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Das Nachtstahl-Auge


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Frank Drehmel

Das Nachtstahl-Auge “Das Nachtstahl-Auge” setzt da fort, wo Band 1, “Die Monde von Mirrodin”, endete. Glissa, Bosh, Slobad und Bruenna irren durch die Lakunen im Inneren Mirrodins, verfolgt sowohl von den Häschern des Pontifex unter der Führung Mareks, als auch von Malil, einem Gesandten Memnarchs, der eine Armee von Gleichmachern befehligt. Pontifex möchte Glissa am liebsten tot sehen, während Memnarchs Interesse einer lebenden Elfin gilt, da er in ihr einen göttlichen Funken vermutet, mit dem er seine eigene Fleischwerdung zu stoppen hofft, um danach mit ihrer Hilfe zu einem Weltenwanderer aufzusteigen. Nach einem heftigen Kampf gelingt den Gefährten die Flucht. Bruenna kehrt zurück in die Stadt der Menschen, während die anderen gen Knäuel ziehen. Dort erfahren sie von den überlebenden Trollen, dass das Schwert der Elfin eines von drei Artefakten ist, mit denen sich der mythische Kaldra-Wächter beschwören lässt, dass der zweite Teil, der Schild, im Mephidross verborgen sei und sie erhalten den Kaldra-Helm als Dreingabe. Kurz darauf wird das Knäuel von Malil und seinen Gleichmachern angegriffen, so dass die Helden erneut fliehen müssen. Obgleich außerhalb ihres Heimes schon die Angriffsgeschwader der Vedalken-Reiterei auf sie warten, können sie entkommen, wobei sich Boshs langsame Transformation von einem Metallkonstrukt in ein Wesen aus Fleisch und Blut zunehmend als Handicap erweist. Schließlich betreten sie ein weiteres Mal die Sümpfe des Mephidross. Doch hier lauern ein alter und ein neuer Gegner: die untoten Nim, deren Anführer, Geth, auf das Elfenmädchen nicht gut zu sprechen ist, sowie ein alptraumhaftes, insektoides Monster. Glücklicherweise schließt sich der Gruppe der legendäre Führer der Wölfe, Al-Hayat, an und auch Bruenna stößt wieder zu ihren Kampfgefährten. Die Rettung scheint nah, doch der Schein trügt, und so geraten Glissa & Co. nach einem kurzen Scharmützel in die Gefangenschaft des Pontifex. Bevor jener die Elfin töten kann, betritt Malil den Szenerie. In dem unausweichlich folgenden Kampf der Gleichmacher mit den Vedalken können -man errät es fast- die Helden einmal mehr entwischen und finden dabei zufällig auch noch Kaldras Schild. Ihr Ziel ist nun das Refugium Memnarchs, das Panopticon, da sie hoffen, mit Hilfe des Kaldra-Wächters den wahnsinnigen Despoten zu besiegen. Und wieder haben sich Verfolger an ihre Fersen geheftet: Malil und Pontifex, die sich urplötzlich zu einer zeitlich begrenzten Allianz entschlossen haben. Und nun habe ich keine Lust mehr ... Ich könnte jetzt einfach schreiben: Das Buch ist scheiße! Aber erstens hasse ich Euphemismen und zweitens verspüre ich das Bedürfnis, mir dieses traumatische Leseerlebnis von der Seele zu schreiben. Immer wenn man meint, man habe schon alles gesehen und nichts könne einen mehr überraschen, tauchen Bücher wie “Das Nachtstahl-Auge” aus den niedersten Sphären der Merchandising-Industrie auf, die jedem Leser, der das achte Lebensjahr vollendet hat, in ihrer Verhöhnung intellektueller Grundfertigkeiten wie eine vorsätzliche Beleidigung vorkommen müssen. Kurz und gut: ein vollkommeneres Versagen eines Autors habe ich bisher noch nicht erleben müssen. Die Story -sofern man die Aneinanderreihung von Kämpfen und Fluchten- als solche bezeichnen möchte- ist niveaulos, trivial und öde, ihre fehlt eine innere Logik, die Abläufe sind weder nachvollziehbar, noch plausibel, Zufälligkeiten und Wendungen aus heiterem Himmel bestimmen die Handlung. An dieser Tristesse ändern auch die kleinen, bedeutungslosen Zwischenspiele in Memnarchs Panopticon und Pontifex´ armselige politische Intrigen nicht das Geringste. Die Charaktere lassen sich -wohlwollend- als wankelmütig beschreiben, aber dieses Wohlwollen hat der Autor nicht verdient. Die Handlungsträger -von Glissa bis Memnarch- sind schlecht gezeichnete Karikaturen, ohne nachvollziehbare Motive im allgemeinen und irrational in konkreten Situationen. Sie agieren stets so, dass ihr Verhalten dem Fortgang der tristen Geschichte nicht hemmt, denn nicht die Protagonisten stehen im Mittelpunkt der Geschichte, sondern “hirnlose” Action, deren Maßgabe sich alles andere unterzuordnen hat. Das Schlimmste an diesem Machwerk ist aber nicht die dumpfe Story und die fantasielosen Figuren, das Schlimmste ist der Stil, ist die sprachliche Qualität, die -kaum über Teletubbie-Niveau- nicht ganz die Komplexität und Ausdruckskraft eines Pixi-Buches erreicht. Ein Satzbau, der auch Sechsjährige nicht überfordert, und ein Wortschatz, der mit “arm” erschöpfend charakterisiert ist, mögen für wenige Passagen hinnehmbar sein, Lebow jedoch quält den Leser mit seinem Nicht-Können ganze 378 Seiten. Und selbst in dieser Dunkelheit gibt es einige Stellen, die dunkler sind als der traurige Rest: die Dialoge! Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich an den hölzern und aufgesetzt wirkenden Austausch lächerlicher Phrasen und Plattheiten auch nur denke. Das Tüpfelchen auf den “i” ist zu guter Letzt eine Übersetzung, deren Unbeholfenheit sich nicht länger nur in den spezifischen Magic-Begriffen widerspiegelt -wie es im ersten Band noch der Fall war-, sondern auch vom übrigen Text Besitz ergreift und sogar vor der Syntax nicht halt macht. Mehr als einmal lassen merkwürdige Satzkonstruktionen und “falsch” angewandte Wörter den Leser in seinem resignativen Brüten über dem Text kopfschüttelnd innehalten. Fazit: Die Simplizität der Sprache spiegelt die Trivialität der Story zur Gänze wider. Fantasy, wie sie schlechter kaum sein kann. Und aus dem Hintergrund ertönt eine hohntriefende Stimme: “Ihr seid Magic-Fans! Mit euch können wir das machen!”

