
| ISBN | 344246093X | |
| Autor | Mark Haddon | |
| Verlag | Goldmann | |
| Sprache | deutsch | |
| Seiten | 288 | |
| Erscheinungsjahr | 2005 | |
| Extras | - |

Der Originaltitel dieses ungewöhnlichen Romanes, The Curious Incident of the Dog in the Night-time, stammt von A. C. Doyles Silver Blaze:

Inspector Gregory: Gibt es sonst noch etwas, worauf Sie meine Aufmerksamkeit lenken wollen?
Holmes: Der sonderbare Umstand mit dem Hund in der Nacht.
Inspector Gregory: Aber der Hund hat in der Nacht doch gar nichts getan.
Holmes: Das ist ja gerade das Sonderbare, meinte Sherlock Holmes.
Der Hund, mit dem Haddons Roman beginnt, tut nichts â weder hier noch in Silver Blaze. Seine Ermordung ist der Beginn von Christopers Geschichte, einem 15-jĂ€hrigen Jungen mit Asperger Syndrom. Seine Detektivspiele, um den Mord zu klĂ€ren, fĂŒhren zu EnthĂŒllungen einer völlig anderen, persönlicheren Art.
Supergute Tage ist schwer in eine Schublade zu stecken: es ist ein Detektivroman und ein Krimi, ein Mathematikbuch, Metafiktion, irgendwo zwischen Kinderbuch und Roman fĂŒr Erwachsene. Das Buch gewann den Whitbread Award als bestes Erstlingswerk 2003 und wurde in mehrere Sprachen ĂŒbersetzt. Haddon schrieb bereits KinderbĂŒcher vor Supergute Tage und er selbst sieht die Schwierigkeit, davon weg zu kommen: â[...] wenn man fĂŒr Kinder schreibt, ist es sehr schwer wegen Vorurteilen und Erwartungen anderer zu Erwachsenen zu wechseln.â (The Compass, eig. Ăbers.) Dennoch ist Supergute Tage ein komplexes Buch fĂŒr Erwachsene und Jugendliche.
Im Laufe der Geschichte lernen wir, die Welt dank seiner sehr originellen ErzĂ€hlstimme durch Christophers Augen zu sehen. Es ist eine einzigartige Sichtweise bedingt durch seine Krankheit. Christophers logische und abgelöste Perspektive zeigt uns seine angsteinflöĂende Welt alltĂ€glicher Begebenheiten, die wir dank unserer oberflĂ€chlichen Wahrnehmung selbst nicht bemerken. Konfrontiert mit dieser beĂ€ngstigenden Sichtweise wird erst klar, wie traurig seine Situation ist, obwohl Christopher es selbst nicht fĂŒhlen kann. Besonders als er seinen liebsten Traum beschreibt, ist es uns nicht mehr möglich, die Traurigkeit zu ĂŒbersehen. Sein Traum ist einer, der der Alptraum jedes anderen ist. Der Roman hĂ€lt seine starke emotionale Wirkung bis zum Ende aufrecht und lĂ€Ăt uns immer weiter lesen.
Trotzdem ist das Buch ein positiver, aufbauender Roman. âEin Grund, warum das Buch funktioniert ist, weil es so spĂ€rlich ist. Die Leser schreiben mindestens die HĂ€lfte des Romans selbst. Und wenn sie beschlossen haben, daĂ es ein optimistisches Buch ist, dann werden sie die letzte Zeile auch in diesem Sinne lesen.â (Interview in The Guardian, eig. Ăbers.) Die letzte Zeile ist all ihre Zuversicht und Traurigkeit wert.
geschrieben am 25.06.2007 | 384 Wörter | 2239 Zeichen
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