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Krieg der Ahnen - Trilogie: Die Dämonenseele


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Rezension von

Frank Drehmel

Die Dämonenseele Zwar konnten Malfurion, Krasus, Rhonin, Illidian und die Nachtelfen unter Führung Lord Ravencrests einen ersten Vorstoß der Brennenden Legion nach Kalimdor stoppen, doch das Tor inmitten der Hauptstadt der Elfen, Zin-Azshari, in das Reich des Dämonenherrschers Sargeras steht noch immer offen. Mit Unterstützung der verderbten Königin, Azshara, und der Kaste der Hochwohlgeborenen strömen unaufhörlich Heerscharen von Dämonen in die Welt, darunter auch mächtige Gefolgsleute des Bösen, wie der gefürchtete Archimonde oder der wiedererweckte Lord Xavius. Die eigentliche Schlacht steht also noch bevor. Während Rhonin, Krasus und Malfurion dafür plädieren, die anderen Völker Kalimdors, Zwerge und Tauren, um Hilfe zu bitten, setzen der arrogante Ravencrest und seine Mannen auf einen Alleingang ihres Volkes und rennen prompt in einen Hinterhalt der Brennenden Legion. Im allerletzten Moment und unter großen Verlusten können sie eine vernichtende Niederlage abwenden und beschließen daraufhin in ihrer Euphorie -nicht klüger als vorher- Zin-Azshari ohne Hilfe zu befreien, um ihre vermeintlich unschuldige Herrscherin zu retten. Allerdings reicht der Arm Sargeras schon bis in die Reihen der Helden. Fasziniert und angezogen von der Mächtigkeit der Magie der Brennenden Legion wird Illidian zunehmend unberechenbarer, während gleichzeitig seine Eifersucht auf den Bruder, Malfurion, ins Unermessliche wächst, telepathisch geschürt durch den dämonischen Xavius. Unterdessen treibt der schwarze Drache Neltharion seine finsteren Pläne voran. Mittels seiner Magie und mit Unterstützung der ahnungslosen übrigen Clans schmiedet der Erdwächter unter dem Vorwand, die Legion bekämpfen zu wollen, die Drachenseele, ein machtvolles magisches Artefakt, mit dem er alles Unreine vom Antlitz der Welt fegen und sich selbst zum absoluten Herrscher krönen möchte. Krasus, der weiterhin mit seinem Alter Ego Korialstrasz eng verbunden ist, und der Druide Malfurion spüren die drohende Gefahr. Sie machen sich auf den Weg zu den Drachen, nur um festzustellen, dass sie zu spät gekommen sind, und der Erdwächter den Verrat schon begangen hat. Nachdem der erste Band der “Krieg der Ahnen”-Trilogie noch rundherum überzeugen konnte, beginnt Richard A. Knaak nun deutlich zu schwächeln. Zwar befleißigt er sich weiterhin eines gefälligen, angenehm zu lesenden Stils, führt den Leser mit lockerer Hand durch seine epische Geschichte, im Aufbau der Handlung und in der Zeichnung der Charaktere zeigt er jedoch unverkennbar eine große Einfallslosigkeit. Wenn Neltharion quasi aus einer Rolle Pfefferminzdrops (oder irgendetwas anderem) mal so eben ein gewaltiges Artefakt, die Drachenseele, bastelt, Malfurion im Vorübergehen von Cenarius die mächtigste druidische Magie eingetrichtert bekommt, Illidian und Rhonin mit fast göttlicher Macht Legionen von Dämonen plätten und Tyrande, kaum dass sie ihrem Schülerinnendasein entwachsen ist, zur “Mutter Mond” avanciert, dann sind das Kotaus vor Erfahrungspunkte-geilen und Level-maximierendern Warcraft-Spielern und ihrem Greinen nach mehr Power, mit nachvollziehbarer oder gar glaubhafter Charakterentwicklung hat das nichts mehr zu tun. Beliebigkeit und Opportunismus auf der einen Seite, vollkommene Vorhersehbarkeit auf der anderen: die Protagonisten -angefangen bei “A” wie Archimonde, über “N” wie Nachtelfenklüngel und seine zeitgereisten Verbündeten bis hin zu “X” wie Xavius- agieren stereotyp und klischeehaft, spielen die ihnen zugedachten Rollen zu perfekt, sind Fantasycharaktere nach Schema “F”, ohne Ecken und Kanten und daher ohne Überraschungen. Leser, die nach Band 1 gehofft hatten, die Dreiecksbeziehung “Illidian, Malfurion & Tyrande” werde sich wenigsten ansatzweise originell gestalten oder die Anatgonisten zögen mehr als kleinkarierte Intrigen ab, werden bitter enttäuscht. Ähnliche Einfallslosigkeit zeichnet die Schlachten und Kämpfe aus: vorhersehbar bis zum letzten Tröpfchen Blut; plastisch geschildert und dennoch langweilig, da stets irgendein Zauber aus der großen Wundertüte der Guten ebendie triumphieren lässt. Nur in ganz wenigen Momenten entsteht ein “Sense of Wonder”, etwa wenn Malfurion und Krasus im Reich der Vogelgöttin Aviana erwachen oder der Druidenschüler seine Zauber wirkt; immer dann blitzt die Fantasie hinter dem Handwerk auf. Etwas, wofür nicht der Autor verantwortlich zeichnet und das mich im ersten Band aufgrund der weniger bedeutenden Rolle der Nachtelfen noch nicht störte, ist die fehlende Übersetzung der sprechenden Nachnamen der Elfen. Es mag sein, dass ich tatsächlich “Das Schwarze Auge”-geschädigt bin oder grundsätzlich eine gewisse anglophobe Haltung habe, aber Namen wie Rivertree, Shadowsong, Whisperwind, Feathermoon, Stareye u.a.m. Stören meines Erachtens die Atmosphäre in einem deutschen Text. Dass es auch anders geht, dass sich gerade solche Namen fantasievoll und kongenial übersetzen lassen, wurde -und ich weise immer wieder gerne daraufhin- im Covenant-Zyklus Donaldsons schon vor vielen Jahren bewiesen. Fazit: Fantasy-Durchschnittskost, die zwar gut geschrieben, aber in vielerlei Hinsicht zu vorhersehbar und zu wenig originell ist, um überzeugend zu sein.

