
| ISBN | 354860885X | |
| Autor | Elisabetta Severina | |
| Verlag | List | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 200 | |
| Erscheinungsjahr | 2009 | |
| Extras | - |

Elisabetta Severina reist in ihrem Erstlingswerk mit dem Leser zurĂŒck in ihre Kindheit. Nachdem sie das Familienkochbuch gefunden hat, beginnt sie auch schon mit ihren Schilderungen.

Sehr genau beschreibt sie, wie ihre Kindheit und Jugend verlief. An welchen Orten sie aufwuchs und vor allem beschreibt sie ihre Mutter, die sehr bald starb. Von diesem Moment an versuchte die Protagonistin stets, ihr nachzueifern. GefĂŒhle wie Trauer oder Wut lĂ€sst sie nicht zu. Vielmehr schlieĂt sie alles ein und versucht tapfer ihrem Vater mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Als Vorbild sieht sie immer ihre Mutter. Sie versucht, so zu sein wie sie, und vor allem so zu kochen. Dies gelingt ihr auch sehr gut. Schon bald beginnt sie Familienrezepte nachzukochen und erwĂ€hnt zu jedem Rezept auch das Ereignis, zu dem es gekocht wurde.
So vergehen die Jahre. Sie studiert schlieĂlich, zieht aus, hat Partner und sucht doch stets nach Liebe und Anerkennung. Sie beneidet die kleine Schwester um ihr ĂuĂeres, bemĂŒht sich jedoch selbst nicht, sich modischer zu kleiden. Immer auf der Suche nach ihrer Mutter, nach Details aus ihrem Leben, Antworten auf so viele Fragen, die sie ihr gerne gestellt hĂ€tte, merkt sie erst sehr spĂ€t, dass sie eigentlich auf der Suche nach sich selbst ist.
Severina hat hier einen wundervollen Roman ĂŒber Erinnerungen und GefĂŒhle geschrieben. Hier stehen weniger die Rezepte im Vordergrund als vielmehr die Suche nach dem eigenen Ich. Wer bin ich und was macht mich aus? Auf diese Fragen sucht die Protagonistin Antworten, auch wenn sie das erst sehr spĂ€t einsieht und stets die lĂ€ngst verstorbene Mutter zu erreichen sucht. Wer dieses Buch liest, kann sich die Welt und die Emotionen, die hier beschrieben werden, nur zu gut vorstellen. Sicher kann sich jeder in die Protagonistin versetzen und nachempfinden wie schwer es ist, loszulassen und endlich zu sich selbst zu finden. Nebenbei bekommt man auch noch einen kleinen Einblick in die italienische Kultur, vor allem die Esskultur.
Wer einen schönen Roman fĂŒr einen verregneten Abend sucht, oder fĂŒr den nĂ€chsten Italienurlaub, der ist hiermit bestens beraten.
geschrieben am 30.04.2009 | 342 Wörter | 1805 Zeichen
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