Navigation

Seiten der Rubrik "Bücher"


Google Anzeigen

Anzeigen

Bücher

Primeval, Bd. 1: Im Schatten des Jaguars


Statistiken
  • 7151 Aufrufe

Informationen zum Buch
  ISBN
  Buchreihe
  Autor
  Verlag
  Sprache
  Seiten
  Erscheinungsjahr
  Extras

Rezension von

Frank Drehmel

Im Schatten des Jaguars Da es sich bei „Im Schatten des Jaguars“ um einen typischen Franchise-Roman handelt, der sich in erster Linie an die Fans der britischen TV-Show „Primeval“ richtet, wĂ€ren an dieser Stelle einige einleitende Worte zum Serien-Hintergrund angebracht. Geschenkt! Wen es interessiert, der kann sich an anderen Stellen im Zwischennetz schlau machen. Nick Cutter und sein Team – Stephen Hart, Abby Maitland, Connor Temple, Jennifer Lewis sowie drei Mitglieder einer militĂ€rischen Spezialeinheit - verschlĂ€gt es im Auftrag James Lesters, des Leiters des ARC (Anomaly Research Center), in den peruanischen Regenwald. Nicht nur, dass dort einer der beiden Söhne Sir Charles Bairstows, eines hohen britischen Regierungsbeamten, bei der Begegnung mit einem unheimlichen Wesen wĂ€hrend eines Touristen-Tripps im Dschungel sein Leben verlor, sondern auch ein ehemaliger Student Cutters, welcher in Peru archĂ€ologische Forschungen betreibt, berichtet dem Professor von merkwĂŒrdigen Vorkommnissen, die erstmalig die Existenz einer Zeit-Anomalie außerhalb Englands zu belegen scheinen. In Peru erweist sich die Lage als Ă€ußerst brisant: paramilitĂ€risch organisierte Söldner versuchen den ĂŒberlebenden Sohn Bairstows zu ermorden, der Kontaktmann des Teams vor Ort ist alles andere als rechtschaffen und im Dschungel löschen mehrere Saurier der Gattung „Thylacosmilus“ ein ganzes Eingeborenendorf aus. Cutter und seinen Mannen haben alle HĂ€nde voll zu tun, sowohl am Leben zu bleiben als auch die Bestien in ihre Zeit zurĂŒck zu schicken. WĂ€hrend sich die ersten beiden Primeval-Mini-Staffeln in Großbritannien – die dritte befindet sich derzeit (FrĂŒhjahr 2009) in Ausstrahlung - nach dem Motto „Die spinnen, die Briten!“ als veritabler Quotenbringer erwiesen, fristet die TV-Show bei unserer aller Lieblingsserien-Nach-Vier-Episoden-Absetz-Sender, Pro7, eine Art Nischendasein. Über die Ursachen kann man spekulieren. Ich persönlich tendiere zu der kĂŒhnen Annahme, dass das deutsche Publikum anspruchsvoller als das Inselvölkchen ist ... zumindest, was TV-Serien betrifft, denn die Serie zeichnet sich neben nicht immer gelungenen Monsteranimationen vor allem durch zwei Aspekte aus: Unlogik und Figuren, die sich im Angesicht vielfĂ€ltiger Gefahren permanent so verhalten, als wĂ€ren sie im zarten Kindesalter mit einem Klammerbeutel gepudert worden. Wenn schon mein neunjĂ€hriger, waffenaffiner Sohn fragt, „Papa, warum geht die Frau alleine und nur mit einer kleinen Pistole bewaffnet in den Raum, in dem sich das 10 Meter große Krokodil befindet, und macht nicht einmal das Licht an?“, dann fĂ€llt selbst mir als in der Phantastik Bewanderten keine auch nur annĂ€hernd plausible Antwort ein. Nichtsdestotrotz: lĂ€sst man sich dazu herab, diesen eklatanten SchwĂ€chen keine Beachtung zu schenken, erweist sich die TV-Serie schnell als rasante, trashig-charmante, humorvolle Fernsehkost. Und an dieser Stelle kommen wir auf den Roman zu sprechen: er ist dröge! Dem Roman fehlen die Leichtigkeit und Unernsthaftigkeit, welche die Vorlage auszeichnen. Saviles Stil ist zwar routiniert und gefĂ€llig, was angesichts der Erfahrung des Autors im Segment der Franchise-Romane nicht weiter ĂŒberrascht, und es gelingt ihm durchaus, (vermeintliches) peruanisches Lokalkolorit zu generieren, aber darĂŒber hinaus mangelt es der Geschichte vollkommen am „Sense of Wonder“. In großen Teilen kommt sie als langatmiger 0815-Spionage-Thriller mit austauschbaren, eindimensionalen, stereotypen Figuren vor exotischem Hintergrund daher; und jene mystery(ösen) Szenen, welche Anomalien- und Saurier-Jagd im Fokus haben, leiden im Prinzip an den selben SchwĂ€chen, die auch die TV-Shows plagen – UnplausibiltĂ€t und Einfachheit -, nur das das Ganze in geschriebenen Worten und in Ermangelung bewegter Bilder weitaus ermĂŒdender wirkt. Ein Randproblem besteht darin, dass der Roman „besetzungsmĂ€ĂŸig“ der TV-Serie hinterher hinkt, d.h. nicht jede auftretende Hauptfiguren weilt noch unter den Lebenden, was die Story in ein historisches, unwirkliches Licht taucht. Fazit: Zwar gefĂ€llig geschrieben, aber ohne den phantastisch-trashigen Charme der zu Grunde liegende TV-Show zu langatmig und zu wenig originell, um wirklich fesseln zu können.

