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Die Königin der Klingen


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Informationen zum Buch
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Rezension von

Frank Drehmel

Die Königin der Klingen Seit der Held von Antiga Prime, James Raynor, wegen und in Folge der Ereignisse auf Chau Sara und Mar Sara (vgl. hierzu Band 1: Libertys Kreuzzug) das Flaggschiff des skrupellosen, korrupten Imperators Arcturus Mengsk, die Hyperion, kaperte, sind einige Wochen ins Land gegangen. Immer öfter wird der Freiheitskämpfer von Visionen der von den Zerg entführten Sarah Kerrigan, ihres Zeichens Ghost-Trooper und herausragende Telepathin, heimgesucht, in deren Folge er die Hyperion in ein entlegenes Sternsystem führt, wo er den Planeten Char als Ursprungsort seiner Träume ausgemacht zu haben glaubt. Und tatsächlich! Auf jener Welt erfüllte sich Kerrigans Schicksal: die Transformation in einen Zerg-Menschen-Hybriden, in die “Königin der Klingen”. Raynors Bemühungen, die Ex-Soldatin doch noch zu retten, scheitern kläglich; während auf Char fast seine gesamte Landungstruppe durch die Zerg ausgelöscht wird, taucht im Orbit ein Schiff der Protoss auf, welches die vom Schwarm gekaperten Begleit- und Transportschiffe der Hyperion in einem Handstreich vernichtet. Die Hyperion selbst kann zwar durch einen Not-WARP-Sprung entkommen, Raynor und seine wenigen überlebenden Getreuen sind nun jedoch auf der Zerg-verseuchten Welt gefangen und müssen außerdem damit rechnen, dass die Protoss – ihrem üblichen Prozedere folgend – auch Char zu einem toten Klumpen Glas verbrennen. Doch die Aliens unter Führung Exekutors Tassadar sind selbst Ausgestoßene und haben Anderes im Sinn: sie wollen die Königin der Klingen studieren, ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen lernen. Da erscheint unerwartet ein weiteres Schiff über Char, an Bord die verfemten Dunklen Templer der Protoss, deren Prätor, Zeratul, ebenfalls eigene Pläne mit den Zerg verfolgt. Obwohl sich die drei Parteien – Menschen, Hohe und Dunkle Templer – zunächst mit Misstrauen und Abneigung gegenübertreten, reift in ihnen schließlich doch die Erkenntnis, dass sie nur gemeinsam gegen Kerrigan bestehen können. Und diese Allianz ist mehr als nötig, denn der Zerg-Schwarm macht sich auf den Weg nach Aiur, der Heimatwelt der Protoss. Mit knapp 380 Seiten hat “Die Königin der Klingen” im Vergleich zu den ersten drei Bänden einen deutlich größeren Umfang. Bedauerlicherweise tut der Geschichte dieses Mehr alles andere als gut. Statt einer stringenten, konsequent voran getriebenen und übersichtlichen Handlung, sieht sich der Leser einer zusammengestückelten Story gegenüber: hier eine weitere, in ihrer Häufung ermüdende, Karrigan-Vision, dort ein erneutes, nervtötendes Umherstolpern auf oder unter Chars Oberfläche, gefolgt von einem weiteren kleinen Scharmützel. Dann wieder – als hätte er über das Plaudern die Zeit vergessen – forciert der Autor das Geschehen, indem er Missionen in einem Nebensatz abschließt, unzählige Opfer beiläufig erwähnt oder schon mal einen Zeitraum von zwei, drei Wochen mit wenigen Worten überspringt. Alles in allem wirkt der Geschichte sehr unrhythmisch, wie eine Abfolge von Einzel-Szenen, die sich nicht recht zu einem Gesamtwerk verbinden wollen. Darunter leidet auch die Plausibilität der Auseinandersetzungen zwischen Zerg, Protoss und Menschen. Die Gefechtslage bleibt unübersichtlich und gerade die Zurückhaltung bzw. die taktische Unfähigkeit der Zerg, die ihre Feinde anfangs relativ unbehelligt schalten und walten lassen, um sie später dann eins ums andere Mal aus den Augen zu verlieren, ist nicht nachvollziehbar und scheint – in Kenntnis der ersten drei Bände- untypisch oder wenigstens irritierend. Doch der Roman soll nicht schlechter geredet werden, als er tatsächlich ist: die “Einführung” Zeratuls Dunkler Templer, die abtrünnigen Protoss unter Befehl Tassadars oder die Einblicke in das Schwarmbewusstsein und die Organisation der Zerg stellen eine interessante Erweiterung des bisherigen Roman-Hintergrundes dar, so dass es Rosenberg trotz aller Tempo- und Story-Schwächen tatsächlich gelingt, den Leser – insbesondere die Starcraft-Fans – bei der Stange zu halten. Allerdings nimmt er dadurch, dass er ihnen Namen und – in Karrigans Fall – sogar ein Gesicht gibt und sie somit vermenschlicht, sowohl Zerg als auch Protoss viel von dem bedrohlichen, fast schon dämonischen Nimbus und die “Mr. Miyagi”-”Yoda”-Weisheiten Zeratuls sind ganz sicher deutlich jenseits des guten Geschmacks. Fazit: Actionorientierte Mainstream-SF ohne inhaltliche oder stilistische Höhepunkte, dafür mit einigen Längen. Für Starcraft-Fans wegen einiger Hintergrundinformationen dennoch empfehlenswert.

