
| ISBN | 3764503416 | |
| Autor | Ruth Rendell | |
| Verlag | Blanvalet | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 384 | |
| Erscheinungsjahr | 2013 | |
| Extras | - |

"Des Finders Lohn" von der britischen Autorin Ruth Rendell ist im Juli 2013 als Taschenbuch beim Blanvalet-Verlag erschienen.

Eugene Wren ist ein gewöhnlicher Kunsthändler. Als er eines Morgens über einen Umschlag stolpert, der mit Geldscheinen gefüllt ist, beschließt er, nicht zur Polizei zu gehen. Stattdessen macht er sich selbst auf die Sache nach dem Besitzer, was sich jedoch als nicht so einfach herausstellt. Denn plötzlich behaupten zwei verschiedene Männer, das Geld gehöre ihnen, und das ist erst der Anfang.
Nachdem der eine oder andere von Rendells Romanen in letzter Zeit nicht gerade das Geld vom Ei war, hat mir diese Geschichte wieder richtig Spaß gemacht. Schon die Beschreibung auf dem Klappentext fand ich originell und vielversprechend. Wie auch ihre anderen Bücher startet "Des Finders Lohn" wieder eher seicht. So habe ich am Anfang immer ein bisschen mit den Seiten zu kämpfen und brauche ein paar Kapitel, bis mich die Geschichte wirklich in ihren Bann ziehen kann, zumal man ja durch den Klappentext auch schon einiges über die Handlung weiß.
Sobald die Ereignisse jedoch über das hinausgehen, was man aus der Zusammenfassung kennt, setzt auch richtig Spannung ein. Das liegt nicht daran, dass die Ereignisse sich plötzlich überschlagen und eine Actionszene auf die andere folgen würde, was nicht der Stil der Autorin ist. Doch ohne dass man es so richtig gemerkt hat, hat die Autorin zu diesem Zeitpunkt bereits eine unglaublich dichte Geschichte gesponnen. Man hat vieles über die Figuren, insbesondere natürlich über den Protagonisten, gelernt, sodass man unbedingt wissen will, wie es mit diesen Personen weitergeht. Auch die Geschichte selbst hat schon so viele Facetten und mysteriöse Verwicklungen erhalten, dass man unbedingt die Auflösung wissen muss.
Gut gefallen mir bei der Autorin immer wieder die Charaktere, die sehr menschlich und vielschichtig sind. Die Art, wie sie reden, wirkt natürlich und ihre Handlungen sind gut nachvollziehbar, es sei denn, die Autorin bezweckt es in dem jeweiligen Fall, ein Geheimnis daraus zu machen. Darüber hinaus kann man bei den Figuren eine charakterliche Entwicklung im Laufe des Romane ausmachen, was sie noch überzeugender erscheinen lässt und für mich sehr wichtig ist. In einer zehnteiligen Buchreihe hat der Autor mehr als genug Zeit, seine Figuren im Laufe der Folgebände zu entwickeln. Doch bei einem Einzelroman wünscht man sich als Leser schon, dass zumindest die wichtigsten Figuren am Ende dieses bestimmten Buchs nicht mehr genauso sind wie am Anfang, so als ob all die Ereignisse der vorangegangenen Geschichte gar nicht passiert wären.
Fazit: "Des Finders Lohn" ist ein unterhaltsamer Roman mit einer originellen Idee, die sich schnell zu einer komplexen, undurchschaubaren Geschichte entwickelt. Die Charaktere sind sehr lebendig und bald ist man ganz im Geschehen und fiebert der Auflösung entgegen. So wird eine kontinuierliche Spannung aufrecht erhalten, auch wenn sich die Actionszenen nicht gerade überschlagen.
geschrieben am 23.07.2013 | 460 Wörter | 2582 Zeichen
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