Da es sich bei „Im Schatten des Jaguars“ um einen typischen Franchise-Roman handelt, der sich in erster Linie an die Fans der britischen TV-Show „Primeval“ richtet, wĂ€ren an dieser Stelle einige einleitende Worte zum Serien-Hintergrund angebracht. Geschenkt! Wen es interessiert, der kann sich an anderen Stellen im Zwischennetz schlau machen.

weitere Rezensionen von Frank Drehmel

#
rezensiert seit
Buchtitel
1
18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Nick Cutter und sein Team – Stephen Hart, Abby Maitland, Connor Temple, Jennifer Lewis sowie drei Mitglieder einer militĂ€rischen Spezialeinheit - verschlĂ€gt es im Auftrag James Lesters, des Leiters des ARC (Anomaly Research Center), in den peruanischen Regenwald.

Nicht nur, dass dort einer der beiden Söhne Sir Charles Bairstows, eines hohen britischen Regierungsbeamten, bei der Begegnung mit einem unheimlichen Wesen wĂ€hrend eines Touristen-Tripps im Dschungel sein Leben verlor, sondern auch ein ehemaliger Student Cutters, welcher in Peru archĂ€ologische Forschungen betreibt, berichtet dem Professor von merkwĂŒrdigen Vorkommnissen, die erstmalig die Existenz einer Zeit-Anomalie außerhalb Englands zu belegen scheinen.

In Peru erweist sich die Lage als Ă€ußerst brisant: paramilitĂ€risch organisierte Söldner versuchen den ĂŒberlebenden Sohn Bairstows zu ermorden, der Kontaktmann des Teams vor Ort ist alles andere als rechtschaffen und im Dschungel löschen mehrere Saurier der Gattung „Thylacosmilus“ ein ganzes Eingeborenendorf aus.

Cutter und seinen Mannen haben alle HĂ€nde voll zu tun, sowohl am Leben zu bleiben als auch die Bestien in ihre Zeit zurĂŒck zu schicken.

WĂ€hrend sich die ersten beiden Primeval-Mini-Staffeln in Großbritannien – die dritte befindet sich derzeit (FrĂŒhjahr 2009) in Ausstrahlung - nach dem Motto „Die spinnen, die Briten!“ als veritabler Quotenbringer erwiesen, fristet die TV-Show bei unserer aller Lieblingsserien-Nach-Vier-Episoden-Absetz-Sender, Pro7, eine Art Nischendasein. Über die Ursachen kann man spekulieren. Ich persönlich tendiere zu der kĂŒhnen Annahme, dass das deutsche Publikum anspruchsvoller als das Inselvölkchen ist ... zumindest, was TV-Serien betrifft, denn die Serie zeichnet sich neben nicht immer gelungenen Monsteranimationen vor allem durch zwei Aspekte aus: Unlogik und Figuren, die sich im Angesicht vielfĂ€ltiger Gefahren permanent so verhalten, als wĂ€ren sie im zarten Kindesalter mit einem Klammerbeutel gepudert worden. Wenn schon mein neunjĂ€hriger, waffenaffiner Sohn fragt, „Papa, warum geht die Frau alleine und nur mit einer kleinen Pistole bewaffnet in den Raum, in dem sich das 10 Meter große Krokodil befindet, und macht nicht einmal das Licht an?“, dann fĂ€llt selbst mir als in der Phantastik Bewanderten keine auch nur annĂ€hernd plausible Antwort ein.

