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Stille Nacht in Oxford


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Anna Kneisel

Stille Nacht in Oxford Die Schriftstellerin und Hobbydetektivin Kate Ivory wird von ihrer Bekannten Emma beauftragt, deren Mutter, Joyce Fielding, aufzuspüren, denn diese ist ohne ein Wort aus dem Haus ihrer Tochter verschwunden, auch noch zu einem Zeitpunkt, wo Emma sie wirklich braucht, weil ihr Mann Sam nach einem Unfall im Krankenhaus liegt und sie sich allein um die anstrengende Kinderschar kümmern muss. Joyce ist eine ehrbare ältere Dame, und es ist mit dem besten Willen und der größten Fantasie zunächst einmal kein Grund zu erkennen, warum sie einfach verschwinden sollte. Doch dann stößt Kate bei ihren Nachforschungen auf die Leiche eines erschlagenen Mannes, und der Verdacht liegt nahe, dass Joyce mit dem Mord etwas zu tun haben könnte. Kate ist sich jedoch sicher, dass Joyce großer Gefahr ist und dass sie sich mit ihrer Suche beeilen muss, wenn sie Joyce lebend finden will. Darum versucht sie auch, in der persönlichen Habe, die Joyce bei Emma zurückgelassen hat, irgendwelche Hinweise zu finden, allerdings sind sowohl Kleidungsstücke als auch die frommen Bücher mehr als nichtssagend und so muss sie sich mit einer kitschigen Brosche als einzig auffälligem Detail zufriedengeben. Unterstützung hat die Hauptfigur von ihrer Mutter Roz (oder Rosemary), zu der sie ein recht ungewöhnliches Verhältnis hat, denn sie haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum gesehen und wollen sich im Moment besser kennenlernen. Da kommt der Auftrag gerade recht, denn schließlich verbinden gemeinsame Erlebnisse. Und wenn die Nachforschungen mal wieder ins Stocken geraten, werden Margaritas gemixt und Rotweinflaschen geleert, wilde Theorien aufgestellt und wieder verworfen und ein wenig auch von früher erzählt. Wie es zu einem Krimi mit einer Frau in der Hauptrolle gehört, gibt es natürlich auch einen männlichen Helfer, in diesem Fall ist das George, der Bruder von Emmas Mann, mit dem sich Kate auch anderes als Detektivspielen vorstellen könnte…. Zunächst einmal ist anzumerken, dass es sich bei den Romanen um Kate Ivory um eine Reihe handelt und ich bisher noch keinen dieser Krimis gelesen hatte, also völlig ohne Vorkenntnisse über diese Figur dastand. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn es wird zwar an einigen Stellen Bezug zu vorherigen Ereignissen genommen, diese spielen jedoch keine große Rolle. Allerdings geraten nicht nur die Fortschritte in den Nachforschungen des Öfteren mal ins Stocken, sondern der ganze Roman gestaltet sich bei der Lektüre als etwas zäh. Zwar hat sich die Autorin um eine bildhafte Sprache bemüht und beschreibt Szenen mit vielen Farbadjektiven und außerdem hat sie in einigen Gedankengängen offensichtlich persönliche Erfahrungen verarbeitet, wie das Stadtleben in Oxford, was die Vorgänge eigentlich glaubhafter machen sollte. Allerdings passiert nicht wirklich viel und obwohl sie den Kniff des Perspektivenwechsels zwischen verschiedenen Charakteren angewandt hat, bekommt man einfach keine tieferen Einblicke in die Psyche der Protagonisten, alles bleibt an der Oberfläche. Es ist auch wirklich merkwürdig, dass eine ältere Frau verschwindet und die eigene Tochter nur deshalb Kate engagiert, weil ihr die eigenen Kinder über den Kopf wachsen und nicht, weil sie sich etwa tatsächlich Sorgen machen würde. Joyce ist für ihr Alter unglaublich naiv und scheint trotz eigener Wünsche keine Motivation haben, diese tatsächlich durchzusetzen, Emma ist einfach überfordert mit allem und mit ihrem Leben unzufrieden, Kate könnte eigentlich sympathisch wirken, wenn sie nicht teilweise ziemlich hysterisch und ansonsten ebenso konturlos gezeichnet wäre wie der Rest der Charaktere, außerdem ergeht sie sich über einen Großteil des Romanes in Spekulationen statt tatsächlich zu handeln oder vielleicht vernünftigerweise mal mit der Polizei zu sprechen und manchmal ist nicht ganz nachvollziehbar, was Veronica Stallwood mit bestimmten Details des Romans bezweckt… die Liste der Oberflächlichkeiten und Unzulänglichkeiten dieses Werks ließe sich noch eine ganze Weile fortführen, fest steht jedenfalls, dass man aus der Grundidee wesentlich mehr hätte machen können. Als seichte Lektüre, bei der man nicht groß nachdenken muss, reicht „Stille Nacht in Oxford“ allemal, auch wenn man sich darüber im Klaren sein sollte, dass hier keine großen Überraschungen zu erwarten sind.

