂ€misse in den Raum und hinterfragt sie zu keinem Zeitpunkt. Infolgedessen könnte man ab und zu das von der Autorin so gehasste Wort „PĂ€rchen“ oder „Paar“ durch „ZwergkaninchenzĂŒchter“ ersetzen: die Negativaussagen der Autorin sind wunderbar ĂŒbertragbar auf jeden Menschentyp, der einem nicht passt. Aber damit muss man Leser nicht unter dem Etikett Sachbuch behelligen.

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Noch ein paar Details zum GrĂ€men: die versuchte Wissenschaftlichkeit scheitert schon am Literaturverzeichnis, das die Autorin nicht einmal richtig alphabetisch zu sortieren weiß. Enthalten sind darin zudem nicht einmal alle im Buch genannten Quellen, sodass man nie nachprĂŒfen kann, was die Autorin sich aus fremden Federn borgt oder mit fremder Meinung oder Tatsache legitimieren will. Nachweise im Buch fehlen gĂ€nzlich, Graphiken werden mit Beschreibungsfehlern versehen (S. 87/88: acht statt tatsĂ€chlich sieben Kombinationen behauptet. Schwerpunkte werden nicht erlĂ€uternd gesetzt, so dass man nur die Augen verdrehen kann, wenn z.B. auf S. 62 ein Überblick ĂŒber Single-Ratgeber gegeben wird und einige als „besonders erwĂ€hnenswert“ betitelt werden. Ja warum denn? So gut? So schlecht?

Dass auch inhaltlich kein Lichtschein aufkommen mag, passt zum sonstigen Erscheinungsbild dieses Buches. Es ist nicht durchgĂ€ngig sachlich, lustig oder zynisch, es ist einfach ein Stilmix ohne leitende Struktur. Dass die Einzelteile dann nicht einmal fĂŒr sich selbst ĂŒberzeugen, macht die LektĂŒre bisweilen quĂ€lend. Das gilt fĂŒr die verschiedentlich anzutreffenden AnflĂŒge von bissigem Humor oder lustigen Beobachtungen, wo sich die Mundwinkel allenfalls sacht Richtung Stirn heben. Das gilt aber auch fĂŒr die verschiedenen TagebucheintrĂ€ge, insbesondere zu FestivitĂ€ten, bei denen man zum Teil nicht einmal einen inneren Bezug zum Buchtitel zu finden vermag. Noch dazu scheint das sehr spezielle Berliner Biotop der Beziehungsfindung ganz extrem auf die Autorin und ihre Meinung abzufĂ€rben, sodass man nicht einmal ein halbwegs objektivierbares Buch in HĂ€nden hĂ€lt.

Insgesamt hat mich die LektĂŒre formal wie inhaltlich enttĂ€uscht und zwar auf ganzer Linie. Vielleicht muss man dauerhaft in Berlin wohnen, um von diesem Werk als Abbild vorhandener RealitĂ€ten begeistert zu sein.

geschrieben am 13.05.2012 | 521 Wörter | 3139 Zeichen

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