Nichtsdestotrotz: lÀsst man sich dazu herab, diesen eklatanten SchwÀchen keine Beachtung zu schenken, erweist sich die TV-Serie schnell als rasante, trashig-charmante, humorvolle Fernsehkost.

Und an dieser Stelle kommen wir auf den Roman zu sprechen: er ist dröge! Dem Roman fehlen die Leichtigkeit und Unernsthaftigkeit, welche die Vorlage auszeichnen.

Saviles Stil ist zwar routiniert und gefĂ€llig, was angesichts der Erfahrung des Autors im Segment der Franchise-Romane nicht weiter ĂŒberrascht, und es gelingt ihm durchaus, (vermeintliches) peruanisches Lokalkolorit zu generieren, aber darĂŒber hinaus mangelt es der Geschichte vollkommen am „Sense of Wonder“. In großen Teilen kommt sie als langatmiger 0815-Spionage-Thriller mit austauschbaren, eindimensionalen, stereotypen Figuren vor exotischem Hintergrund daher; und jene mystery(ösen) Szenen, welche Anomalien- und Saurier-Jagd im Fokus haben, leiden im Prinzip an den selben SchwĂ€chen, die auch die TV-Shows plagen – UnplausibiltĂ€t und Einfachheit -, nur das das Ganze in geschriebenen Worten und in Ermangelung bewegter Bilder weitaus ermĂŒdender wirkt.

Ein Randproblem besteht darin, dass der Roman „besetzungsmĂ€ĂŸig“ der TV-Serie hinterher hinkt, d.h. nicht jede auftretende Hauptfiguren weilt noch unter den Lebenden, was die Story in ein historisches, unwirkliches Licht taucht.

Fazit: Zwar gefÀllig geschrieben, aber ohne den phantastisch-trashigen Charme der zu Grunde liegende TV-Show zu langatmig und zu wenig originell, um wirklich fesseln zu können.

geschrieben am 27.04.2009 | 579 Wörter | 3686 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen




