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Tote Träume


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Informationen zum Buch
  ISBN
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  Extras

Rezension von

André Kesper

Tote Träume „Tote Träume“ erzählt die Geschichte des sudanesischen Flüchtlings Thok, dessen Leiche beim Brand einer Asylunterkunft gefunden wird. Die ersten Untersuchungen ergeben zur Überraschung der ermitteln-den Behörden, dass der Junge bereits vor Brandausbruch tot war. Bezirksanwältin Regina Flint wird in ihrer entspannten Malerei gestört und eilt unverzüglich an den Tatort. Noch ahnt sie nicht, dass sie gleich zwei Fälle zu lösen hat. Nach dem erfolgreichen Debüt gelingt es Petra Ivanov mühelos, ihr erfreulich hohes Niveau zu halten. „Tote Träume“ fügt sich nahtlos an ihre erste Erzählung an, und die Autorin begeistert wieder mit der packenden Intensität auf verschiedenen Handlungsebenen. Es macht Spass, den vertrauten Hauptfiguren wieder zu begegnen. So stehen die latente Liebesbeziehung zwischen Flint und dem leitenden Polizisten Cavalli sowie dessen undurchsichtige Vergangenheit, die im neuen Roman weitere spannende Facetten erhält, erneut im Mittelpunkt. Die Autorin ist dabei durchaus auch neue Wege gegangen, etwa, indem sie in ihre Erzählung in Tage-buchart die verzweifelten Gefühle und Gedanken der unbekannten Täterschaft einflicht und damit für zu-sätzliche Spannung sorgt. Wobei zu bemerken ist, dass sie es nicht ganz schafft, die Ahnungslosigkeit des Lesers bis zum Schluss zu erhalten. Die Auflösung des Rätsels deutet sich nach der Mitte des Romans an und kann nur schwerlich vertuscht werden. Dem Lesespass tut dies keinen Abbruch. Ohnehin liegen die Stärken der Autorin mehr in der sensiblen Ausarbeitung der Charaktere ihrer Hauptpersonen und im psychologischen Gespür für enttäuschte und hoffnungsvolle Beziehungen, als im klassischen Handwerk des Krimi-Schreibens. Wäre kein Fall zu lö-sen, müsste man das Buch trotzdem lesen. Wie schon im ersten Roman beeindruckt Petra Ivanov auch diesmal durch sorgfältige Recherchen und detailgetreue Beschreibungen. Sie hat sich sorgfältig in die afrikanische Kultur eingearbeitet und gibt un-ter anderem Einblick in die Geschichte der Nuer, eines südsudanesischen Bauernvolkes. Mit starker Er-zähl- und Aussagekraft inszeniert sie parallel dazu eine tief berührende und bisweilen beängstigende Be-gegnung mit einer Clique ambitionsloser Jugendlicher am Rande des rechtsradikalen Milieus. Ivanovs Figuren kommen aus dem ungeschminkten Alltag. Einsamkeit und unerfüllte Wünsche, leiden-schaftliches Begehren und immer wieder keimende Hoffnung, daneben knochentrockene und ermüdende Arbeitslast – der Leser taucht in eine Kulisse ein, die ihm nur allzu vertraut ist, und er liest das Buch mit Faszination und Begeisterung.

„Tote Träume“ erzählt die Geschichte des sudanesischen Flüchtlings Thok, dessen Leiche beim Brand einer Asylunterkunft gefunden wird. Die ersten Untersuchungen ergeben zur Überraschung der ermitteln-den Behörden, dass der Junge bereits vor Brandausbruch tot war. Bezirksanwältin Regina Flint wird in ihrer entspannten Malerei gestört und eilt unverzüglich an den Tatort. Noch ahnt sie nicht, dass sie gleich zwei Fälle zu lösen hat.

weitere Rezensionen von André Kesper


Nach dem erfolgreichen Debüt gelingt es Petra Ivanov mühelos, ihr erfreulich hohes Niveau zu halten. „Tote Träume“ fügt sich nahtlos an ihre erste Erzählung an, und die Autorin begeistert wieder mit der packenden Intensität auf verschiedenen Handlungsebenen. Es macht Spass, den vertrauten Hauptfiguren wieder zu begegnen. So stehen die latente Liebesbeziehung zwischen Flint und dem leitenden Polizisten Cavalli sowie dessen undurchsichtige Vergangenheit, die im neuen Roman weitere spannende Facetten erhält, erneut im Mittelpunkt.

Die Autorin ist dabei durchaus auch neue Wege gegangen, etwa, indem sie in ihre Erzählung in Tage-buchart die verzweifelten Gefühle und Gedanken der unbekannten Täterschaft einflicht und damit für zu-sätzliche Spannung sorgt.

Wobei zu bemerken ist, dass sie es nicht ganz schafft, die Ahnungslosigkeit des Lesers bis zum Schluss zu erhalten. Die Auflösung des Rätsels deutet sich nach der Mitte des Romans an und kann nur schwerlich vertuscht werden.

Dem Lesespass tut dies keinen Abbruch. Ohnehin liegen die Stärken der Autorin mehr in der sensiblen Ausarbeitung der Charaktere ihrer Hauptpersonen und im psychologischen Gespür für enttäuschte und hoffnungsvolle Beziehungen, als im klassischen Handwerk des Krimi-Schreibens. Wäre kein Fall zu lö-sen, müsste man das Buch trotzdem lesen.

Wie schon im ersten Roman beeindruckt Petra Ivanov auch diesmal durch sorgfältige Recherchen und detailgetreue Beschreibungen. Sie hat sich sorgfältig in die afrikanische Kultur eingearbeitet und gibt un-ter anderem Einblick in die Geschichte der Nuer, eines südsudanesischen Bauernvolkes. Mit starker Er-zähl- und Aussagekraft inszeniert sie parallel dazu eine tief berührende und bisweilen beängstigende Be-gegnung mit einer Clique ambitionsloser Jugendlicher am Rande des rechtsradikalen Milieus.

Ivanovs Figuren kommen aus dem ungeschminkten Alltag. Einsamkeit und unerfüllte Wünsche, leiden-schaftliches Begehren und immer wieder keimende Hoffnung, daneben knochentrockene und ermüdende Arbeitslast – der Leser taucht in eine Kulisse ein, die ihm nur allzu vertraut ist, und er liest das Buch mit Faszination und Begeisterung.

geschrieben am 09.03.2006 | 360 Wörter | 2278 Zeichen

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