
| ISBN | 3934442439 | |
| Autor | Simon Rhys Beck | |
| Verlag | Dead Soft Verlag | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 328 | |
| Erscheinungsjahr | 2008 | |
| Extras | - |

Wie auch bei den anderen Büchern von dead soft gilt: Wer prüde ist, mit Homoerotik nichts anfangen kann oder gar in Homosexualität in irgendeiner Art und Weise ablehnt, hat mit diesem Buch keine Freude und sollte die Finger von ihm lassen.

Für Freunde und Genießer der Slash-Literatur jedoch eine gelungene Abwechslung, wenngleich auch die ein oder andere Gestaltung des Buches hinsichtlich der Welt, ihrer Magie und Vergangenheit noch eine Lücken aufweist. Da es sich aber bei dem Werk von Simon Rhys Beck um eine fortlaufende Geschichte handelt – wie es die letzte Zeile des Buches „ Ende des ersten Teils“ deutlich macht – bleibt abzuwarten, wie und ob sich der Kreis um Magiebegabung, die geheimnisvolle Stadt Reda und das Verhältnis der beiden Geschwister zusammenzieht.
Zeth, Bastard des über das Reich Yendland herrschenden Königs Ferakon, steht im Mittelpunkt des der Geschehnisse um „die Dämonen des Caskáran“. Er ist Captain über eine Einheit von Soldaten, seine Dämonen und so begegnet er Bennet einem jungen Mann, der von seinen eigenen Männern als Lustobjekt während des Soldatenanwerbens in ihr Lager mitgenommen wird. Und so verbinden sich schon im ersten Kapitel die beiden Leben der Hauptcharaktere.
Im zunächst nicht erkennbaren Zusammenhang zum Handlungsbeginn des Buches steht das Vorwort. Eine Folterung, welche gerade geschieht bzw. geschehen ist, wird – oberflächlich – geschildert, ein Magier sieht sich einem fremd anmutenden Wesen – einem dem Reich verhassten Catʼa gegenĂĽber.
Schon in den ersten beiden Abschnitten des Buches – Vorwort und Kapitel – wird das Programm und die Richtung des Buches deutlich: Ein magisch anmutende Welt mit zunächst nicht ersichtlichen Veränderungen taucht vor dem inneren Auge des Lesers auf. Im Laufe der Geschichte treten einige Facetten dieser Welt in den Vordergrund und es wird deutlich, dass es sich um eine sehr freizügige Welt handelt, in der nunmehr gleichgeschlechtliche Beziehungen akzeptiert werden. Deutlich wird aber auch, dass die Welt stark von physischen Auseinandersetzungen und Gewalt dominiert wird: Folterungen und kriegerische Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung, auch wenn sie häufig nur angedeutet oder oberflächlich beschrieben werden. Dies ist auch leider bei Sexszenen der Fall: Gerade zu Beginn des Buches fallen immer wieder Andeutungen von Vergewaltigungen – auch eines Hauptcharakters und so stellt sich die Frage, ob gerade die Vielzahl und Häufigkeit mit der diese Art von perverser Gewalt beschrieben wird, nicht auch in einer Fantasy-Welt eher geahndet gehört. Zwar möchte ich das Konzept von Beck nicht in Frage stellen, dennoch wird dadurch deutlich, dass sich das Buch in erster Linie an einen älteren Leserkreis richtet.
Trotz dieser zum Teil abschreckenden Situierung liest sich das Wohl und Wehe von Zeth und Bennet sehr durchdacht. Auch wenn einige Handlungszusammenhänge im weiteren Fortschreiten der Geschichte schon vorweg erkennbar sind, trumpft das Buch mit geschickt eingefädelten Sequenzen der vergangenen Geschichte des Reiches auf. Neben Erkennbarem werden so bewusst neue Einflüsse ins Spiel gebracht, die die Leselust noch steigern. Spannend, offen und dann doch sehr abrupt wartet der Leser mit dem offenen Ende des Buches auf die Fortsetzung.
Aufgrund der (angedeuteten) Gewaltszenen empfiehlt sich das Buch jedoch nicht fĂĽr eine jĂĽngere Leserschaft.
geschrieben am 13.11.2010 | 506 Wörter | 2929 Zeichen
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