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Fast ein bischen Frühling


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Matthias Gebhardt

Fast ein bischen Frühling Man könnte den Inhalt in wenige Zeilen zusammenfassen: Es geht um die wahre Geschichte zweier Bankräuber, die 1933 aus Wuppertal nach Indien fliehen wollen, der Liebe wegen aber nur bis Basel kommen. Das würde dem Buch aber nicht gerecht werden. Da ist natürlich noch viel mehr drin: Von Freundschaft, Verrat, Verbrechen, Schicksal, Freiheitsdrang, Scheitern, und verpassten Möglichkeiten wird berichtet. Die Verhältnisse im nationalsozialistischen Deutschland werden beleuchtet. Die 30er Jahre in Basel vorgestellt. Doch zum Anfang: Kurt Sandweg und Waldemar Velte überfallen lieber eine Bank in Stuttgart, als zum Reichsarbeitsdienst zu gehen, wobei sie, aus Versehen, den Filialleiter erschießen. Ihre Tat treibt sie zur Flucht, die genauso hoffnungslos verläuft, wie die vieler Emigranten in diesem Tagen. Nach Umwegen über Antwerpen, Paris, Marseille und der Grenze zu Spanien, finden sie sich in Basel wieder. Wegen Geldnot überfallen sie wieder eine Bank, diesmal gibt es mehrere Tote… Daneben treffen sie sich immer wieder mit der Schallplattenverkäuferin Dorly Schupp, bei der sie Tango-Platten bestellen und sie auf langen Spaziergängen begleiten. Sie schaffen es weder zurück nach Deutschland, noch nach Indien; Basel wird ihnen zum Verhängnis. Eine Mischung aus Fantasie und Dokumentation wird uns in diesem Roman präsentiert. Alex Capus versucht durch viele Fakten nüchtern und steril im Stil eines Polizeiberichts von dem real geschehenen Fall zu berichten. Doch immer wieder entwischt mir ein Lächeln, vor allem dann, wenn es um die Großeltern des Erzählers geht, von denen die Großmutter zweimal bei den langen Spaziergängen am Rhein dabei war und so die Verbindung zwischen dem Erzähler und den beiden Hauptpersonen knüpft. Meiner Meinung nach ist es ein lesenswertes Buch, das - nach anfänglicher Skepsis meinerseits - mich immer mehr fesselte. Es ist leicht und schwermütig zugleich; auch wenn man auf die pathetische Weltanschauung der beiden Hauptpersonen verzichten kann und gerne etwas mehr über die Charaktere wüsste. Wer dieses Buch, so wie ich, mit Begeisterung gelesen hat, soll noch auf ein Folgebuch von Alex Capus hingewiesen werden: „Fast ein bisschen Frühling. Was seither geschah“ Tagebuch eines Romans.

Man könnte den Inhalt in wenige Zeilen zusammenfassen: Es geht um die wahre Geschichte zweier Bankräuber, die 1933 aus Wuppertal nach Indien fliehen wollen, der Liebe wegen aber nur bis Basel kommen.

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Das würde dem Buch aber nicht gerecht werden. Da ist natürlich noch viel mehr drin:

Von Freundschaft, Verrat, Verbrechen, Schicksal, Freiheitsdrang, Scheitern, und verpassten Möglichkeiten wird berichtet. Die Verhältnisse im nationalsozialistischen Deutschland werden beleuchtet. Die 30er Jahre in Basel vorgestellt.

Doch zum Anfang:

Kurt Sandweg und Waldemar Velte überfallen lieber eine Bank in Stuttgart, als zum Reichsarbeitsdienst zu gehen, wobei sie, aus Versehen, den Filialleiter erschießen. Ihre Tat treibt sie zur Flucht, die genauso hoffnungslos verläuft, wie die vieler Emigranten in diesem Tagen. Nach Umwegen über Antwerpen, Paris, Marseille und der Grenze zu Spanien, finden sie sich in Basel wieder.

Wegen Geldnot überfallen sie wieder eine Bank, diesmal gibt es mehrere Tote…

Daneben treffen sie sich immer wieder mit der Schallplattenverkäuferin Dorly Schupp, bei der sie Tango-Platten bestellen und sie auf langen Spaziergängen begleiten.

Sie schaffen es weder zurück nach Deutschland, noch nach Indien; Basel wird ihnen zum Verhängnis.

Eine Mischung aus Fantasie und Dokumentation wird uns in diesem Roman präsentiert. Alex Capus versucht durch viele Fakten nüchtern und steril im Stil eines Polizeiberichts von dem real geschehenen Fall zu berichten. Doch immer wieder entwischt mir ein Lächeln, vor allem dann, wenn es um die Großeltern des Erzählers geht, von denen die Großmutter zweimal bei den langen Spaziergängen am Rhein dabei war und so die Verbindung zwischen dem Erzähler und den beiden Hauptpersonen knüpft.

Meiner Meinung nach ist es ein lesenswertes Buch, das - nach anfänglicher Skepsis meinerseits - mich immer mehr fesselte. Es ist leicht und schwermütig zugleich; auch wenn man auf die pathetische Weltanschauung der beiden Hauptpersonen verzichten kann und gerne etwas mehr über die Charaktere wüsste.

Wer dieses Buch, so wie ich, mit Begeisterung gelesen hat, soll noch auf ein Folgebuch von Alex Capus hingewiesen werden: „Fast ein bisschen Frühling. Was seither geschah“ Tagebuch eines Romans.

geschrieben am 09.11.2009 | 329 Wörter | 1941 Zeichen

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