
| ISBN | 3453533690 | |
| Autor | Mark Lawrence | |
| Verlag | Heyne | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 608 | |
| Erscheinungsjahr | 2013 | |
| Extras | - |

Aus dem Prinz der Dunkelheit ist ein König geworden – aus dem rachsüchtigen Jungen ein rachsüchtiger Mann und noch immer schwebt über allem Jorgs Dunkelheit.

Der zweite Band schließt an den ersten an. Jorg ist inzwischen 18 (also vier Jahre älter als in Band eins) und hat es auf den Thron geschafft.
Das Buch erzählt abwechselnd aktuelle Szenen und Erinnerungen von Jorg. In den Rückblenden ist Jorg mit seinen Gefährten auf den Weg zu den Wikingern, der alles andere als ungefährlich ist: Monster, Nekromanten, Magier und Untote sind nur ein paar der Probleme, die sie bewältigen müssen.
Im anderen Teil des Buches lernt Jorg was es heißt sein Land, das mehr Berge als gerade Flächen aufweist, mit Sturheit zu führen. Auch wenn das bedeutet dem scheinbar mächtigsten Mann der Welt – natürlich auch der mit der größten Armee – den Krieg zu erklären.
Mark Lawrence gelingt es im zweiten Band um Jorg wieder eine „tiefschwarze“ Fantasygeschichte zu erzählen, ohne dabei in ein unsinniges Gemetzel abzugleiten – ganz im Gegenteil: die Darstellung von roher Gewalt nimmt für mich in diesem Band sogar ab, das macht das Buch aber nicht fröhlicher, sondern nur noch bedrückender. Denn statt einfacher Brutalität, bringt der Autor zunehmend Philosophie und Psychologie in das Buch ein. Das Buch geht um einiges weiter in die Tiefe, als dies in Teil eins der Fall war. Die Charaktere, allen voran Jorg, entwickeln sich weiter – werden erwachsen und damit vielschichtiger. Durch die Erfahrungen die er gemacht hat (und die in den Rückblenden zum Teil erzählt werden), wird aus dem grausamen Kind ein junger Mann, der zumindest einen Einblick darauf hat, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Er lernt auch mal eine Gefühlsregung zu zulassen und bleibt doch er selbst. Das Buch ist von Anfang an spannend geschrieben und geht wie schon der erste Teil direkt zur Sache.
Lawrence schafft es, dass man sich als Leser auf Jorg einlässt, obwohl dieser ein richtiges Arschloch ist und man ihn irgendwie schon nach den ersten Seiten gerne tot sehen würde. Er ist nicht nur einfach ein Antiheld, sondern gibt sich dabei auch noch besonders große Mühe. Mit seiner Rücksichtslosigkeit (auch sich selbst gegenüber) und seiner dreisten Risikobereitschaft überschreitet Jorg immer wieder die Grenze, die selbst gestandene Anithelden als Wahnsinn bezeichnen würden.
Aus dem Prinz der Dunkelheit ist ein König geworden – aus dem rachsüchtigen Jungen ein rachsüchtiger Mann und noch immer schwebt über allem Jorgs Dunkeltheit.
geschrieben am 16.12.2013 | 402 Wörter | 2163 Zeichen
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