Rezension von

Letterschming

Im Schatten des Jaguars „Im Schatten des Jaguars“ ist der erste von bisher vier Romanen zur TV-Serie „Primeval – RĂŒckkehr der Uhrzeitmonster“, die eine eigenstĂ€ndige Handlung haben und nicht nur die Geschehnisse der Episoden wiedergeben. Der Autor, Steven Savile, siedelt seine Geschichte zwischen der dritten und vierten Episode der zweiten Staffel an. Die BrĂŒder Cameron und Jaime Bairstow untersuchen im Dschungel von Peru alte Inka-Ruinen, als sie plötzlich von einer riesigen Bestie attackiert werden. Jamie wird bei dem Angriff getötet, der schwer verletzte Cameron muss in ein Krankenhaus gebracht werden. Der besorgte Vater der beiden Jungen, der zugleich Vorgesetzter von James Lester ist, beauftragt diesen, seinen Sohn heil wieder nach Hause zu bringen. Lester ist der Leiter des ARC, welches die geheimnisvollen Anomalien – Risse in Raum und Zeit – untersucht. Er schickt Professor Nick Cutter und sein Team mit militĂ€rischer UnterstĂŒtzung nach Peru. Dort sollen sie Cameron Bairstow finden und nach Hause bringen und gleichzeitig herausfinden, ob es sich bei der rĂ€tselhaften Bestie wirklich um ein prĂ€historisches Wesen handelt – und ob noch mehr von ihnen durch die Anomalie gekommen sind. Obwohl ich ein großer AnhĂ€nger der „Primeval“-Serie bin, war ich diesem Buch gegenĂŒber zuerst sehr skeptisch, da die meisten Romane zu Filmen qualitativ nicht ĂŒberzeugend sind. Die Sprache ist oft schlecht und die Handlung nicht besonders spannend. In diesem Fall wurde ich allerdings positiv ĂŒberrascht. Steven Savile hat schon mehrere sogenannte „Tie-in Romane“ geschrieben, also BĂŒcher zu Filmen, und versteht es sehr gut, im Rahmen der Vorgaben eine eigene, spannende Handlung zu erzeugen. Auch seine Sprache ist einwandfrei. In der wörtlichen Rede bringt er Umgangssprache ein, was die Geschichte lebendiger erscheinen lĂ€sst, aber ansonsten sind seine SĂ€tze auf einem mehr als angemessenen literarischen Niveau. Was mich hingegen gestört hat, war die Ă€ußere Gestaltung. Das Cover sieht zwar schön aus, verrĂ€t meiner Meinung nach aber schon zu viel ĂŒber den Inhalt. Was im Roman dann als große Überraschung preisgegeben wird, weiß der Leser eigentlich schon beim Kauf des Buchs. Daher geht die Spannung am Anfang ein bisschen verloren. Ein weiterer Grund dafĂŒr ist der altbekannte Ablauf: Erstmal bekommt das Team den Auftrag, dann muss es sich vorbereiten, dann geht es los in Richtung Anomalie und so weiter. Was in den Episoden vielleicht fĂŒnf Minuten beansprucht, zieht sich im Buch relativ lange hin und sorgt deshalb fĂŒr einen nicht sehr spannenden Anfang. Nach den ersten hundert Seiten kommt dann aber doch Action auf. Leider ist fast die gesamte Handlung aus Cutters Sicht erzĂ€hlt. Auch Jenny und ein in der TV-Serie nicht vorkommender Soldat namens Stark kommen ein paar mal zum Zug. Das ist zwar durchaus interessant, aber fĂŒr einige andere Charaktere wie Stephen, Connor und Abby, hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht, dass deren Perspektive mehr als ein- oder zweimal eingenommen wird. Zudem finde ich die Geschichte stellenweise eindeutig zu brutal. Nicht nur die Tatsache, dass ein ganzes Dorf von den Urzeitwesen einfach niedergemetzelt wird, ist meiner Meinung nach maßlos ĂŒbertrieben. Auch die detaillierten Beschreibungen der KĂ€mpfe sind völlig fehl am Platz. StĂ€ndig fliegen irgendwo Blut und Eingeweide herum. Das passt einfach nicht zu Primeval. Zwar macht das den Roman nicht unbedingt ungeeignet fĂŒr jĂŒngere Leser, denn es hĂ€lt sich noch in Grenzen, aber es ist einfach ĂŒberflĂŒssig und bringt den Roman in keiner Weise weiter. Einige dieser Szenen hĂ€tte man sich wohl schon sparen können, wenn nur ein bisschen mehr Logik im Spiel gewesen wĂ€re. So sind erst noch alle bis an die ZĂ€hne mit den tollsten Waffen ausgerĂŒstet, aber wenn sie dann angegriffen werden, brauchen sie erst ein oder zwei Seiten, bevor jemand auf die Idee kommt zu schießen. Davon abgesehen fand ich die Kampfszenen durchaus logisch und auch relativ realitĂ€tsnah (soweit das bei einem Roman ĂŒber Urzeitwesen und Risse in der Zeit möglich ist). Die Charaktere sind grĂ¶ĂŸtenteils sehr gut getroffen, besonders die Art Lesters und Connors hat der Autor sehr gut getroffen und mit witzigen SprĂŒchen wiedergegeben. Allerdings ist Abby meiner Meinung nach viel zu empfindlich und wehrlos und außerdem ist sie viel garstiger gegenĂŒber Connor als in der TV-Serie und Stephen ist stellenweise ungewöhnlich ruhig. Was ich auch ein bisschen vermisst habe, war eine zufriedenstellende AufklĂ€rung am Ende. Ziemlich schnell ist man plötzlich auf der letzten Seite und weiß dann immer noch nicht so hundertprozentig, was genau jetzt eigentlich hinter der ganzen Sache steckte. Es wirkt ein bisschen, als habe der Autor mitten im Showdown einfach keine Lust mehr gehabt und versucht, das Ganze möglichst schnell zu Ende zu bringen. Und zu guter Letzt: viel zu wenig Lester! Dabei ist es Savile so gut gelungen, den Charakter von Lester wiederzugeben und er hat ihm wirklich witzige Kommentare in den Mund gelegt. Obwohl ich nicht zu hoffen gewagt hĂ€tte, dass Lester vielleicht doch einmal nach „draußen“ muss (oder vielleicht sogar durch eine Anomalie gescheucht wird), hĂ€tte ich es doch gut gefunden, wenn er etwas hĂ€ufiger vorgekommen wĂ€re. Fazit: Es gibt zwar einige MĂ€ngel, aber dabei handelt es sich grĂ¶ĂŸtenteils um Kleinigkeiten, die die Geschichte nicht maßgeblich beeintrĂ€chtigen. Insgesamt ist der Roman spannend und witzig und wer die Serie nicht kennt, wird keine grĂ¶ĂŸeren VerstĂ€ndnisprobleme haben. Allerdings vermute ich, dass man dann eher weniger mit den Charakteren anfangen kann, die ja zu diesem Zeitpunkt schon einiges erlebt und sich entsprechend entwickelt haben. Mancher Kommentar, der auf die bisherige Beziehung zwischen zwei Figuren anspielt, mag dann nicht ganz so lustig sein. FĂŒr jeden „Primeval“-Fan ist das Buch aber sicherlich ein großes VergnĂŒgen.