Zwar konnten Malfurion, Krasus, Rhonin, Illidian und die Nachtelfen unter Führung Lord Ravencrests einen ersten Vorstoß der Brennenden Legion nach Kalimdor stoppen, doch das Tor inmitten der Hauptstadt der Elfen, Zin-Azshari, in das Reich des Dämonenherrschers Sargeras steht noch immer offen. Mit Unterstützung der verderbten Königin, Azshara, und der Kaste der Hochwohlgeborenen strömen unaufhörlich Heerscharen von Dämonen in die Welt, darunter auch mächtige Gefolgsleute des Bösen, wie der gefürchtete Archimonde oder der wiedererweckte Lord Xavius. Die eigentliche Schlacht steht also noch bevor.

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Während Rhonin, Krasus und Malfurion dafür plädieren, die anderen Völker Kalimdors, Zwerge und Tauren, um Hilfe zu bitten, setzen der arrogante Ravencrest und seine Mannen auf einen Alleingang ihres Volkes und rennen prompt in einen Hinterhalt der Brennenden Legion. Im allerletzten Moment und unter großen Verlusten können sie eine vernichtende Niederlage abwenden und beschließen daraufhin in ihrer Euphorie -nicht klüger als vorher- Zin-Azshari ohne Hilfe zu befreien, um ihre vermeintlich unschuldige Herrscherin zu retten. Allerdings reicht der Arm Sargeras schon bis in die Reihen der Helden. Fasziniert und angezogen von der Mächtigkeit der Magie der Brennenden Legion wird Illidian zunehmend unberechenbarer, während gleichzeitig seine Eifersucht auf den Bruder, Malfurion, ins Unermessliche wächst, telepathisch geschürt durch den dämonischen Xavius.