“Das Nachtstahl-Auge” setzt da fort, wo Band 1, “Die Monde von Mirrodin”, endete. Glissa, Bosh, Slobad und Bruenna irren durch die Lakunen im Inneren Mirrodins, verfolgt sowohl von den Häschern des Pontifex unter der Führung Mareks, als auch von Malil, einem Gesandten Memnarchs, der eine Armee von Gleichmachern befehligt. Pontifex möchte Glissa am liebsten tot sehen, während Memnarchs Interesse einer lebenden Elfin gilt, da er in ihr einen göttlichen Funken vermutet, mit dem er seine eigene Fleischwerdung zu stoppen hofft, um danach mit ihrer Hilfe zu einem Weltenwanderer aufzusteigen.

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18.02.2018
4
18.02.2018
5
18.02.2018

Nach einem heftigen Kampf gelingt den Gefährten die Flucht. Bruenna kehrt zurück in die Stadt der Menschen, während die anderen gen Knäuel ziehen. Dort erfahren sie von den überlebenden Trollen, dass das Schwert der Elfin eines von drei Artefakten ist, mit denen sich der mythische Kaldra-Wächter beschwören lässt, dass der zweite Teil, der Schild, im Mephidross verborgen sei und sie erhalten den Kaldra-Helm als Dreingabe.

Kurz darauf wird das Knäuel von Malil und seinen Gleichmachern angegriffen, so dass die Helden erneut fliehen müssen. Obgleich außerhalb ihres Heimes schon die Angriffsgeschwader der Vedalken-Reiterei auf sie warten, können sie entkommen, wobei sich Boshs langsame Transformation von einem Metallkonstrukt in ein Wesen aus Fleisch und Blut zunehmend als Handicap erweist. Schließlich betreten sie ein weiteres Mal die Sümpfe des Mephidross. Doch hier lauern ein alter und ein neuer Gegner: die untoten Nim, deren Anführer, Geth, auf das Elfenmädchen nicht gut zu sprechen ist, sowie ein alptraumhaftes, insektoides Monster. Glücklicherweise schließt sich der Gruppe der legendäre Führer der Wölfe, Al-Hayat, an und auch Bruenna stößt wieder zu ihren Kampfgefährten.

