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| Autor | Brian Keene | |
| Verlag | Otherworld Verlag | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 158 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | broschiert |

Eine Geschichte im Genre der Endzeit mit christlichem Charakter kann man weder in die Fantasy noch in die Science-Fiction einordnen. Dies beweist vor Allem der Roman „Der lange Weg nach Hause“ von Brian Keene. Dennoch ist er phantastischer Natur und vor Allem auch fiktiv und in seiner Art sehr selten; nein, nahezu einzigartig.

Steve und seine Freunde sitzen auf der Autobahn fest. Es ertönte plötzlich ein lauter Knall, mehr ein Ton, der von allen als Trompetenlaut beschrieben wird und schlagartig verschwinden hunderte von Menschen. Es kommt zu einer riesengroßen Massenkarambolage und einem Stau, der auf diese Art und Weise nie zuvor gesehen wurde. Viele haben den Unfall nicht überlebt, diejenigen, die Glück hatten, vermissen ihre Angehörigen oder helfen anderen, ihre Kinder und andere Verschwundene zu finden.
Schnell findet Steve einen weiteren Einzelgänger, Frank, der sich ihm und seinem Freund anschließt. Zusammen ziehen sie zu Fuß los, auf dem Weg nach Hause durch das Chaos des Unfalls und die Verwirrung der Menschen. Sie erfahren, dass dieses Ereignis überall auf der Welt geschehen ist, in allen Ländern gab es Unfälle, verschwundene Menschen und Verwunderung der Dagebliebenen. Langsam beginnt Steve, der durch seine Erziehung Jude ist, zu glauben, dass es sich hier um ein christliches Ereignis aus der Bibel handelt. Nur die rein Gläubigen wurden in den Himmel gerufen und viele mussten zurück bleiben. Die Welt nähert sich dem Untergang, doch Beweise hat er für diese Theorie keine außer einem schwarzen „Engel“ der sich als Gabriel ausgibt und immer dann auftaucht, wenn auch Steve dem Tode nahe ist.
Im Nachwort des Buches findet man vom Autor Brian Keene einige Erläuterungen, wie es zu dieser Geschichte gekommen ist. Die Idee an sich ein Untergangsszenario auf religiöser Basis zu erschaffen stammt nicht von ihm, er wurde gebeten, etwas in dieser Richtung zu schreiben. So entstand „Der lange Weg nach Hause“. Da es sich hier um Projekt gehandelt hat, welches mehrere Autoren und verschiedene Religionen beinhalten sollte, ist dieses Buch recht kurz ausgefallen und wurde als Einzelwerk veröffentlicht.
Brian Keene benutzt eine sehr offene Sprache und drückt sich schamlos und direkt aus. So kommt es vermehrt zu Ausdrücken, die man gut und gerne als Umgangssprache bezeichnen kann. Für das Szenario ist dies aber genau richtig und verdeutlicht die Atmosphäre, die durch das Buch vermittelt werden soll.
Leider ist die Geschichte, besonders auch für meinen Geschmack zu kurz geraten. Das Ende bleibt ebenfalls offen und man bekommt keine genaue Gewissheit darüber, ob das Werk wirklich das Werk Gottes sein soll. Die Andeutungen daraufhin beginnen jedoch schon direkt auf den ersten Seiten und verdichten sich, je mehr man sich dem Ende nähert. Insgesamt wird hier aber nur der Anfang beschrieben, die ersten Stunden nach dem Trompetenstoß des Engels und dem Verschwinden der Menschen. Es wird zwar gesagt, was noch zu erwarten ist, Kriege, Plagen, Krankheiten und noch vieles mehr, aber ob es wirklich dazu kommt bleibt offen. Steve sucht den Weg nach Hause, ob er Ihn findet bleibt auf gewisse Art und Weise offen und ich möchte hier auch nicht zu viel verraten, schließlich darf es jeder selbst gern lesen.
Für ein Endzeit-Szenario ist „Der lange Weg nach Hause“ gut gelungen und wird Fans des Genres sicherlich erfreuen. Ein Bestseller wird daraus allerdings bestimmt nicht.
geschrieben am 30.07.2008 | 537 Wörter | 2919 Zeichen
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