Unterdessen treibt der schwarze Drache Neltharion seine finsteren Pläne voran. Mittels seiner Magie und mit Unterstützung der ahnungslosen übrigen Clans schmiedet der Erdwächter unter dem Vorwand, die Legion bekämpfen zu wollen, die Drachenseele, ein machtvolles magisches Artefakt, mit dem er alles Unreine vom Antlitz der Welt fegen und sich selbst zum absoluten Herrscher krönen möchte. Krasus, der weiterhin mit seinem Alter Ego Korialstrasz eng verbunden ist, und der Druide Malfurion spüren die drohende Gefahr. Sie machen sich auf den Weg zu den Drachen, nur um festzustellen, dass sie zu spät gekommen sind, und der Erdwächter den Verrat schon begangen hat.

Nachdem der erste Band der “Krieg der Ahnen”-Trilogie noch rundherum überzeugen konnte, beginnt Richard A. Knaak nun deutlich zu schwächeln. Zwar befleißigt er sich weiterhin eines gefälligen, angenehm zu lesenden Stils, führt den Leser mit lockerer Hand durch seine epische Geschichte, im Aufbau der Handlung und in der Zeichnung der Charaktere zeigt er jedoch unverkennbar eine große Einfallslosigkeit.

Wenn Neltharion quasi aus einer Rolle Pfefferminzdrops (oder irgendetwas anderem) mal so eben ein gewaltiges Artefakt, die Drachenseele, bastelt, Malfurion im Vorübergehen von Cenarius die mächtigste druidische Magie eingetrichtert bekommt, Illidian und Rhonin mit fast göttlicher Macht Legionen von Dämonen plätten und Tyrande, kaum dass sie ihrem Schülerinnendasein entwachsen ist, zur “Mutter Mond” avanciert, dann sind das Kotaus vor Erfahrungspunkte-geilen und Level-maximierendern Warcraft-Spielern und ihrem Greinen nach mehr Power, mit nachvollziehbarer oder gar glaubhafter Charakterentwicklung hat das nichts mehr zu tun.

Beliebigkeit und Opportunismus auf der einen Seite, vollkommene Vorhersehbarkeit auf der anderen: die Protagonisten -angefangen bei “A” wie Archimonde, über “N” wie Nachtelfenklüngel und seine zeitgereisten Verbündeten bis hin zu “X” wie Xavius- agieren stereotyp und klischeehaft, spielen die ihnen zugedachten Rollen zu perfekt, sind Fantasycharaktere nach Schema “F”, ohne Ecken und Kanten und daher ohne Überraschungen. Leser, die nach Band 1 gehofft hatten, die Dreiecksbeziehung “Illidian, Malfurion & Tyrande” werde sich wenigsten ansatzweise originell gestalten oder die Anatgonisten zögen mehr als kleinkarierte Intrigen ab, werden bitter enttäuscht.

Ähnliche Einfallslosigkeit zeichnet die Schlachten und Kämpfe aus: vorhersehbar bis zum letzten Tröpfchen Blut; plastisch geschildert und dennoch langweilig, da stets irgendein Zauber aus der großen Wundertüte der Guten ebendie triumphieren lässt. Nur in ganz wenigen Momenten entsteht ein “Sense of Wonder”, etwa wenn Malfurion und Krasus im Reich der Vogelgöttin Aviana erwachen oder der Druidenschüler seine Zauber wirkt; immer dann blitzt die Fantasie hinter dem Handwerk auf.

Etwas, wofür nicht der Autor verantwortlich zeichnet und das mich im ersten Band aufgrund der weniger bedeutenden Rolle der Nachtelfen noch nicht störte, ist die fehlende Übersetzung der sprechenden Nachnamen der Elfen. Es mag sein, dass ich tatsächlich “Das Schwarze Auge”-geschädigt bin oder grundsätzlich eine gewisse anglophobe Haltung habe, aber Namen wie Rivertree, Shadowsong, Whisperwind, Feathermoon, Stareye u.a.m. Stören meines Erachtens die Atmosphäre in einem deutschen Text. Dass es auch anders geht, dass sich gerade solche Namen fantasievoll und kongenial übersetzen lassen, wurde -und ich weise immer wieder gerne daraufhin- im Covenant-Zyklus Donaldsons schon vor vielen Jahren bewiesen.

Fazit: Fantasy-Durchschnittskost, die zwar gut geschrieben, aber in vielerlei Hinsicht zu vorhersehbar und zu wenig originell ist, um überzeugend zu sein.

geschrieben am 17.08.2005 | 713 Wörter | 4453 Zeichen

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