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Schattenwacht-Zyklus, Bd. 1: Böses Erwachen


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Magdalena Kneisel

Böses Erwachen Mit dem Werk „Böses Erwachen“ eröffnet Michael Thiel den Schattenwachtzyklus, der sich um die Welt Hevas Leib, die Prophezeiung von Theb Nor und vor allem um die dort angesiedelten Fantasycharaktere dreht. Unvermittelt setzt das Buch mit der Geschichte von Jade und Laura, Mera, Srrig und Athanon, Melek und Taren ein. Und das ist auch der Grund, warum ich mir mit dem Buch sehr schwer getan habe – zumindest anfänglich. Erst nach der Hälfte bis Dreiviertel des Buches habe ich ansatzweise die Komplexität der Welt und der Charaktere zu verstehen und die Geschichte zu lieben und schätzen gelernt. Dies ist auch der Zeitpunkt im Buch, da sich die einzelnen Vorgeschichten der Charaktere intensiv miteinander verknüpfen beginnen. Michael Thiel beschreit dieses Faktum auch im Nachklang seines Buches mit folgenden Worten: „Der erste Roman setzt fast nahtlos dort ein, wo unser Erzählspiel aufhörte. Dies hat den Vorteil, dass eine große epische Handlung mitten im Gange ist und dass eine schillernde, lebendige Welt voller Ereignisse sich den Lesenden entfaltet(…). Ein gewisser Nachteil entstand nun dadurch, dass der Alltag auf Hevas Leib, der jene Welt nachvollziehbarer gemacht hätte, fast völlig aus meinen Blickwinkel verschwand.“ In jedem Band befindet sich jedoch zum Schluss des Buches ein paar eingefangene alltägliche Situationen auf Hevas Leib. Auf diese Weise versucht der Autor die Lücke zwischen eigenem und beschriebenem Wissen zu schließen. Ansatzweise gelingt ihm dies freilich auch. Doch was beinhaltet das Buch genau? Warum sollte man sich in dieses Buch einlesen und auf die Komplexität von Hevas Leib einlassen? Was sind die Feinheiten und Raffinessen der Welt und der Charaktere? Im Alter von sechs Jahren gelangt Melek an einen Dolch, der ihn fortan zum Meuchelmörder werden lässt. Taren, der Mönch vom Silberberg, ist ihm unterdes auf den Fersen. Athanon, der Gnomenkrieger, lebt einen Steinwurf entfernt von der Elfin Jade, welche mitsamt ihrer Familie als stigmatisierte Nachtelfin in ein Elfendorf gezogen ist. Gemeinsam bestritten die beiden in der Vergangenheit Kämpfe gegen Dämonen. Doch dies blieb nicht ohne Folgen und so zieht Jade nun ihre Tochter Laura, ein Bastardkind aus dem Samen eines Dämons, groß. Srrig, ein Tigermensch, befindet sich in der Gefangenschaft der Chimärier – eben jenen schuppenbehafteten, echsenähnelnden zweibeinigen Wesen, welche Hevas Leib fast zur Gänze beherrschen. Das Imperium selbst wird durch den Drachen Schattenwacht regiert (und dessen Rolle auch am Ende des ersten Bandes noch recht nebulös erscheint). Dass diese doch recht unterschiedlich angelegten Charaktere etwas gemeinsam haben, bzw. bisweilen an einen Strang ziehen, mag für ein Fantasybuch nichts ungewöhnliches sein, dennoch hat es mich persönlich sehr erstaunt, dass die Zusammenführung im Buch so lange gedauert hat. Auch sind es die vielen kleinen – mir unbekannten und häufig labyrinthisch aufgebauten – Gedankengänge des Autors gewesen, welche mich vor eine Herausforderung gestellt haben und stellen. Normalerweise achte ich bei einem Fantasybuch in erster Linie darauf, ob und in wieweit es in sich geschlossen ist, welche anderen Phantastereien als Bezugspunkte ausgewählt werden, ob ein Götterpantheon existiert und in welchem Maße Magie in Verwendung bekommt, ob die Geschichte als Fortsetzung geschrieben wird Doch irgendwie wirft dieses Buch meine Maßstäbe über den Haufen. Ob dies nun gut ist, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen, dazu muss ich mich erst der Fortschreibung der Geschichte in den noch ausstehenden Bänden zuwenden. Aber schon jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch „anders“ ist. Die Vergangenheit jedes einzelnen Charakters wird immer wieder im Buch durch Rückblenden angezeigt, so dass der Autor den Leser teilweise einen Einblick in seine Gedankenwelt gibt. Alles in allem ist der erste Band des Schattenwachtzyklus ein in Ansätzen sehr gut gelungener und Versuch den Leser in eine vorhandene Rollenspielerwelt zu entführen und an den Phantasien einer Rollenspielgruppe teilhaben zu lassen. Dabei sind mache vorkommenden Wesen wie der Spork (Züchtung zwischen Spinne und Ork) oder die Trobelle (Troll und Libelle) fast schon zu bizarr für meine eigene Vorstellungskraft. Aber dieses Abstruse ist es auch, was den Charme des ersten Bandes ausmacht, und mich dazu brachte, das Buch nicht nach den ersten 50 Seiten bereits auf meinen „naja werde ich wohl irgendwann weiterlesen-Stapel“ zu legen. Geschichten müssen sich entwickeln können, denn jede Geschichte findet irgendwo einen Leser, dem es wichtig ist, dass sie zu Ende erzählt wird. Und auch deswegen lese ich weiter!

