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Deutschland, einig Vaterland


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Rezension von

Daniel Bigalke

Deutschland, einig Vaterland Die gesamtdeutsche nationale Identität, so lässt sich aus heutiger Sicht sagen, war stets vorhanden und führte erst 1989 zu ihrer eigentlichen Konsequenz. So lässt sich auch von einem mentalen gesamtdeutschen Bewusstsein sprechen, welches in der DDR-Nischenkultur auch unter dem Druck allumfassender Repression nur zeitweise auf forcierte Weise oberflächlich aber nicht geistig-mental ausgeblendet werden konnte. Die Bundesrepublik Deutschland erschien als Referenzsystem vom ersten Moment an und die Wiedervereinigung kann als letzte Konsequenz hierzu gelten. Das vorliegende Buch ergreift mit Bildern und Berichten, die den Leser in seine persönliche Vergangenheit eintauchen lassen – wohlgemerkt: den Leser in Ost und West bis hin zur Vereinigung. Dies geschieht auf über 1000 Fotos und ausführlichen Dokumentationen zu jedem Jahrzehnt. Die Entwicklung wird in West und Ost gleichberechtigt und eigenständig dargestellt. Das Werk des Weltbuch-Verlages bietet einen umfassenden, nach Jahrzehnten und Themen geordneten, Rückblick auf die gesamtdeutsche Geschichte seit 1949. Es versteht sich von der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 her, dessen 60. Jubiläum wir 2009 begehen. So kritisch dieses Grundgesetz und die Bedingungen seiner Verabschiedung (Besatzungsstatut, Provisorium, mangelnde Souveränität Deutschlands und uneingelöster Gestaltungsauftrag bis heute) zu bewerten ist, so gelungen wird im Buch die Entwicklung der beiden deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus bis zum heutigen Tag dargestellt. – Und dies vor allem für den recht unpolitischen oder mit politischem Oberflächenbewusstsein ausgestatteten Durchschnittsbürger. Selbst der Besuch von Obama in Dresden ist schon mit eingepflegt. Daneben gibt es für jedes Jahrzehnt einen redaktionellen Beitrag in Form eines Abrisses über die Themen der Zeit. Mit Beiträgen von Zeitzeugen, die ihre ganz persönlichen Erinnerungen erzählen, wird der Vergangenheit ein Gesicht verliehen und Geschichte lebendig nachvollziehbar gemacht. Schade ist es, dass die pragmatische Politik und das Krisenmanagement während der gesamten Geschichte der DDR sowie der allgegenwärtige Dauerkonflikt zwischen individuellen Ansprüchen und gesellschaftlich notwendigem Verhalten in der DDR etwas zu kurz kommen. Damit ignoriert das Buch etwas die Resignation, den Rückzug der DDR-Gesellschaft und ihre mangelnde soziale Mobilität, die zu einer unkritisch, sozial nivellierten und wenig innovativen Bevölkerung führte. Das berühmte Postulat einer erfolgreichen „Amerikanisierung der Westdeutschen“ gegenüber einer unzureichenden „Russifizierung der Ostdeutschen“ ist so nur allzu verständlich, spielt aber kaum eine Rolle im Buch. – Soll es vielleicht auch nicht, denn es ist ja ein heiterer Jubiläumsband, der den Stolz auf Gesamtdeutschland repräsentiert. Seinen Zweck erfüllt das Buch deshalb in diesem Zusammenhang in jedem Fall.

Die gesamtdeutsche nationale Identität, so lässt sich aus heutiger Sicht sagen, war stets vorhanden und führte erst 1989 zu ihrer eigentlichen Konsequenz. So lässt sich auch von einem mentalen gesamtdeutschen Bewusstsein sprechen, welches in der DDR-Nischenkultur auch unter dem Druck allumfassender Repression nur zeitweise auf forcierte Weise oberflächlich aber nicht geistig-mental ausgeblendet werden konnte. Die Bundesrepublik Deutschland erschien als Referenzsystem vom ersten Moment an und die Wiedervereinigung kann als letzte Konsequenz hierzu gelten.

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Das vorliegende Buch ergreift mit Bildern und Berichten, die den Leser in seine persönliche Vergangenheit eintauchen lassen – wohlgemerkt: den Leser in Ost und West bis hin zur Vereinigung. Dies geschieht auf über 1000 Fotos und ausführlichen Dokumentationen zu jedem Jahrzehnt. Die Entwicklung wird in West und Ost gleichberechtigt und eigenständig dargestellt.

Das Werk des Weltbuch-Verlages bietet einen umfassenden, nach Jahrzehnten und Themen geordneten, Rückblick auf die gesamtdeutsche Geschichte seit 1949. Es versteht sich von der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 her, dessen 60. Jubiläum wir 2009 begehen. So kritisch dieses Grundgesetz und die Bedingungen seiner Verabschiedung (Besatzungsstatut, Provisorium, mangelnde Souveränität Deutschlands und uneingelöster Gestaltungsauftrag bis heute) zu bewerten ist, so gelungen wird im Buch die Entwicklung der beiden deutschen Staaten bis zur Wiedervereinigung und darüber hinaus bis zum heutigen Tag dargestellt. – Und dies vor allem für den recht unpolitischen oder mit politischem Oberflächenbewusstsein ausgestatteten Durchschnittsbürger. Selbst der Besuch von Obama in Dresden ist schon mit eingepflegt. Daneben gibt es für jedes Jahrzehnt einen redaktionellen Beitrag in Form eines Abrisses über die Themen der Zeit. Mit Beiträgen von Zeitzeugen, die ihre ganz persönlichen Erinnerungen erzählen, wird der Vergangenheit ein Gesicht verliehen und Geschichte lebendig nachvollziehbar gemacht.

Schade ist es, dass die pragmatische Politik und das Krisenmanagement während der gesamten Geschichte der DDR sowie der allgegenwärtige Dauerkonflikt zwischen individuellen Ansprüchen und gesellschaftlich notwendigem Verhalten in der DDR etwas zu kurz kommen. Damit ignoriert das Buch etwas die Resignation, den Rückzug der DDR-Gesellschaft und ihre mangelnde soziale Mobilität, die zu einer unkritisch, sozial nivellierten und wenig innovativen Bevölkerung führte. Das berühmte Postulat einer erfolgreichen „Amerikanisierung der Westdeutschen“ gegenüber einer unzureichenden „Russifizierung der Ostdeutschen“ ist so nur allzu verständlich, spielt aber kaum eine Rolle im Buch. – Soll es vielleicht auch nicht, denn es ist ja ein heiterer Jubiläumsband, der den Stolz auf Gesamtdeutschland repräsentiert. Seinen Zweck erfüllt das Buch deshalb in diesem Zusammenhang in jedem Fall.

geschrieben am 17.08.2009 | 390 Wörter | 2569 Zeichen

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