
| ISBN | 359685296X | |
| Autor | Celia Rees | |
| Verlag | Fischer Taschenbuch | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 448 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | - |

Die britsche Autorin Celia Rees hat schon eine Reihe von historischen Romanen besonders für junge Leser veröffentlicht. "Die Kinder der sechsten Dämmerung" ist ihr erster Fantasy-Roman.

Bei den Kindern der sechsten Dämmerung handelt es sich um eine mächtige Sekte, die Mitglieder auf dem gesamten Globus zählt – und plötzlich begehen alle gleichzeitig Selbstmord. Dies ist ihrem Anführer, dem rätselhaften Advokaten, nach die einzige Möglichkeit, Erlösung von ihrem fleischlichen Gefängnis zu erhalten. Doch dem skrupellosen Advokaten ging es niemals um das Seelenheil seiner Kinder, denn er verfolgt ganz eigene finstere Pläne: Er will dem verstorbenen und gottesgleich gewordenen Großmeister der Sekte erneuten Einlass in unsere Welt gewähren. Einzig die junge Zillah durchschaut seine Lügen und entgeht dem schrecklichen Schicksal, das ihr als Kind der Dämmerung vorherbestimmt ist. Um Haaresbreite kann sie dem Advokat entkommen, aber jetzt kennt er ihren Namen und ihr Gesicht.
Zur selben Zeit lernt der junge Waise Adam einen alten Obdachlosen kennen, der behauptet, sein Vater zu sein. Er eröffnet Adam, dass er dazu auserwählt sei, die Pläne des Advokaten zu vereiteln und dazu gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Adam und Zillah müssen in die Alte Zeit reisen, in der schreckliche Götterbestien die Menschen bedrohen, um eine uralte Prophezeiung zu erfüllen und den Großmeister aufzuhalten.
Nachdem ich schon mehrere historische Romane von Celia Rees gelesen habe und mich das schöne Cover von "Die Kinder der sechsten Dämmerung" in der Buchhandlung förmlich ansprang, hatte ich hohe Erwartungen an den Roman, doch nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich ziemlich enttäuscht.
Der Inhalt ist meiner Meinung nach sehr verwirrend. Das liegt nicht so sehr daran, dass der Schauplatz des Geschehens immer wieder wechselt und somit verschiedene, parallel verlaufende Handlungsstränge geschildert werden. Zwar führt diese Technik am Anfang zu leichten Schwierigkeiten, sich in die Handlung einzufinden, aber sie steigert auch die Spannung und passt durchaus zu diesem Buch.
Vielmehr ist es die Unzahl von verschlüsselten Prophezeiungen und zusammenhanglosen Andeutungen, die immer wieder dort eingestreut werden, wo eigentlich verständliche Erklärungen stehen sollen. Anscheinend sollen diese weise klingenden, rätselhaften Sätze, die den Leser völlig im Dunkeln lassen, die Spannung steigern, aber das Gegenteil ist der Fall.
Bis zum Schluss haben sich nicht alle meine Fragen vollständig geklärt. Das Phänomen der Alten Zeit wie auch die seltsame Prophezeiung über Adam und Zillah finde ich, auch nachdem ich das Buch gelesen habe, immer noch nicht ganz schlüssig.
Zudem ist der Roman gespickt mit Auszügen aus Briefen und Tagebucheinträgen, in denen sich Celia Rees' Vorliebe für historische Texte widerspiegelt. Sie sind zwar interessant geschrieben, aber wer sich nach dem Titelbild und dem Klappentext auf einen reißerischen Jugendthriller gefreut hat, wird eindeutig enttäuscht. Auch in den übrigen Szenen kommt keine wirkliche Spannung auf.
Die Charaktere sind leer und unpersönlich gestaltet. Während Celia Rees den Charakteren in ihren historischen Romanen sehr vielschichtige und interessante Persönlichkeiten gibt, wird in "Die Kinder der sechsten Dämmerung" selbst den Hauptcharakteren nur eine grobe Persönlichkeitsskizze zugeschrieben. Viel mehr Wert wird auf ausführliche Beschreibungen von Äußerlichkeiten und Umgebungen gelegt.
Auch sprachlich ist das Buch nicht einwandfrei. In ihren anderen Romanen wendet Celia Rees eine Mischung aus der jeweils zeitgemäßen Sprache und der modernen Sprache an, die gleichzeitig überzeugend die Atmosphäre der jeweiligen Zeit vermittelt und dem Leser die Identifikation mit den Charakteren ermöglicht. Auch in diesem Roman hat sie offensichtlich versucht, ihre Sprache der Zeit anzupassen. Teilweise ist ihr das auch gelungen, aber gerade in den Gesprächen der Jugendlichen wirkt die Sprache oft so übertrieben modern, dass sie schon wieder unglaubwürdig ist und macht es somit schwer, sich in die Handlung hineinzuversetzen.
Ungefähr das letzte Drittel des Romans spielt in der Alten Zeit. Die Hauptcharaktere nehmen hier andere Namen und Positionen ein, sodass sie keine Fremden in der Alten Zeit sind, sondern schon eine feste Rolle darin innehaben. Diese Idee gefiel mir eigentlich gut, aber die Charaktere kommen kaum zum eigenverantwortlichen Handeln. Viel mehr scheint die Handlung sie hin- und herzuschieben, als dass sie wirklich Einfluss auf die Handlung nehmen. Auch das führt nicht gerade zu einer Spannungssteigerung.
Leider nicht zu empfehlen.
Der Inhalt kann dem schönen Cover leider in keiner Weise das Wasser reichen. Wer gerne etwas von Celia Rees lesen möchte und historischen Romanen nicht abgeneigt ist, sollte sich lieber einen ihrer anderen Romane besorgen, die durchaus lesenswert sind.
geschrieben am 24.06.2009 | 709 Wörter | 4233 Zeichen
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