Die Schriftstellerin und Hobbydetektivin Kate Ivory wird von ihrer Bekannten Emma beauftragt, deren Mutter, Joyce Fielding, aufzuspüren, denn diese ist ohne ein Wort aus dem Haus ihrer Tochter verschwunden, auch noch zu einem Zeitpunkt, wo Emma sie wirklich braucht, weil ihr Mann Sam nach einem Unfall im Krankenhaus liegt und sie sich allein um die anstrengende Kinderschar kümmern muss. Joyce ist eine ehrbare ältere Dame, und es ist mit dem besten Willen und der größten Fantasie zunächst einmal kein Grund zu erkennen, warum sie einfach verschwinden sollte. Doch dann stößt Kate bei ihren Nachforschungen auf die Leiche eines erschlagenen Mannes, und der Verdacht liegt nahe, dass Joyce mit dem Mord etwas zu tun haben könnte. Kate ist sich jedoch sicher, dass Joyce großer Gefahr ist und dass sie sich mit ihrer Suche beeilen muss, wenn sie Joyce lebend finden will. Darum versucht sie auch, in der persönlichen Habe, die Joyce bei Emma zurückgelassen hat, irgendwelche Hinweise zu finden, allerdings sind sowohl Kleidungsstücke als auch die frommen Bücher mehr als nichtssagend und so muss sie sich mit einer kitschigen Brosche als einzig auffälligem Detail zufriedengeben.

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Zunächst einmal ist anzumerken, dass es sich bei den Romanen um Kate Ivory um eine Reihe handelt und ich bisher noch keinen dieser Krimis gelesen hatte, also völlig ohne Vorkenntnisse über diese Figur dastand. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn es wird zwar an einigen Stellen Bezug zu vorherigen Ereignissen genommen, diese spielen jedoch keine große Rolle. Allerdings geraten nicht nur die Fortschritte in den Nachforschungen des Öfteren mal ins Stocken, sondern der ganze Roman gestaltet sich bei der Lektüre als etwas zäh. Zwar hat sich die Autorin um eine bildhafte Sprache bemüht und beschreibt Szenen mit vielen Farbadjektiven und außerdem hat sie in einigen Gedankengängen offensichtlich persönliche Erfahrungen verarbeitet, wie das Stadtleben in Oxford, was die Vorgänge eigentlich glaubhafter machen sollte. Allerdings passiert nicht wirklich viel und obwohl sie den Kniff des Perspektivenwechsels zwischen verschiedenen Charakteren angewandt hat, bekommt man einfach keine tieferen Einblicke in die Psyche der Protagonisten, alles bleibt an der Oberfläche. Es ist auch wirklich merkwürdig, dass eine ältere Frau verschwindet und die eigene Tochter nur deshalb Kate engagiert, weil ihr die eigenen Kinder über den Kopf wachsen und nicht, weil sie sich etwa tatsächlich Sorgen machen würde. Joyce ist für ihr Alter unglaublich naiv und scheint trotz eigener Wünsche keine Motivation haben, diese tatsächlich durchzusetzen, Emma ist einfach überfordert mit allem und mit ihrem Leben unzufrieden, Kate könnte eigentlich sympathisch wirken, wenn sie nicht teilweise ziemlich hysterisch und ansonsten ebenso konturlos gezeichnet wäre wie der Rest der Charaktere, außerdem ergeht sie sich über einen Großteil des Romanes in Spekulationen statt tatsächlich zu handeln oder vielleicht vernünftigerweise mal mit der Polizei zu sprechen und manchmal ist nicht ganz nachvollziehbar, was Veronica Stallwood mit bestimmten Details des Romans bezweckt… die Liste der Oberflächlichkeiten und Unzulänglichkeiten dieses Werks ließe sich noch eine ganze Weile fortführen, fest steht jedenfalls, dass man aus der Grundidee wesentlich mehr hätte machen können.

Als seichte Lektüre, bei der man nicht groß nachdenken muss, reicht „Stille Nacht in Oxford“ allemal, auch wenn man sich darüber im Klaren sein sollte, dass hier keine großen Überraschungen zu erwarten sind.

geschrieben am 17.05.2010 | 642 Wörter | 3733 Zeichen

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