Die Rettung scheint nah, doch der Schein trügt, und so geraten Glissa & Co. nach einem kurzen Scharmützel in die Gefangenschaft des Pontifex. Bevor jener die Elfin töten kann, betritt Malil den Szenerie. In dem unausweichlich folgenden Kampf der Gleichmacher mit den Vedalken können -man errät es fast- die Helden einmal mehr entwischen und finden dabei zufällig auch noch Kaldras Schild. Ihr Ziel ist nun das Refugium Memnarchs, das Panopticon, da sie hoffen, mit Hilfe des Kaldra-Wächters den wahnsinnigen Despoten zu besiegen. Und wieder haben sich Verfolger an ihre Fersen geheftet: Malil und Pontifex, die sich urplötzlich zu einer zeitlich begrenzten Allianz entschlossen haben.

Und nun habe ich keine Lust mehr ...

Ich könnte jetzt einfach schreiben: Das Buch ist scheiße! Aber erstens hasse ich Euphemismen und zweitens verspüre ich das Bedürfnis, mir dieses traumatische Leseerlebnis von der Seele zu schreiben. Immer wenn man meint, man habe schon alles gesehen und nichts könne einen mehr überraschen, tauchen Bücher wie “Das Nachtstahl-Auge” aus den niedersten Sphären der Merchandising-Industrie auf, die jedem Leser, der das achte Lebensjahr vollendet hat, in ihrer Verhöhnung intellektueller Grundfertigkeiten wie eine vorsätzliche Beleidigung vorkommen müssen.

Kurz und gut: ein vollkommeneres Versagen eines Autors habe ich bisher noch nicht erleben müssen. Die Story -sofern man die Aneinanderreihung von Kämpfen und Fluchten- als solche bezeichnen möchte- ist niveaulos, trivial und öde, ihre fehlt eine innere Logik, die Abläufe sind weder nachvollziehbar, noch plausibel, Zufälligkeiten und Wendungen aus heiterem Himmel bestimmen die Handlung. An dieser Tristesse ändern auch die kleinen, bedeutungslosen Zwischenspiele in Memnarchs Panopticon und Pontifex´ armselige politische Intrigen nicht das Geringste.

Die Charaktere lassen sich -wohlwollend- als wankelmütig beschreiben, aber dieses Wohlwollen hat der Autor nicht verdient. Die Handlungsträger -von Glissa bis Memnarch- sind schlecht gezeichnete Karikaturen, ohne nachvollziehbare Motive im allgemeinen und irrational in konkreten Situationen. Sie agieren stets so, dass ihr Verhalten dem Fortgang der tristen Geschichte nicht hemmt, denn nicht die Protagonisten stehen im Mittelpunkt der Geschichte, sondern “hirnlose” Action, deren Maßgabe sich alles andere unterzuordnen hat.

Das Schlimmste an diesem Machwerk ist aber nicht die dumpfe Story und die fantasielosen Figuren, das Schlimmste ist der Stil, ist die sprachliche Qualität, die -kaum über Teletubbie-Niveau- nicht ganz die Komplexität und Ausdruckskraft eines Pixi-Buches erreicht. Ein Satzbau, der auch Sechsjährige nicht überfordert, und ein Wortschatz, der mit “arm” erschöpfend charakterisiert ist, mögen für wenige Passagen hinnehmbar sein, Lebow jedoch quält den Leser mit seinem Nicht-Können ganze 378 Seiten. Und selbst in dieser Dunkelheit gibt es einige Stellen, die dunkler sind als der traurige Rest: die Dialoge! Mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich an den hölzern und aufgesetzt wirkenden Austausch lächerlicher Phrasen und Plattheiten auch nur denke.

Das Tüpfelchen auf den “i” ist zu guter Letzt eine Übersetzung, deren Unbeholfenheit sich nicht länger nur in den spezifischen Magic-Begriffen widerspiegelt -wie es im ersten Band noch der Fall war-, sondern auch vom übrigen Text Besitz ergreift und sogar vor der Syntax nicht halt macht. Mehr als einmal lassen merkwürdige Satzkonstruktionen und “falsch” angewandte Wörter den Leser in seinem resignativen Brüten über dem Text kopfschüttelnd innehalten.

Fazit: Die Simplizität der Sprache spiegelt die Trivialität der Story zur Gänze wider. Fantasy, wie sie schlechter kaum sein kann.

Und aus dem Hintergrund ertönt eine hohntriefende Stimme: “Ihr seid Magic-Fans! Mit euch können wir das machen!”

geschrieben am 20.07.2005 | 807 Wörter | 4788 Zeichen

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