„Im Schatten des Jaguars“ ist der erste von bisher vier Romanen zur TV-Serie „Primeval – RĂŒckkehr der Uhrzeitmonster“, die eine eigenstĂ€ndige Handlung haben und nicht nur die Geschehnisse der Episoden wiedergeben. Der Autor, Steven Savile, siedelt seine Geschichte zwischen der dritten und vierten Episode der zweiten Staffel an.

weitere Rezensionen von Letterschming

#
rezensiert seit
Buchtitel
2
06.06.2016
4
06.06.2016

Die BrĂŒder Cameron und Jaime Bairstow untersuchen im Dschungel von Peru alte Inka-Ruinen, als sie plötzlich von einer riesigen Bestie attackiert werden. Jamie wird bei dem Angriff getötet, der schwer verletzte Cameron muss in ein Krankenhaus gebracht werden. Der besorgte Vater der beiden Jungen, der zugleich Vorgesetzter von James Lester ist, beauftragt diesen, seinen Sohn heil wieder nach Hause zu bringen. Lester ist der Leiter des ARC, welches die geheimnisvollen Anomalien – Risse in Raum und Zeit – untersucht. Er schickt Professor Nick Cutter und sein Team mit militĂ€rischer UnterstĂŒtzung nach Peru. Dort sollen sie Cameron Bairstow finden und nach Hause bringen und gleichzeitig herausfinden, ob es sich bei der rĂ€tselhaften Bestie wirklich um ein prĂ€historisches Wesen handelt – und ob noch mehr von ihnen durch die Anomalie gekommen sind.

Obwohl ich ein großer AnhĂ€nger der „Primeval“-Serie bin, war ich diesem Buch gegenĂŒber zuerst sehr skeptisch, da die meisten Romane zu Filmen qualitativ nicht ĂŒberzeugend sind. Die Sprache ist oft schlecht und die Handlung nicht besonders spannend. In diesem Fall wurde ich allerdings positiv ĂŒberrascht. Steven Savile hat schon mehrere sogenannte „Tie-in Romane“ geschrieben, also BĂŒcher zu Filmen, und versteht es sehr gut, im Rahmen der Vorgaben eine eigene, spannende Handlung zu erzeugen. Auch seine Sprache ist einwandfrei. In der wörtlichen Rede bringt er Umgangssprache ein, was die Geschichte lebendiger erscheinen lĂ€sst, aber ansonsten sind seine SĂ€tze auf einem mehr als angemessenen literarischen Niveau.

Was mich hingegen gestört hat, war die Ă€ußere Gestaltung. Das Cover sieht zwar schön aus, verrĂ€t meiner Meinung nach aber schon zu viel ĂŒber den Inhalt. Was im Roman dann als große Überraschung preisgegeben wird, weiß der Leser eigentlich schon beim Kauf des Buchs. Daher geht die Spannung am Anfang ein bisschen verloren. Ein weiterer Grund dafĂŒr ist der altbekannte Ablauf: Erstmal bekommt das Team den Auftrag, dann muss es sich vorbereiten, dann geht es los in Richtung Anomalie und so weiter. Was in den Episoden vielleicht fĂŒnf Minuten beansprucht, zieht sich im Buch relativ lange hin und sorgt deshalb fĂŒr einen nicht sehr spannenden Anfang. Nach den ersten hundert Seiten kommt dann aber doch Action auf.