Mit dem Werk „Böses Erwachen“ eröffnet Michael Thiel den Schattenwachtzyklus, der sich um die Welt Hevas Leib, die Prophezeiung von Theb Nor und vor allem um die dort angesiedelten Fantasycharaktere dreht.

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Unvermittelt setzt das Buch mit der Geschichte von Jade und Laura, Mera, Srrig und Athanon, Melek und Taren ein. Und das ist auch der Grund, warum ich mir mit dem Buch sehr schwer getan habe – zumindest anfänglich. Erst nach der Hälfte bis Dreiviertel des Buches habe ich ansatzweise die Komplexität der Welt und der Charaktere zu verstehen und die Geschichte zu lieben und schätzen gelernt. Dies ist auch der Zeitpunkt im Buch, da sich die einzelnen Vorgeschichten der Charaktere intensiv miteinander verknüpfen beginnen.

Michael Thiel beschreit dieses Faktum auch im Nachklang seines Buches mit folgenden Worten: „Der erste Roman setzt fast nahtlos dort ein, wo unser Erzählspiel aufhörte. Dies hat den Vorteil, dass eine große epische Handlung mitten im Gange ist und dass eine schillernde, lebendige Welt voller Ereignisse sich den Lesenden entfaltet(…). Ein gewisser Nachteil entstand nun dadurch, dass der Alltag auf Hevas Leib, der jene Welt nachvollziehbarer gemacht hätte, fast völlig aus meinen Blickwinkel verschwand.“ In jedem Band befindet sich jedoch zum Schluss des Buches ein paar eingefangene alltägliche Situationen auf Hevas Leib. Auf diese Weise versucht der Autor die Lücke zwischen eigenem und beschriebenem Wissen zu schließen. Ansatzweise gelingt ihm dies freilich auch.

Doch was beinhaltet das Buch genau? Warum sollte man sich in dieses Buch einlesen und auf die Komplexität von Hevas Leib einlassen? Was sind die Feinheiten und Raffinessen der Welt und der Charaktere?

Im Alter von sechs Jahren gelangt Melek an einen Dolch, der ihn fortan zum Meuchelmörder werden lässt. Taren, der Mönch vom Silberberg, ist ihm unterdes auf den Fersen.

Athanon, der Gnomenkrieger, lebt einen Steinwurf entfernt von der Elfin Jade, welche mitsamt ihrer Familie als stigmatisierte Nachtelfin in ein Elfendorf gezogen ist. Gemeinsam bestritten die beiden in der Vergangenheit Kämpfe gegen Dämonen. Doch dies blieb nicht ohne Folgen und so zieht Jade nun ihre Tochter Laura, ein Bastardkind aus dem Samen eines Dämons, groß.

Srrig, ein Tigermensch, befindet sich in der Gefangenschaft der Chimärier – eben jenen schuppenbehafteten, echsenähnelnden zweibeinigen Wesen, welche Hevas Leib fast zur Gänze beherrschen. Das Imperium selbst wird durch den Drachen Schattenwacht regiert (und dessen Rolle auch am Ende des ersten Bandes noch recht nebulös erscheint).

Dass diese doch recht unterschiedlich angelegten Charaktere etwas gemeinsam haben, bzw. bisweilen an einen Strang ziehen, mag für ein Fantasybuch nichts ungewöhnliches sein, dennoch hat es mich persönlich sehr erstaunt, dass die Zusammenführung im Buch so lange gedauert hat.

Auch sind es die vielen kleinen – mir unbekannten und häufig labyrinthisch aufgebauten – Gedankengänge des Autors gewesen, welche mich vor eine Herausforderung gestellt haben und stellen. Normalerweise achte ich bei einem Fantasybuch in erster Linie darauf, ob und in wieweit es in sich geschlossen ist, welche anderen Phantastereien als Bezugspunkte ausgewählt werden, ob ein Götterpantheon existiert und in welchem Maße Magie in Verwendung bekommt, ob die Geschichte als Fortsetzung geschrieben wird

Doch irgendwie wirft dieses Buch meine Maßstäbe über den Haufen. Ob dies nun gut ist, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen, dazu muss ich mich erst der Fortschreibung der Geschichte in den noch ausstehenden Bänden zuwenden. Aber schon jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch „anders“ ist.

Die Vergangenheit jedes einzelnen Charakters wird immer wieder im Buch durch RĂĽckblenden angezeigt, so dass der Autor den Leser teilweise einen Einblick in seine Gedankenwelt gibt.

Alles in allem ist der erste Band des Schattenwachtzyklus ein in Ansätzen sehr gut gelungener und Versuch den Leser in eine vorhandene Rollenspielerwelt zu entführen und an den Phantasien einer Rollenspielgruppe teilhaben zu lassen. Dabei sind mache vorkommenden Wesen wie der Spork (Züchtung zwischen Spinne und Ork) oder die Trobelle (Troll und Libelle) fast schon zu bizarr für meine eigene Vorstellungskraft. Aber dieses Abstruse ist es auch, was den Charme des ersten Bandes ausmacht, und mich dazu brachte, das Buch nicht nach den ersten 50 Seiten bereits auf meinen „naja werde ich wohl irgendwann weiterlesen-Stapel“ zu legen.

Geschichten müssen sich entwickeln können, denn jede Geschichte findet irgendwo einen Leser, dem es wichtig ist, dass sie zu Ende erzählt wird. Und auch deswegen lese ich weiter!

geschrieben am 02.07.2011 | 700 Wörter | 4013 Zeichen

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