
| ISBN | 3061200053 | |
| Autor | Heinrich Krefeld | |
| Verlag | Cornelsen Verlag | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 320 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | gebundene Ausgabe |

Das Buch „Res Romanae“ gilt nicht umsonst als eines der Standardwerke zur schnellen und kompakten Einführung in bzw. Hinführung zum Wesen der alten Römer. In 13 Kapiteln werden neben Geschichte, Literatur, Philosophie etc. auch weniger vordergründige Themen behandelt, wie z. B. Heer und Flotte sowie Erziehung und Unterricht.

Das erste Kapitel bringt einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung Roms von einer sich erst allmählich entwickelnden Stadt, um deren Gründung sich mehrere Sagen ranken, über ihre Rolle als Hauptstadt eines gewaltigen Weltreiches bis hin zum Untergang des weströmischen Reiches. Das darauf folgende Kapitel vertieft den Leser dann in das Verständnis dieser Entwicklung, indem mehr auf die Hintergründe eingegangen wird und diese leicht verständlich erklärt werden. Hier werden Königszeit, Republik und Kaiserzeit genauer betrachtet und beispielsweise die römische Gesellschaftsordnung und das Ämterwesen auch mittels Illustrationen dargestellt.
Eine zentrale Stelle nimmt auch das Kapitel über Literatur ein. Es ist in erster Linie zeitlich eingeteilt – beginnend mit dem Vorbild der Griechen und abschließend mit der christlichen und nicht-christlichen Literatur der späten Kaiserzeit. Darüber hinaus wird auch eine Einteilung nach Gattungen geboten. Die einzelnen Gattungen werden hinsichtlich ihrer Entwicklung dargestellt und die jeweils wichtigsten Vertreter zusammen mit Informationen zu Leben und Werken dargestellt. Einen schönen Überblick bieten hier wiederum Schemata, die die Werke und ihre Verfasser nochmals zeitlich und gattungsspezifisch einordnen und so eine Bezugnahme zu ihren Zeitgenossen und deren Werken zulassen.
Das darauf folgende Kapitel ist der Philosophie gewidmet. Zuerst wird wieder ein Bezug zu den griechischen Vorgängern geliefert und deren Denkmodelle werden kurz erläutert. Im Anschluss daran wird die Philosophie in Rom an Hand von Autoren philosophischer Schriften, wie z.B. Cicero und Seneca, vorgestellt und ihre weitere Entwicklung gezeigt. Gut ist auch, dass daneben sogar ein Bezug bis hin zu Kant und Sartre geboten wird.
Daneben ist auch das Kapitel über das antike Rom als Stadt selbst sehr interessant, da darin bauliche Änderungen, die die lange Geschichte dieser Stadt durchziehen, mit archäologischem Hintergrundwissen erläutert und die heute noch erhaltenen Überbleibsel durch schöne Fotos veranschaulicht werden. Rekonstruktionen und Modelle bieten dem Leser zudem einen tiefen Einblick in den Aufbau und in die schon damals gewaltige Größe des antiken Roms.
Das letzte Kapitel verbindet die Antike mit der Moderne, und zwar dadurch, dass die Entwicklung der lateinischen Sprache vom Mittelalter bis heute dargestellt ist: Vom Überleben des Lateinischen während und kurz nach der Zeit der Völkerwanderungen, seine Erneuerung zur Zeit Karls des Großen, sein Höhepunkt durch die Antikenrezeption des Humanismus, seine weitere Verbreitung als Sprache der Kirche sowie der Wissenschaft und schließlich sein Fortleben in der Gegenwart und ihrer Sprache.
Am Ende dieses Buches befindet sich noch eine Zeittafel, die wichtige Ereignisse in Geschichte, Literatur/Philosophie und Kunst parallel und somit gut vergleichbar darstellt.
Auf Grund seiner umfangreichen und anschaulichen Wissensvermittlung ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Die vielen Fotos, Landkarten und Schemata unterstützen die im Text vermittelten Informationen und machen „Res Romanae“ auch für Schüler zu einer lehrreichen, aber auch interessanten Lektüre. Ein Buch, das jeder, der sich für die Römer interessiert, im Regal haben sollte.
geschrieben am 17.04.2008 | 503 Wörter | 3144 Zeichen
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