Leider ist fast die gesamte Handlung aus Cutters Sicht erzĂ€hlt. Auch Jenny und ein in der TV-Serie nicht vorkommender Soldat namens Stark kommen ein paar mal zum Zug. Das ist zwar durchaus interessant, aber fĂŒr einige andere Charaktere wie Stephen, Connor und Abby, hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht, dass deren Perspektive mehr als ein- oder zweimal eingenommen wird.

Zudem finde ich die Geschichte stellenweise eindeutig zu brutal. Nicht nur die Tatsache, dass ein ganzes Dorf von den Urzeitwesen einfach niedergemetzelt wird, ist meiner Meinung nach maßlos ĂŒbertrieben. Auch die detaillierten Beschreibungen der KĂ€mpfe sind völlig fehl am Platz. StĂ€ndig fliegen irgendwo Blut und Eingeweide herum. Das passt einfach nicht zu Primeval. Zwar macht das den Roman nicht unbedingt ungeeignet fĂŒr jĂŒngere Leser, denn es hĂ€lt sich noch in Grenzen, aber es ist einfach ĂŒberflĂŒssig und bringt den Roman in keiner Weise weiter.

Einige dieser Szenen hĂ€tte man sich wohl schon sparen können, wenn nur ein bisschen mehr Logik im Spiel gewesen wĂ€re. So sind erst noch alle bis an die ZĂ€hne mit den tollsten Waffen ausgerĂŒstet, aber wenn sie dann angegriffen werden, brauchen sie erst ein oder zwei Seiten, bevor jemand auf die Idee kommt zu schießen. Davon abgesehen fand ich die Kampfszenen durchaus logisch und auch relativ realitĂ€tsnah (soweit das bei einem Roman ĂŒber Urzeitwesen und Risse in der Zeit möglich ist).

Die Charaktere sind grĂ¶ĂŸtenteils sehr gut getroffen, besonders die Art Lesters und Connors hat der Autor sehr gut getroffen und mit witzigen SprĂŒchen wiedergegeben. Allerdings ist Abby meiner Meinung nach viel zu empfindlich und wehrlos und außerdem ist sie viel garstiger gegenĂŒber Connor als in der TV-Serie und Stephen ist stellenweise ungewöhnlich ruhig.

Was ich auch ein bisschen vermisst habe, war eine zufriedenstellende AufklĂ€rung am Ende. Ziemlich schnell ist man plötzlich auf der letzten Seite und weiß dann immer noch nicht so hundertprozentig, was genau jetzt eigentlich hinter der ganzen Sache steckte. Es wirkt ein bisschen, als habe der Autor mitten im Showdown einfach keine Lust mehr gehabt und versucht, das Ganze möglichst schnell zu Ende zu bringen.

Und zu guter Letzt: viel zu wenig Lester! Dabei ist es Savile so gut gelungen, den Charakter von Lester wiederzugeben und er hat ihm wirklich witzige Kommentare in den Mund gelegt. Obwohl ich nicht zu hoffen gewagt hĂ€tte, dass Lester vielleicht doch einmal nach „draußen“ muss (oder vielleicht sogar durch eine Anomalie gescheucht wird), hĂ€tte ich es doch gut gefunden, wenn er etwas hĂ€ufiger vorgekommen wĂ€re.

Fazit: Es gibt zwar einige MĂ€ngel, aber dabei handelt es sich grĂ¶ĂŸtenteils um Kleinigkeiten, die die Geschichte nicht maßgeblich beeintrĂ€chtigen. Insgesamt ist der Roman spannend und witzig und wer die Serie nicht kennt, wird keine grĂ¶ĂŸeren VerstĂ€ndnisprobleme haben. Allerdings vermute ich, dass man dann eher weniger mit den Charakteren anfangen kann, die ja zu diesem Zeitpunkt schon einiges erlebt und sich entsprechend entwickelt haben. Mancher Kommentar, der auf die bisherige Beziehung zwischen zwei Figuren anspielt, mag dann nicht ganz so lustig sein. FĂŒr jeden „Primeval“-Fan ist das Buch aber sicherlich ein großes VergnĂŒgen.

geschrieben am 24.08.2014 | 898 Wörter | 5043 Zeichen

Kommentare lesen Kommentar schreiben

Kommentare zur Rezension (0)

Platz für Anregungen und Ergänzungen