Seit der Held von Antiga Prime, James Raynor, wegen und in Folge der Ereignisse auf Chau Sara und Mar Sara (vgl. hierzu Band 1: Libertys Kreuzzug) das Flaggschiff des skrupellosen, korrupten Imperators Arcturus Mengsk, die Hyperion, kaperte, sind einige Wochen ins Land gegangen.

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Immer öfter wird der Freiheitskämpfer von Visionen der von den Zerg entführten Sarah Kerrigan, ihres Zeichens Ghost-Trooper und herausragende Telepathin, heimgesucht, in deren Folge er die Hyperion in ein entlegenes Sternsystem führt, wo er den Planeten Char als Ursprungsort seiner Träume ausgemacht zu haben glaubt.

Und tatsächlich! Auf jener Welt erfüllte sich Kerrigans Schicksal: die Transformation in einen Zerg-Menschen-Hybriden, in die “Königin der Klingen”. Raynors Bemühungen, die Ex-Soldatin doch noch zu retten, scheitern kläglich; während auf Char fast seine gesamte Landungstruppe durch die Zerg ausgelöscht wird, taucht im Orbit ein Schiff der Protoss auf, welches die vom Schwarm gekaperten Begleit- und Transportschiffe der Hyperion in einem Handstreich vernichtet. Die Hyperion selbst kann zwar durch einen Not-WARP-Sprung entkommen, Raynor und seine wenigen überlebenden Getreuen sind nun jedoch auf der Zerg-verseuchten Welt gefangen und müssen außerdem damit rechnen, dass die Protoss – ihrem üblichen Prozedere folgend – auch Char zu einem toten Klumpen Glas verbrennen.

Doch die Aliens unter Führung Exekutors Tassadar sind selbst Ausgestoßene und haben Anderes im Sinn: sie wollen die Königin der Klingen studieren, ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen lernen.

Da erscheint unerwartet ein weiteres Schiff über Char, an Bord die verfemten Dunklen Templer der Protoss, deren Prätor, Zeratul, ebenfalls eigene Pläne mit den Zerg verfolgt. Obwohl sich die drei Parteien – Menschen, Hohe und Dunkle Templer – zunächst mit Misstrauen und Abneigung gegenübertreten, reift in ihnen schließlich doch die Erkenntnis, dass sie nur gemeinsam gegen Kerrigan bestehen können. Und diese Allianz ist mehr als nötig, denn der Zerg-Schwarm macht sich auf den Weg nach Aiur, der Heimatwelt der Protoss.

Mit knapp 380 Seiten hat “Die Königin der Klingen” im Vergleich zu den ersten drei Bänden einen deutlich größeren Umfang. Bedauerlicherweise tut der Geschichte dieses Mehr alles andere als gut. Statt einer stringenten, konsequent voran getriebenen und übersichtlichen Handlung, sieht sich der Leser einer zusammengestückelten Story gegenüber: hier eine weitere, in ihrer Häufung ermüdende, Karrigan-Vision, dort ein erneutes, nervtötendes Umherstolpern auf oder unter Chars Oberfläche, gefolgt von einem weiteren kleinen Scharmützel. Dann wieder – als hätte er über das Plaudern die Zeit vergessen – forciert der Autor das Geschehen, indem er Missionen in einem Nebensatz abschließt, unzählige Opfer beiläufig erwähnt oder schon mal einen Zeitraum von zwei, drei Wochen mit wenigen Worten überspringt. Alles in allem wirkt der Geschichte sehr unrhythmisch, wie eine Abfolge von Einzel-Szenen, die sich nicht recht zu einem Gesamtwerk verbinden wollen.

Darunter leidet auch die Plausibilität der Auseinandersetzungen zwischen Zerg, Protoss und Menschen. Die Gefechtslage bleibt unübersichtlich und gerade die Zurückhaltung bzw. die taktische Unfähigkeit der Zerg, die ihre Feinde anfangs relativ unbehelligt schalten und walten lassen, um sie später dann eins ums andere Mal aus den Augen zu verlieren, ist nicht nachvollziehbar und scheint – in Kenntnis der ersten drei Bände- untypisch oder wenigstens irritierend.

Doch der Roman soll nicht schlechter geredet werden, als er tatsächlich ist: die “Einführung” Zeratuls Dunkler Templer, die abtrünnigen Protoss unter Befehl Tassadars oder die Einblicke in das Schwarmbewusstsein und die Organisation der Zerg stellen eine interessante Erweiterung des bisherigen Roman-Hintergrundes dar, so dass es Rosenberg trotz aller Tempo- und Story-Schwächen tatsächlich gelingt, den Leser – insbesondere die Starcraft-Fans – bei der Stange zu halten. Allerdings nimmt er dadurch, dass er ihnen Namen und – in Karrigans Fall – sogar ein Gesicht gibt und sie somit vermenschlicht, sowohl Zerg als auch Protoss viel von dem bedrohlichen, fast schon dämonischen Nimbus und die “Mr. Miyagi”-”Yoda”-Weisheiten Zeratuls sind ganz sicher deutlich jenseits des guten Geschmacks.

Fazit: Actionorientierte Mainstream-SF ohne inhaltliche oder stilistische Höhepunkte, dafür mit einigen Längen. Für Starcraft-Fans wegen einiger Hintergrundinformationen dennoch empfehlenswert.

geschrieben am 24.02.2007 | 636 Wörter | 3853 Zeichen

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